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Archivale im Fokus

05.05.2015

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Einladung der Firma Ludwig Hupfeld AG zur Leipziger Frühjahrsmesse vom 1. bis 5. März 1915 (aus: SächsStA-L, 20203 Messeausschuss der Handelskammer Leipzig, Nr. 48)
(©Sächsisches Staatsarchiv)

850 Jahre Leipziger Messe

Die Stadt Leipzig begeht im Jahr 2015 nicht nur ihre urkundliche Ersterwähnung vor 1000 Jahren, sondern auch ein Messejubiläum.

Im Jahr 1165 verlieh Markgraf Otto von Meißen (der Reiche) Leipzig mit dem Stadt- auch das Marktrecht, was heute als Geburtsjahr der Messestadt gilt. Seit dem 15. Jahrhundert entwickelte sich Leipzig mit seinen regelmäßig abgehaltenen Warenmessen zu einem bedeutenden Zentrum des Handels mit Gütern aus aller Welt. Der Übergang von der Waren- zur Mustermesse vollzog sich Ende des 19. Jahrhunderts und war Vorbild für das moderne Messewesen in ganz Europa und darüber hinaus.

Rückschläge und Beschränkungen erlitt die Leipziger Messe in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder durch kriegerische Ereignisse, so auch mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges im August 1914. Dennoch fanden während der vier Kriegsjahre in Leipzig Mustermessen im Frühjahr und Herbst statt. Nach dem schlechten Ergebnis der ersten Kriegsmesse im September 1914 mit nur 10 Prozent der sonst beteiligten Aussteller und Besuchern war deren Zahl bei der Frühjahrsmesse 1915 wieder deutlich größer.

Zu den renommierten Ausstellern zählte die stark exportorientierte Firma Ludwig Hupfeld AG aus Böhlitz-Ehrenberg bei Leipzig, die für ihre Erfindungen und den Bau von mechanischen Musikinstrumenten weltbekannt war. Wie viele Firmen hatte sich auch die Hupfeld AG auf den Krieg eingestellt und präsentierte unter anderem ihr »Clavitist-Orchester« als »unser neues Kriegsmodell«. Das Unternehmen entstand um 1882 aus einer Musikalienhandlung, stellte ab 1886 selbstspielende Klaviere und Orchestrien her und entwickelte sich bis 1914 zum weltgrößten Hersteller seiner Art. 1926 fusionierte die Hupfeld AG mit einer großen sächsischen Klavierbaufirma zur Leipziger Pianoforte- & Phonola-Fabriken, Hupfeld-Gebr. Zimmermann AG, mit Standorten in Eilenburg, Dresden, Leipzig und Seifhennersdorf.

Der Bestand 20903 Leipziger Pianofortefabrik Hupfeld-Gebr. Zimmermann AG im Staatsarchiv Leipzig dokumentiert die betriebsgeschichtliche Entwicklung dieses Unternehmens für den Zeitraum von 1882 bis 1948 und umfasst 13 laufende Meter Akten, zahlreiche Pläne sowie 1300 Fotos. Das abgebildete Dokument stammt jedoch aus dem Bestand 20203 Messeausschuss der Handelskammer zu Leipzig, der als Vorläufer des 1916 gegründeten Leipziger Mess(e)amtes angesehen werden kann (beide Bestände im Staatsarchiv Leipzig).

Bild: Einladung der Firma Ludwig Hupfeld AG zur Leipziger Frühjahrsmesse vom 1. bis 5. März 1915 (aus: SächsStA-L, 20203 Messeausschuss der Handelskammer Leipzig, Nr. 48)

Einladung der Firma Ludwig Hupfeld AG zur Leipziger Frühjahrsmesse vom 1. bis 5. März 1915 (aus: SächsStA-L, 20203 Messeausschuss der Handelskammer Leipzig, Nr. 48) 
(©Sächsisches Staatsarchiv)

Über den Download kann die vergrößerte Version der Abbildung aufgerufen werden. Informationen zu den Beständen 20202 Leipziger Messeamt (I) und 21000 Leipziger Messeamt (II), erhalten Sie über die gleichnamigen Links.

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