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Strukturen der Macht

Sicherungsanordnungen

Passfoto von Max Sichel (SächsStA-L, 20031 Polizeipräsidium Leipzig, Nr. PP-S 3596)

Passfoto von Max Sichel (SächsStA-L, 20031 Polizeipräsidium Leipzig, Nr. PP-S 3596)
(© Sächsisches Staatsarchiv)

Neben dem betrieblichen Kapital bemächtigte sich der NS-Staat auch des privaten Vermögens der Juden.

Nach der Verordnung vom 26. April 1938 musste zunächst das gesamte in- und ausländische Vermögen über 5000,– RM gemeldet werden, zudem unterlag es bereits bei Verdacht auf Auswanderung Verfügungsbeschränkungen. In Zusammenarbeit von Polizeibehörden, der Zollfahndungsstelle, dem Hauptzollamt, den Finanzämtern und Banken wurden potentielle Auswanderer an die Oberfinanzpräsidenten gemeldet, worauf das Vermögen durch »Sicherungsanordnungen« dem Zugriff ihrer Eigentümer entzogen wurde. Die Devisenstellen bei den Oberfinanzpräsidenten beschränkten damit die Bewirtschaftung der Konten und besonderer Vermögenswerte wie Grundstücke, Wertpapiere, Bankguthaben und Beteiligungen, über die dann nur noch mit devisenrechtlicher Genehmigung verfügt werden konnte. Nach erfolgter Auswanderung standen Guthaben und Wertpapiere in »Ausländer-Sperrkonten«, auf die auch Erlöse aus Zwangsversteigerungen überwiesen wurden, unter der Verfügungsgewalt der Reichsfinanzverwaltung.

Reichsgesetzblatt 1938, S. 414 Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Reichsgesetzblatt 1938, S. 414
(© Sächsisches Staatsarchiv)

Reichsgesetzblatt 1938, S. 414 Sicherungsanordnung über das Vermögen von Max Sichel wegen Verdachts auf Auswanderung, 24. Februar 1939 (SächsStA-L, 20031 Polizeipräsidium Leipzig, Nr. PP-S 3596) Umwandlung der Bankkonten in »Auswanderer-Sperrkonten« nach der Vertreibung, 29. Juli 1939 (SächsStA-L, 20031 Polizeipräsidium Leipzig, Nr. PP-S 3596) Genehmigung der Devisenstelle für Zahlungen aus einem Sperrkonto, 28. November 1938 (SächsStA-L, 20206 Oberfinanzpräsident Leipzig, Nr. 452)

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