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01.09.2014

Bild

Werbung für einen Milanese-Kettenstuhl (aus: SächsStA-C, 31501 Deutsche Bank, Filiale Chemnitz, Nr. 127)
(©Sächsisches Staatsarchiv)

Werbezettel für Textilmaschinen aus einer Akte zur Maschinenfabrik Schubert & Salzer AG Chemnitz, um 1927

Die Verarbeitung des neuen Fadenmateriales: »Kunstseide« folgt in vielerlei Hinsicht anderen Gesetzen als bei den alten Fadenarten aus Baumwolle, Wolle und Seide. Insbesondere die geringe Festigkeit der Kunstseide im nassen Zustand bereitet Schwierigkeiten bei vielen technologischen Prozessen, was sich besonders auf die gesamte Ausrüstung auswirkt. Daher muss die Kunstseidenproduktion als neuer Industriezweig angesehen werden.

1883 gründeten die Schlosser Carl Schubert und Bruno Salzer eine Maschinenbaufabrik für Strumpfwirkmaschinen: Flachwirkmaschinen nach dem Vorbild des Engländers Arthur Paget. Bereits 1889 wurde die Firma zur Aktiengesellschaft. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert umfasste das Fertigungssortiment: Wirkmaschinen aller Art, Jaquard-Petinet-Maschinen, Tüll-, Kettel-, Näh- und Spulmaschinen sowie Gardinenstühle und Präzisionswerkzeugmaschinen für verschiedene Anwendungen.

Die Abbildung stammt aus einer Akte der Deutschen Bank, Filiale Chemnitz über die Teilnahme an Aufsichtsratssitzungen der Schubert & Salzer Maschinenfabrik AG, Chemnitz. In diesen Sitzungen wurde offensichtlich aufmerksam beobachtet, welche Produkte die beaufsichtigte Firma herstellte und wie sie Werbung dafür gemacht hat. Der Bestand (Laufzeit: 1911 - 1945) umfasst 4,12 lfm und ist durch ein Findbuch voll erschlossen und beinhaltet u. a. Unterlagen über Leitungstätigkeit, Zusammenarbeit mit der Zentrale in Berlin, Personalverwaltung, Wahrnehmung von Aufsichtsratsmandaten durch Beamte der Deutschen Bank in bedeutenden Wirtschaftsunternehmen der Region, Kreditakten wirtschaftlich bedeutender Betriebe, Kontokarten für Sparkonten aus den letzten Geschäftsjahren bis zur Bankenschließung, Nachweise über die Einziehung des Vermögens jüdischer Kunden, die »Arisierung« von Firmen in der Region und in den von Deutschland besetzten Gebieten und das Engagement der Deutschen Bank bei der käuflichen Übernahme ehemaliger jüdischer Betriebe durch ihre Kunden bis hin zu deren Finanzierung.

Über den Download kann die vergrößerte Version der Abbildung aufgerufen werden. Informationen zum Bestand 31501 Deutsche Bank, Filiale Chemnitz in dem diese Stellungnahme enthalten ist, erhalten Sie über den gleichnamigen Link.

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