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Archivale im Fokus

04.01.2016

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König-Albert-Denkmal auf dem Altmarkt in Plauen, 1940(aus: SächsStA-C, 30040 Kreishauptmannschaft Zwickau, Nr. 4127)
(©Sächsisches Staatsarchiv)

König-Albert-Denkmal in Plauen als Vorschlag für eine »Metallspende«, 1940

Das König-Albert-Denkmal wurde 1907 auf dem Altmarkt in Plauen enthüllt. Es wurde nach den Entwürfen von Professor [Dr. Carl Ludwig] Seffner, Leipzig in der Kunst- und Glockengießerei C. Albert Bierling in Dresden hergestellt. Für das bronzene Reiterstandbild war vom Sächsischen Kriegsministerium ein 457 kg schweres Geschützrohr gespendet worden. Die Kosten wurden durch freiwillige Spenden (75.650 RM) und einen Eigenanteil der Stadt (1.330 RM) gedeckt.

Das Denkmal wurde von der Stadt Plauen für die »Metallspende« vorgeschlagen, weil es bei Veranstaltungen und Wochenmärkten ob seiner Größe als störend empfunden wurde.

Auf den Aufruf des Generalfeldmarschalls Hermann Göring vom 27. März 1940 folgte am 17. April 1940 der Erlass des Ministers des Innern an die Landräte und Oberbürgermeister, die für die »Metallspende des deutschen Volkes zum Geburtstag des Führers« in Frage kommenden Denkmäler, Gedenktafeln, Plaketten und anderen Darstellungen zu erfassen. In Zweifelsfällen sollte der Landesdenkmalpfleger über den künstlerischen und historischen Wert und damit die Verwendung der Objekte für die Metallspende entscheiden. Der Erlass wurde am 24. April 1940 durch den Regierungspräsidenten zu Zwickau an die Kommunen weitergeleitet. Ende 1940 wurden weitere »wertvolle Gegenstände« aus städtischen Museen und Sammlungen für die Aktion gemeldet. Im Mai 1942 waren dann alle (noch) vorhandenen Denkmäler zu melden und für die »Metallspende« vorzusehen. Die Meldungen auf den Erlass vom April 1940 enthalten eine kurze Beschreibung der Objekte sowie s/w-Fotos. In erster Linie wurden Denkmäler für die deutschen und sächsischen Könige, für Otto von Bismarck sowie Kriegerdenkmäler gemeldet. Aber auch Brunnenstandbilder und Ehrenreliefs wurden als entbehrlich angesehen. In Einzelfällen, wie z. B. in Netzschkau, wurden Vorschläge erfolgreich wieder zurückgezogen. Welche Objekte dann tatsächlich für die »Metallspende« verwendet wurden, geht aus der Akte und dem Nachfolgeband nicht hervor.

Die Erfassungsaktion macht nur einen Teil der beim Regierungspräsidenten zu Zwickau entstandenen Akte aus. Ansonsten sind weitere Erfassungen und Maßnahmen im Rahmen des Kunst- und Denkmalschutzes in den Jahren 1934 bis 1941 dokumentiert. Die Akte ist im Bestand 30040 Kreishauptmannschaft Zwickau enthalten. Die Kreishauptmannschaft, ab 1939 Regierungspräsident, war als obere Landesbehörde v. a. für die Aufsicht über sämtliche dem Innenministerium unterstehenden Verwaltungsbehörden sowie die Gemeindeaufsicht über Städte mit revidierter Städteordnung zuständig.

Der Bestand umfasst 133 lfm Akten aus der Zeit 1626 bis 1957. Der Bestand enthält neben den Akten der namensgebenden Provenienz auch zahlreiche Unterlagen von Vorläuferbehörden, wie der Kreishauptmannschaft des Vogtländischen Kreises, der Kreishauptmannschaft des Erzgebirgischen Kreises, der Älteren Amtshauptmannschaften Chemnitz, Plauen und Zwickau, der Ämter Eibenstock, Schwarzenberg, Voigtsberg, Zwickau, der Kreisdirektion Zwickau sowie anderer Provenienzen, wie des Appellationsgerichts Zwickau, der Stadträte zu Pausa und Plauen sowie des Kreisrates Auerbach/V., des Kreisrates Plauen und des Rates des Kreises Plauen.

Über den Download kann die vergrößerte Version der Abbildung aufgerufen werden. Informationen zum Bestand 30040 Kreishauptmannschaft Zwickau erhalten Sie über den gleichnamigen Link.

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