1. Herausgeber
Inhalt

Archivierbarkeit von Recyclingpapier?

18.12.2014

Bild

Akte
(©Sächsisches Staatsarchiv)

Die archivische Fachwelt reagiert auf ein Papier des Umweltbundesamts. Nur Papier nach DIN EN ISO 9706 ist für die dauerhafte Erhaltung von schriftlichem Kulturgut geeignet.

Im Februar 2014 hat das Umweltbundesamt ein Positionspapier mit dem Titel »Archivierbarkeit von Recyclingpapier. Recyclingpapier mit Blauem Engel ist alterungsbeständig und fördert die Kreislaufwirtschaft« veröffentlicht. Über die bereits bekannten Fakten hinaus liefert dieses Papier keine neuen Erkenntnisse. Es steht im krassen Gegensatz zu der seit Jahrzehnten international und national vertretenen fachlichen Argumentation der Archive und Bibliotheken, dass nur nach der DIN EN ISO 9706 hergestellte Papiere dauerhaft archivierungsfähig sind.

Gestern hat die Konferenz der Archivreferentinnen und -referenten und Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder (ARK) gemeinsam mit der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag (BKK) ein Positionspapier unter dem Leitspruch »Nur Unterlagen auf Papier nach DIN EN ISO 9706 sind archivierungsfähig. Hinweise zur Beschaffung von Papier für die öffentliche Verwaltung« veröffentlicht, das auf die Empfehlungen des Umweltbundesamtes vom Februar 2014 reagiert.

Dieses Papier stellt unmissverständlich klar, dass »bei der Beschaffung von Papier für die öffentliche Verwaltung…nur der konsequente Einsatz von alterungsbeständigen Papieren nach DIN EN ISO 9706 gewährleisten« kann, »dass die Menge entsäuerungsbedürftigen unikalen Kulturguts nicht ungebremst weiter wächst. Gegen einen Altpapieranteil ist nichts einzuwenden, solange die Anforderungen dieser Norm erfüllt bleiben.«

Weiterführende Informationen

Gemeinsames Positionspapier der Konferenz der Archivreferentinnen und -referenten und Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder (ARK) sowie der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag (BKK)

Marginalspalte

© Sächsisches Staatsarchiv