1. Herausgeber
Inhalt

Archivale im Fokus

02.12.2016

Bild

Wappenzeichnung aus dem Freiherrndiplom für Maximilian von Speck (SächsStA-L, 22382 Familienarchiv Speck von Sternburg, Nr. 668)
(©Sächsisches Staatsarchiv)

160. Todestag von Maximilian Speck von Sternburg (1776-1856)

Der 1776 in Gröba bei Riesa in einer Gastwirtsfamilie geborene Maximilian Speck kam mit 20 Jahren nach Leipzig und wurde Kaufmann beim Handelshaus Beyer & Co. Bereits 1818 gründete er seine eigene Wollhandlung, erwarb Grundstücke in Leipzig (»Specks Hof«) sowie 1822 das Rittergut Lützschena mit Freiroda. Auf seinem Gut richtete Maximilian Speck ein Mustergut für die Viehzucht, insbesondere für die Schafzucht, ein. Durch seine Erfolge in der Landwirtschaft und die nach ganz Europa reichenden Handelsbeziehungen erhielt er 1825 eine Einladung zum russischen Zaren Alexander I., der ihn in St. Petersburg zum Ritter von Speck ernannte. 1829 folgten Aufenthalte in Bayern. Maximilian erwarb auch dort Besitzungen und vermittelte seine Kenntnisse in der Schafzucht und dem Wollhandel. König Ludwig I. von Bayern verlieh ihm dafür den Titel Freiherr von Sternburg.

Das Freiherrndiplom, eine in blauen Samt eingebundene mehrseitige Pergamenturkunde, wurde am 23. Januar 1829 in München ausgestellt. König Ludwig I. nimmt darin Bezug auf »seine um die Veredlung der Schafzucht erworbenen Verdienste und seine zu eben diesem Zwecke in Bayern begonnenen Unternehmungen…«, erhebt den Rittergutsbesitzer Maximilian von Speck und seine rechtmäßigen Nachkommen in den Rang eines Freiherrn und verleiht ihm ein Wappen. Beglaubigt wurde die Standeserhöhung durch die eigenhändige Unterschrift und das große Siegel des Königs an blau-weißer Kordel, das allerdings verloren ist. Maximilian Ritter von Speck, Freiherr von Sternburg, starb im Alter von 80 Jahren am 22. Dezember 1856 in Leipzig als angesehener Unternehmer, Rittergutsbesitzer und Begründer einer bedeutenden Kunstsammlung.

Die Urkunde ist Teil des Familienarchivs Speck von Sternburg, das 2015 von Wolf-Dietrich Freiherr Speck von Sternburg dem Staatsarchiv Leipzig übergeben wurde. Der Bestand enthält vielfältige Unterlagen - Akten, Urkunden, Landkarten, Tagebücher, Fotos, Grafiken, Druckschriften – zu Maximilian Speck und seinen Nachkommen, insgesamt sechs Generationen der Freiherrn Speck von Sternburg. Darunter befinden sich die Majoratsherren auf dem Rittergut Lützschena bis 1945, Dichter und Künstler, der Diplomat Hermann (1852 - 1908) oder Joseph Speck von Sternburg (1863 - 1942) in kaiserlichen Diensten. Dazu kommen berühmte Vertreter der Familien der Ehepartner wie der Historiker Josef Freiherr von Hormayr zu Hortenburg, die Familien Hänel von Cronenthall, Grafen von Bohlen, von Tepper-Laski und viele weitere mehr.

Die Erschließung des Bestands »22382 Familienarchiv Speck von Sternburg« ist im Jahr 2016 erfolgt, das Findmittel wird in Kürze auf der Website des Staatsarchivs veröffentlicht werden. Über den Download kann die vergrößerte Version der lezten beiden Seiten des Freiherrndiploms mit Unterschrift des bayrischen Königs und Wappenzeichnung aufgerufen werden.

Marginalspalte

© Sächsisches Staatsarchiv