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Notfallbewältigung Wasser

23.10.2012

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Bergung nasser Archivalien
(©Sächsisches Staatsarchiv, Archivzentrum Hubertusburg)

Der Landesverband Sachsen im VdA und das Sächsische Staatsarchiv führten am 17. Oktober 2012 im Archivzentrum Hubertusburg einen Workshop durch und probten den Erstfall.

Die von den Diplomrestauratorinnen Barbara Kunze und Stephanie Schröder des Archivzentrums Hubertusburg geleitete Veranstaltung gliederte sich in zwei Teile, wobei es im ersten Teil vormittags um die Theorie und im zweiten nachmittags um die Praxis ging.

Am Vormittag erfolgte eine Einführung zu dem Thema mit seinen vielseitigen Facetten, in dem Grundlagen und konkrete Handlungsanweisungen für den Notfall vermittelt wurden. Ein allen Teilnehmern überlassenes Literaturverzeichnis sowie eine Zusammenstellung von Informationsseiten im Internet sollen dazu anregen, sich im Anschluss vertiefend in die Einzelthemen einzuarbeiten.

Der Schwerpunkt am Nachmittag lag auf den Maßnahmen der Notfallbewältigung. Durch eine praktische Übung wurden die Organisation, die Handlungsdirektiven und die Art und Weise der Verwendung von Hilfsmaterialien bei der Bergung und Sicherung von geschädigtem Archivgut veranschaulicht. Auf diese Weise konnte den Teilnehmern vermittelt werden, wie Archivgut trotz notfallbedingt erheblicher Schäden doch noch fachgerecht gesichert werden kann.

Für die praktische Übung wurde ein Keller des Archivzentrums Hubertusburg mit circa 30 Zentimeter hoch stehendem Wasser gefüllt. Die dort vorhandene Pumpe, die das Grundwasser normalerweise abpumpt, wurde zu diesem Zweck ausgeschaltet, sodass das Wasser ansteigen konnte. Im Keller wurden ein fiktives Magazin eingerichtet und die Übungsmaterialien mit Schlamm und Wasser präpariert. Als Materialien dienten Bücher mit verschiedenen Einbänden, Akten, Fotos usw., allerdings kein echtes Archivgut, sondern Kassanda, die in großen Teilen freundlicherweise von der Sächsischen Landesbibliothek –Staats- und Universitätsbibliothek Dresden zur Verfügung gestellt wurden. Solcherart vorbereitet, ereignete sich für alle Teilnehmer des Workshops völlig unerwartet ein überraschend eintretender Notfall, zu dessen Bewältigung alle Anwesenden aufgefordert wurden.

So konnte in diesem Szenario das vormittags theoretisch Erlernte praktisch umgesetzt werden, und zusätzlich wurde deutlich, mit welchen Problemen man gänzlich unerwartet und unvorbereitet darüber hinaus auch noch konfrontiert werden kann. Dabei lernten die Teilnehmer, wie mit solchen Situationen rational umzugehen ist, wie Materialien konkret gehandhabt werden, wie gereinigt und verpackt wird und worauf im Notfall sonst noch zu achten ist. Abschließend erfolgte eine Auswertung der bei der Bewältigung dieses Notfalles gemachten Erfahrungen.

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