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Strukturen der Macht

Einsetzung von Treuhändern

Antijüdische Aktionen am Kaufhaus Joske in Leipzig, 1. April 1933 (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig)

Antijüdische Aktionen am Kaufhaus Joske in Leipzig, 1. April 1933 (Stadtgeschichtliches Museum Leipzig)
(© Stadtgeschichtliches Museum Leipzig)

Unmittelbar nach der Pogromnacht zielten mehrere Normative auf die Zerstörung der wirtschaftlichen Existenz der Juden.

Nach der »Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben« vom 12. November 1938 war Juden spätestens ab 1939 die Geschäftstätigkeit und jegliche leitende Unternehmertätigkeit untersagt, was einem weitgehenden Berufsverbot gleichkam. Für die Abwicklung der Unternehmen bestimmte der Staat geeignete »arische« Treuhänder, die auf Kosten der jüdischen Inhaber tätig waren. Damit fanden die »Arisierungen« ihren weitgehenden Abschluss. Zusätzlich zum betrieblichen Vermögen wurden nach einer Verordnung vom Februar 1939 auch alle privaten Wertgegenstände aus Edelmetallen

oder Edelsteinen konfisziert. Mit der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz von 1941 verfiel das Vermögen jedes Juden außerhalb der Staatsgrenzen dem Reich.

Reichsgesetzblatt 1938, S. 1580 Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Reichsgesetzblatt 1938, S. 1580
(© Sächsisches Staatsarchiv)

Reichsgesetzblatt 1938, S. 1580 Einsetzung eines »arischen« Treuhänders für die Buchhandlung Gustav Fock,
9. Dezember 1938 (SächsStA-L, 20124 Amtsgericht Leipzig, Nr. HRB 379) Einsetzung eines »arischen« Treuhänders für die Buchhandlung Gustav Fock,
2. Januar 1939 (SächsStA-L, 20124 Amtsgericht Leipzig, Nr. HRB 379) Liste der Gesellschafter mit Kennzeichnung »arischer« und »nichtarischer« Anteilseigner, 2. Januar 1939 (SächsStA-L, 20124 Amtsgericht Leipzig, Nr. HRB 379)

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