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15.11.2013

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Empfang sowjetischer Truppen bei ihrer Rückkehr aus der ČSSR im Kreis Marienberg nach der Niederschlagung des Prager Frühlings, November 1968 (aus: SächsStA-C, 32663 Bezirksleitung Karl-Marx-Stadt der FDJ (zusammengefasster Bestand), Nr. 1972)
(©Sächsisches Staatsarchiv)

Empfang sowjetischer Truppen bei ihrer Rückkehr aus der ČSSR im Kreis Marienberg nach der Niederschlagung des Prager Frühlings, November 1968

Der Prager Frühling war der Versuch, einen »Sozialismus mit menschlichem Antlitz« zu schaffen. Nachdem Alexander Dubček die Führung der Kommunistischen Partei Anfang 1968 übernommen hatte, begann diese mit einer Liberalisierung und Demokratisierung des Landes. Diese Entwicklung wurde von den umliegenden Staaten des Warschauer Pakts mit äußerster Skepsis verfolgt. Schon bald wurde den Genossen in Prag mit einer Intervention gedroht, so sie ihre Reformen nicht zurückfahren. Schließlich beendete der Einmarsch von rund 500.000 sowjetischen, polnischen, ungarischen und bulgarischen Soldaten in der Nacht zum 21. August 1968 alle Hoffnungen auf dauerhafte Reformen im sozialistischen Lager. Über 100 Tschechen, Slowaken und Interventionssoldaten starben bei diesem Einmarsch. Mitte November 1968 war der Großteil der einmarschierten Bündnistruppen wieder abgezogen. Die Rückkehr der sowjetischen Truppen aus der ČSSR wurde in der DDR bewusst politisch inszeniert. Der ablehnenden Haltung in der westlichen Welt, aber ebenso in Teilen der eigenen Bevölkerung, wurde demonstrative Geschlossenheit mit der sowjetischen Politik entgegen gestellt. Schulen, Betriebe und verschiedene Einrichtungen waren verpflichtet, Abordnungen zur Begrüßung der zurückkehrenden Truppen zu entsenden.

Das hier gezeigte Foto, das einem Informationsbericht der FDJ-Kreisleitung Marienberg vom 13. November 1968 entstammt, war zur Veröffentlichung nicht zugelassen. Eine vergrößerte Ansicht ist über den Download möglich.

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