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Tagung des Fachverbandes der Archivare im Staatsarchiv Chemnitz

22.05.2013

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Dr. Andreas Pilger, Landesarchiv NRW im Referat »Chancen und Grenzen einer Überlieferungsbildung im Verbund bei Nachlässen«
(©Sächsisches Staatsarchiv)

Am 7. Mai fand die Gemeinsame Frühjahrstagung der Fachgruppe 1 (Staatliche Archive) und der Fachgruppe 6 (Archive der Parlamente, politischen Parteien, Stiftungen und Verbände) des VdA - Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. statt.

Etwa 60 Teilnehmer vom Bundesarchiv, von den Staatsarchiven der Länder, von Landtagsarchiven und von den Archiven der parteinahen Stiftungen der CDU, der SPD, der FDP und der Linken sowie auch einige Bibliothekare waren nach Chemnitz gekommen, um über das Thema »Nachlässe – Neue Wege der Überlieferung im Verbund« zu debattieren.

Nach Begrüßungs- und einführenden Worten des Fachgruppenvorsitzenden Dr. Clemens Rehm und der Direktorin des Sächsischen Staatsarchivs, Dr. Andrea Wettmann, stellte Abteilungsleiter Raymond Plache kurz das Haus vor und freute sich, trotz noch laufenden Umzugs die Veranstaltung ausrichten zu können.

Danach referierten Dr. Angela Keller-Kühne vom Archiv für Christlich-Demokratische Politik und anschließend Dr. Andreas Pilger vom Landesarchiv NRW über die Chancen und Grenzen einer Überlieferungsbildung im Verbund bei Nachlässen und gingen dabei auf die Diskussion im VdA-Arbeitskreis »Archivische Bewertung« ein. Dr. Hermann Niebuhr, ebenfalls Landesarchiv NRW, erörterte, ob die Unteilbarkeit von Nachlässen ein hinderliches Dogma sei.

Nach der Mittagspause führten Vertreter der verschiedenen Archivsparten ihre Sicht auf Möglichkeiten aus, Nachlässe im Verbund zu überliefern. Dabei sprach sich Dr. Gisela Fleckenstein vom Historischen Archiv der Stadt Köln grundsätzlich für die Unteilbarkeit von Nachlässen aus, was im Plenum angeregt diskutiert wurde. Dr. Eva Rödel vom Staatsarchiv Darmstadt sprach über die Schwierigkeiten bei der Akquise von Nachlässen von Ministern und Ministerpräsidenten und der immer wieder entstehenden Konkurrenz zu den Parteiarchiven. Dies blieb von Prof. Dr. Ewald Grothe vom Archiv des Liberalismus nicht unbeantwortet. Diskutiert wurde insbesondere über das Problem mit dem Umgang mit Handakten von Politikern, die häufig sowohl Schriftgut aus deren Arbeit als Staatsdiener als auch als Parteifunktionär enthielten. Generell votierten die Vertreter der verschiedenen Archivsparten für eine Versachlichung der Diskussion und für eine größere Abstimmung und Zusammenarbeit.

Danach ging Dr. Jens Blecher vom Universitätsarchiv Leipzig auf die Probleme der Universitätsarchive ein. Abschließend stellte Dr. Thekla Kluttig vom Staatsarchiv Leipzig drei Online-Nachweissysteme für Nachlässe vor.

Nach der Tagung lud Abteilungsleiter Raymond Plache Interessierte zu einer spontanen Hausführung ein – ein Angebot, das von vielen gerne angenommen wurde.

Ein ausführlicher Tagungsband wird vom VdA herausgegeben werden.

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