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Von Luther bis Lauchstädt

28.05.2015

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Hauptstaatsarchiv Dresden
(©Sächsisches Staatsarchiv / Foto: Jörg Schöner, Dresden)

Rekord! Elf Museen in- und außerhalb Sachsens zeigen Leihgaben aus dem Staatsarchiv.

Regelmäßig stehen sie im Blickpunkt nationaler und internationaler Museumsschauen – nun ist eine Re­kordmarke gebrochen: Historische Dokumente aus dem Bestand des Sächsischen Staats­archivs werden 2015 voraussichtlich in elf großen Ausstellungen als Leihgaben zu bewundern  sein. Allein das Hauptstaatsarchiv Dresden betreut derzeit 10 Leihnehmer. Bislang wurden insgesamt über 90 Exponate angefragt. »Unsere Archivalien sind ein Schatz, der Jahr für Jahr zahlreiche Aus­stellungsevents bereichert, aber so eine Nachfrage hatten wir noch nie«, stellt die Direktorin des Staatsarchivs, Dr. Andrea Wettmann, fest. »Die wachsende Zahl von Leihgesuchen zeigt, dass wir über die Zusam­men­arbeit mit Museen einen wichtigen Beitrag zur historischen Erinnerungs­kultur in- und außerhalb Sachsens leisten können. Das freut uns sehr, stellt für unsere Ar­chivare und Re­stauratoren aber auch eine besondere Herausforderung dar. Daher erproben wir zurzeit auch neue Formen der Kooperation mit sächsischen Museen«.

Neben der gerade eröffneten 1. Nationalen Sonderausstellung zum Reformationsjubiläum in Torgau (»Luther und die Fürsten«) sind Archivalien des Staatsarchivs in den kommenden Monaten im Stadt­geschichtlichen Museum Leipzig (»1015. Leipzig von Anfang an«), im Leipziger Museum für Druck­kunst  („LEIPZIG beeinDRUCKT – 500 Jahre Druck- und Verlagsstandort“), im Antikenmuseum Leipzig der Universität Leipzig, in den Schlössern Pillnitz und Nossen und in Merseburg – hier sogar in gleich zwei Schauen – zu sehen. Im Juni eröffnet die Landesausstellung Sachsen-Anhalt über Lukas Cranach den Älteren unter anderem mit Leihgaben aus dem Haupt­staatsarchiv, im August die Jubiläumsschau »1000 Jahre Kaiserdom Merseburg«, für November ist eine Aus­leihe von Archivalien für eine spektakuläre Präsentation im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle vorgesehen.

Das Spektrum der archivischen Exponate umfasst Einzelstücke von weltgeschichtlicher Be­deutung wie die im Haupt­­­staatsarchiv Dresden verwahrte Bannandrohungsbulle gegen Martin Luther (Torgau) oder die einzige be­kannte Originalurkunde des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden († 1080), die in der Aus­stellung zum 1000­jährigen Domjubiläum in Merseburg zu sehen sein wird. Schloss Pillnitz zeigt den Friedensvertrag von 1815, der die Teilung Sachsen besiegelte, das Leipziger Museum für Druckkunst wertvolle Dokumente aus der Über­lieferung Leipziger Verlage, die das Staatsarchiv Leipzig verwahrt. Eine der im Wortsinn »schillerndsten« Archivalien ist wohl jener Dresdner Aktenband aus dem 18. Jahrhundert mit Stoffproben für das Schloss in Lauchstädt, der aktuell in der Jahres­ausstellung der Historischen Kuranlagen Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) zu sehen ist.

Bannandrohungsbulle gegen Martin Luther

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