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»Umsonst ist der Tod ...«

25.08.2014

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Sammelindulgenz für die Kreuzkapelle bei Leipzig, 12. Juni 1493 (aus: SächsStA-D, 10001 Ältere Urkunden, Nr. 8994)
(©Sächsisches Staatsarchiv)

... eine gute Ausstellung hingegen nicht – wie die wegen großen Interesses gerade verlängerte Schau im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig, die unter anderem ein wertvolles Exponat aus dem Hauptstaatsarchiv Dresden zeigt.

Unter dem spannenden Motto »Umsonst ist der Tod« widmet sich die erfolgreiche Präsentation den Thema »Alltag und Frömmigkeit am Vorabend der Reformation« in Mitteldeutschland. Bereits im letzten Jahr wurde sie in Mühlhausen gezeigt, und vom 6. November 2014 bis 15. Februar 2015 wird sie im Kulturhistorischen Museum Magdeburg zu sehen sein. Die aktuelle Station im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig wurde gerade bis zum 21. September 2014 verlängert.

Hier ist auch ein prachtvolles Archivale aus dem Hauptstaatsarchiv Dresden zu sehen, das einen der populärsten Aspekte der spätmittelalterlichen Frömmigkeitspraxis illustriert: Es ist ein sogenannter Sammelablass, den acht Kardinäle am 12. Juni 1493 für die Heiligkreuzkapelle in Ölschwitz, eine schon damals wüst gefallene Siedlung im Gebiet zwischen Leipzig-Connewitz und Probstheida, ausgestellt haben. Die Urkunde gewährt den Besuchern der Kirche, die für ihren baulichen Unterhalt spendeten, an verschiedenen Feiertagen den Erlass von jeweils 100 Tagen ihrer zeitlichen Sündenstrafen. Sie ist einer der zahllosen Belege dafür, dass der »Markt« für kirchliche Indulgenzen in den Jahren um 1500 ein reichhaltiges Angebot bereit hielt. Dies spricht zugleich für eine hohe Nachfrage nach Ablässen, die der gläubige Christ in den Jahren um 1500 allerorten erwerben konnte. Sie ist einer der Gründe dafür, warum Luthers ablasskritische Thesen von 1517 eine derart große Sprengwirkung entfalten konnten.

Das Sächsische Staatsarchiv stellt Jahr für Jahr zahlreiche Schaustücke aus seinen Magazinen für nationale und internationale Ausstellungen zur Verfügung und trägt damit zu deren Erfolg bei.

Über den Download kann die vergrößerte Version der Abbildung aufgerufen werden.

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