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Vortragsankündigung: »Sächsischer Eigensinn und SED«

15.03.2018

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Eingang Hauptstaatsarchiv Dresden
(©Sächsisches Staatsarchiv / Foto: Jörg Schöner)

In einer Kooperationsveranstaltung des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. und dem Sächsischen Staatsarchiv spricht Daniel Fischer M. Ed. über die Ambivalenz zwischen Stadt und Staat in Sachsen anhand der DDR-Stadtjubiläen.

Stadtjubiläen auf dem Territorium des 1952 aufgelösten Landes Sachsen balancierten oft zwischen staatlich verordneter Jubiläumskultur und dem Selbstverständnis lokaler Akteure. Als Brenngläser der gesellschaftlichen Verfasstheit der DDR lässt sich an ihnen das ambivalente Verhältnis von Stadt und Staat gut ablesen. So waren die 750-Jahrfeier in Dresden 1956 sowie die 800-Jahrfeiern in Karl-Marx-Stadt und Leipzig 1965 herausragende urbane Großereignisse in der DDR. Sie wurden aufwendig inszeniert und von regem Zuspruch seitens der örtlichen Bevölkerung begleitet. Derartige Jubiläen wurden aber nicht nur in den Hauptstädten der sächsischen Bezirke begangen. Auch zahlreiche Klein- und Kleinststädte feierten zwischen 1949 und 1990 die zyklische Wiederkehr eines – mal mehr, mal weniger fundierten – Fixpunktes der städtischen Eigengeschichte, um die Stärken der Vergangenheit, der Gegenwart und einer erhofften Zukunft zu beschwören. Fallbeispiele rund um Stadtjubiläen der 50er und 60er Jahre von Neugersdorf bis Leipzig thematisieren lokale Eigensinnigkeiten, SED-Stadtpolitik und die Kultur urbaner Selbstdarstellung.

Der Eintritt ist kostenlos.

Ort: Hauptstaatsarchiv Dresden, Vortragssaal, Archivstraße 14

Datum: Dienstag, den 20. März 2018

Uhrzeit: 17.30 Uhr

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