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Führungswechsel im Sächsischen Staatsarchiv

04.06.2012

Bild

Dr. Andrea Wettmann (Mitte) mit Staatsminister Markus Ulbig (rechts) bei der Erläuterung eines gerade laufenden historischen Films aus dem Jugendwerkhof Elsnig 1957
(©Sächsisches Staatsarchiv)

Am 4. Juni 2012 fand ein Festakt zur Amtseinführung der neuen Direktorin Dr. Andrea Wettmann statt. Staatsminister Markus Ulbig würdigte gleichzeitig die Verdienste des scheidenden Direktors Dr. Jürgen Rainer Wolf.

Der Sächsische Staatsminister des Innern Markus Ulbig ließ es sich nicht nehmen, den bisherigen Direktor des Staatsarchivs Dr. Jürgen Rainer Wolf, nach mehr als 15 Jahren Tätigkeit im Freistaat Sachsen im feierlichen Rahmen persönlich zu verabschieden. Dr. Wolf habe »eine entscheidende Phase im Aufbau und der Konsolidierung der sächsischen Archivverwaltung mitgeprägt.« Der Minister verwies dabei darauf, was in diesen Jahren an Entwicklung erreicht werden konnte. »Darum beneidet uns so manches Land!«

Danach wurde Dr. Andrea Wettmann, seit 3. Februar 2012 neue Direktorin des Staatsarchivs, gewürdigt.
Sie wurde 1966 geboren. Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik, Politikwissenschaft und Anglistik in Bonn, Marburg und Canterbury absolvierte sie ihr Archivreferendariat beim Generallandesarchiv in Karlsruhe, dem Bundesarchiv in Koblenz und der Archivschule Marburg. 1998 legte sie ihr zweites Staatsexamen ab. Nach ihrer Einstellung in der sächsischen Archivverwaltung war sie im Staatsarchiv Chemnitz, im Hauptstaatsarchiv Dresden, im Sächsischen Staatsministerium des Innern und im 2005 gegründeten Sächsischen Staatsarchiv in fast allen archivischen Arbeitsgebieten tätig. Zuletzt war Dr. Wettmann Leiterin der Abteilung 1 Zentrale Aufgaben / Grundsatz. In dieser Funktion wirkte sie unter anderem an der Weiterentwicklung von nationalen und internationalen Standards der Schriftgutverwaltung und elektronischen Archivierung mit. Eines der viel beachteten praktischen Leitprojekte ist »LeA – Langzeitspeicherung und elektronische Archivierung«, mit dem der Freistaat Sachsen zu den führenden Ländern in Deutschland gehört.

Innenminister Markus Ulbig: »Das Sächsische Staatsarchiv archiviert unikales Kulturgut aus tausend Jahren sächsischer, deutscher und europäischer Geschichte in Schrift, Bild und Ton. Aufgabe von Dr. Andrea Wettmann wird es sein, zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sicherzustellen, dass wir kommenden Generationen eine ebenso aussagekräftige Überlieferung der heute weitgehend IT-gestützten Tätigkeit der sächsischen Ministerien, Gerichte und Behörden geben können.«
Das Hauptstaatsarchiv Dresden hatte zur Veranschaulichung dieser Worte eine kleine Kabinettsausstellung zusammengestellt. An ihren Exponaten wurde den Gästen illustriert, wie vielfältig das Archivgut und die Aufgaben des Staatsarchivs sind.

In ihrem Statement sprach Dr. Andrea Wettmann von der Faszination der Arbeit mit Unterlagen, »die Generationen vor uns über Kriege, Umweltkatastrophen, politische und religiöse Wirren hinweg gerettet und an uns weiter gegeben haben.« Sie betonte aber ebenso den Reiz und die Verantwortung, »Überlieferung der Zukunft« zu bilden. »Archivare (machen) Verwaltungshandeln transparent und stellen sozusagen durch »gezieltes Vergessen« sicher, dass das Wissen der Verwaltung verdichtet wird und damit nutzbar bleibt.« Mit Blick auf die aktuellen Entwicklung sagte sie: »Ein Schwerpunkt meiner Amtszeit wird sein, auch die elektronische Überlieferung zu sichern – also die Bits und Bytes.« Dabei nahm sie auch Kooperationen mit nichtstaatlichen Archiveigentümern in den Blick. Die Einbindung des Staatsarchivs in den Kreis der »Gedächtnisinstitutionen« und internationaler Partner wurde von ihr angesprochen. Ihre Rede beschloss Dr. Wettmann mit einem Dank an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und an die, die ihr das Vertrauen entgegengebracht haben, die richtige Frau für dieses wichtige Amt zu sein.

Redemanuskript von Frau Dr. Wettmann

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© Sächsisches Staatsarchiv