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Archivale im Fokus

26.01.2015

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Drei-Brüder-Schacht bei Zug, Maschinenraum 272 m unter Tage, o.D. (aus: SächsStA-F, 40028 Oberbergamt (neu) - staatliche Bergwirtschaftsstelle, Foto Nr. 3-1803)
(©Sächsisches Staatsarchiv)

Das Kavernenkraftwerk in Zug bei Freiberg – das erste unterirdische Wasserkraftwerk der Welt.

 

Vor rund 100 Jahren, am 24. Dezember 1914, erfolgte die feierliche Inbetriebnahme eines der ersten unterirdischen Elektrizitätswerke der Welt. Es befand sich im 1791 geteuften und 1818 fertiggestellten »Drei-Brüder-Schacht«, heute an der B101 von Freiberg nach Brand gelegen. Der Drei-Brüder-Schacht diente lange Zeit als Hauptförderschacht der Grube »Segen Gottes Herzog August«.

Nach Einstellung des Erzbergbaus im Freiberger Revier im Jahre 1913 baute man die Grubenanlage zu einem unterirdischen Wasserkraftwerk um. Untertage befanden sich zwei Turbinenanlagen, in 124m Tiefe das sogenannte »Oberwerk« und in 272m Tiefe das »Unterwerk«. Die Hochdruckfeinstrahlturbinen im Oberwerk wurden von einem über Tage gelegenen Teich aus über den benachbarten Konstantinschacht mit Wasser versorgt. Die Turbinen im Unterwerk wurden aus einem riesigen unterirdischen Stauraum von 1,5 Mio. m³ Fassungsvermögen mit Wasser gespeist, das dann über den Rothschönberger Stolln wieder abfloss. In der Kaverne in 272 m Tiefe befanden sich vier Turbinen und Generatoren.

Nach dem weiteren Ausbau versorgte das Kavernenkraftwerk im Drei-Brüder-Schacht als Revierelektrizitätswerk die Muldner Hütte, die Städte Freiberg und Brand-Erbisdorf sowie die umliegenden Ortschaften mit Strom. Seine Gesamtleistung betrug rund 6 Megawatt.

Das Oberwerk wurde 1968 demontiert und der Konstantinschacht mit einer Betonplombe verschlossen. Die Anlagen des Drei-Brüder-Schachts und des Unterwerks wurden bei ihrer endgültigen Stilllegung 1972 konservatorisch geschützt. Seit 1992 bemüht sich ein Förderverein um die Rekonstruktion und Wiederbelebung dieses wertvollen technischen Denkmals.

Das Bergarchiv Freiberg verfügt über umfassende Quellen zum Drei-Brüder-Schacht und dem Revierelektrizitätswerk. Es handelt sich dabei v.a. um die Bestände: 40085 Revierausschuss Freiberg, 40174 Grubenakten des Bergreviers Freiberg, 40069 Bergbehörde Freiberg, 40024 (Landes-)Bergamt Freiberg, 40089 Revierwasserlaufsanstalt des Freiberger Reviers mit Vorgängern, 40028 Oberbergamt (neu) - staatliche Bergwirtschaftsstelle und 40030 Oberbergamt (neu) - staatliche Lagerstättenforschungsstelle.

Über den Download kann die vergrößerte Version der Abbildung aufgerufen werden. Informationen zum Bestand 40028 Oberbergamt (neu) - staatliche Bergwirtschaftsstelle, in dem dieses Foto enthalten ist, erhalten Sie über den gleichnamigen Link.

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