1. Herausgeber
Inhalt

Strukturen der Macht

Kraftfahrverbot

Führerschein von Paul Hinrichsen (SächsStA-L, 20031 Polizeipräsidium Leipzig, Nr. PP-S 1190)

Führerschein von Paul Hinrichsen (SächsStA-L, 20031 Polizeipräsidium Leipzig, Nr. PP-S 1190)
(© Sächsisches Staatsarchiv)

Noch am Jahresende 1938 wurde durch die »Verordnung des Reichsführers SS und Chefs der Deutschen Polizei« vom 3. Dezember 1938 – diese Position bekleidete seit 1936 Heinrich Himmler – den Juden das Führen von Fahrzeugen untersagt.

Die Verordnung wurde nur im »Jüdischen Nachrichtenblatt« veröffentlicht. Als Begründung diente lediglich ein Hinweis auf die Novemberpogrome. Die Betroffenen mussten in einer kurzen Frist bis 31. Dezember 1938 ihre Führerscheine und Fahrzeugpapiere bei der zuständigen Führerscheinbehörde abgeben. In größeren Städten waren die Polizeipräsidien für die Führerscheinangelegenheiten zuständig. Mit dem Kraftfahrverbot waren weitere Einschränkungen in der persönlichen und beruflichen Bewegungsfreiheit für die Juden verbunden.

Jüdisches Nachrichtenblatt, 9. Dezember 1938 Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Jüdisches Nachrichtenblatt, 9. Dezember 1938
(© Sächsisches Staatsarchiv)

Jüdisches Nachrichtenblatt, 9. Dezember 1938 Einziehung des Führerscheins von Paul Hinrichsen, Sohn des Musikverlegers Henri Hinrichsen, 5. Dezember 1938 (SächsStA-L, Polizeipräsidium Leipzig, Nr. PP-S 1190) Polizeiakte über Paul Hinrichsen (SächsStA-L, 20031 Polizeipräsidium Leipzig, Nr. PP-S 1190)

Marginalspalte

© Institution