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Archivale im Fokus

08.04.2016

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Herzog Christian von Sachsen-Eisenberg sagt Herzog Johann Adolf I. von Sachsen-Weißenfels zu, ihn bei der Einweihung der Schlosskapelle in Weißenfels am 1. November 1682 mit Musikern seines Hofes zu unterstützen, Eisenberg, Schloss Christiansburg, 24. Oktober 1682 (SächsStA-D, 10119 Sekundogeniturfürstentum Sachsen-Weißenfels, Loc. 11861, Nr. 6713, Bl. 2a)
(©Sächsisches Staatsarchiv)

Hier hat Georg Friedrich Händel musiziert! Ein neues Online-Findbuch des Haupstaatsarchivs Dresden erschließt die Überlieferung eines fast vergessenen sächsischen Fürstentums ...

Hier hat Georg Friedrich Händel musiziert! Ein neues Online-Findbuch des Haupstaatsarchivs Dresden erschließt die interessante Überlieferung eines fast vergessenen sächsischen Fürstentums – des Sekundogeniturfürstentums Sachsen-Weißenfels. Zu ihr gehört auch das hier gezeigte Dokument über die Einweihung der Kapelle in Schloss Neu-Augustusburg in Weißenfels am 1. November 1682. Herzog Christian von Sachsen-Eisenberg aus der ernestinischen Linie der Wettiner verspricht Herzog  Johann Adolf I. von Sachsen-Weißenfels darin, die Feierlichkeiten durch die Entsendung von Musikern zu unterstützen. An der 1673 erbauten Förner-Orgel der Weißenfelser Schlosskapelle soll Georg Friedrich Händel 1692 dem Weißenfelser Fürsten im Alter von sieben Jahren vorgespielt haben. Später komponierte Johann Sebastian Bach Musik speziell für dieses Instrument.

Sachsen-Weißenfels ist neben Sachsen-Merseburg und Sachsen-Zeitz eines der drei beschränkt selbständigen Sekundogeniturfürstentümer, die 1657 auf der Grundlage des Testamentes von Kurfürst Johann Georg I. für dessen nachgeborene Söhne eingerichtet wurden. Dies  führte zwar zu einer gewissen Schwächung des kursächsischen Territorialstaats und zu Inkonsequenzen bezüglich der üblichen Priomogeniturerbfolge, aber auch zu einer kulturellen Blüte in den neuen Residenzstädten. Insbesondere mit Schloss Neu-Augustusburg in Weißenfels und Schloss Moritzburg an der Elster in Zeitz entstanden bedeutende neue Repräsentationsbauten, jeweils an der Stelle von im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Burgen.

Langfristigen Bestand hatte keines der drei Sekundogeniturfürstentümer. 1746 fiel mit Sachsen-Weißenfels das letzte von ihnen an das Kurfürstentum Sachen zurück. Vor allem durch die Diskrepanz zwischen fürstlicher Prachtentfaltung und den begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten war dieser »Minderstaat« inzwischen hoch verschuldet.

Die Überlieferung der drei sächsischen Sekundogeniturfürstentümer gehört zu den zahlreichen Beständen des Sächsischen Staatsarchivs, deren handschriftliche Findmittel  2015 retrokonvertiert und erstmals weitgehend online zugänglich gemacht werden konnten. Eine größere Zahl von Akten des Sekundogeniturfürstentums Sachsen-Merseburg wird derzeit im Archivzentrum Hubertusburg des Sächsischen Staatsarchivs umfassend restauriert. Auch sie sollen nach Abschluss der Arbeiten online recherchiert werden können.

Über den Download kann eine vergrößerte Version des Dokuments aufgerufen werden. Informationen zu den Beständen 10118 Sekundogeniturfürstentum Sachsen-Merseburg, 10119 Sekundogeniturfürstentum Sachsen-Weißenfels und 10120 Sekundogeniturfürstentum Sachsen-Zeitz erhalten Sie über die gleichnamigen Links.

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