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Staatsarchiv hilft Köln bei Aktenrestaurierung

19.01.2011

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Archivzentrum Hubertusburg
(©Sächsisches Staatsarchiv / Foto: Bertram Bölkow)

Zukünftig werden beschädigte Dokumente des 2009 eingestürzten Historischen Archivs der Stadt Köln auch in dem zum Sächsischen Staatsarchiv gehörenden Archivzentrum Hubertusburg in Wermsdorf restauriert.

Der Kunst- und Kulturausschuss der Stadt Köln hat am 18.01.2011 dem Abschluss eines Kooperationsvertrages mit dem Sächsischen Staatsarchiv zugestimmt. Damit wird im Archivzentrum Hubertusburg neben dem erst kürzlich bezogenen Restaurierungs- und Digitalisierungszentrum in Köln-Porz-Lind eine zweite zentrale Stelle für die Bewältigung der umfangreichen Restaurierungsarbeiten entstehen.
Der Freistaat Sachsen überlässt dem Historischen Archiv unentgeltlich die im Archivzentrum vorhandenen Räume (3.000 m²) und hochmodernen technischen Anlagen zur Nutzung. Lediglich die Betriebs- und Verwaltungskosten sind anteilig von der Stadt Köln zu tragen. Unter der fachlichen Anleitung von vier Kölner Restauratorinnen und Restauratoren werden in Wermsdorf bis zu zehn angestellte Hilfskräfte und weitere elf Integrationskräfte Restaurierungsarbeiten durchführen. Der Kooperationsvertrag ist auf die Dauer von mindestens 5 Jahren angelegt. Er soll nun zeitnah unterschrieben werden.
Im Schloss Hubertusburg nahe Leipzig wurde es dem Kölner Stadtarchiv schon kurz nach dem Einsturz des Historischen Archivs ermöglicht, Arbeiten an geborgenem und erstversorgtem Archivgut durchzuführen. Insbesondere die in Wermsdorf zur Verfügung stehenden und seit März 2010 genutzten Gefriertrocknungsanlagen nehmen für die Aufbereitung des geschädigten Materials eine wichtige Rolle ein. Mittlerweile werden 4.600 kg des Kölner Archivguts im Schloss Hubertusburg gefriergetrocknet. Diese
Zusammenarbeit soll nun im Rahmen des Kooperationsvertrages weiter ausgebaut werden.
Die Restaurierungsarbeiten am beschädigten Archivgut erfordern einen enormen Aufwand: Eine vollbeschäftigte Fachkraft würde geschätzte 6.300 Personenjahre benötigen, um das Material zu restaurieren. Die voraussichtliche Gesamtkosten betragen 350 Mio. €, die von Köln aufzubringen sind.

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