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Beständeübersicht

Bestand

20428 Rittergut Kesselshain (Patrimonialgericht)

Datierung1700 - 1855
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)2,42
Geschichte des Rittergutes Kesselshain
Das nördlich von Borna gelegene Kesselshain wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal erwähnt. Ursprünglich war das dortige Rittergut in zwei Teile geteilt. Der hintere Teil hatte beim Verkauf im Jahr 1687 an Heinrich von Einsiedel einen Wert von über 7.000 Gulden. Nachdem Hans Haubold von Einsiedel 1704 diesen Teil erworben hatte, verband er mit dem Kauf des vorderen Teils für 10.000 Gulden im Jahre 1711 beide Teile. Zum vorderen Teil gehörten auch die Untertanen in Eula sowie das Patronatsrecht über die Kirche und Schule zu Eula und Thierbach. 1783 erwarb Caroline Elisabeth von Winckler geb. Funckler (später verh. von Altrock) das Gut. Auf ihren Antrag hin wurde das Mannlehngut Kesselshain 1785 in ein Allodialgut umgewandelt. 1822 wurde Wilhelm Heinrich Martin, Bürger in Penig und Bauer in Altmörbitz, Besitzer von Kesselshain. 1864 kaufte die Stadt Borna das Rittergut, mit deren Stadtbezirk der bis dahin selbständige Gutsbezirk im Jahr 1921 vereinigt wurde. [01]

Das Rittergut Kesselshain besaß die Gerichtsbarkeit über Eula (bei Borna) und Kesselshain. Die Gerichtsbarkeit des Ritterguts ging am 26. Oktober 1855 auf das Königliche Landgericht Borna über.

Bestandsgeschichte und –bearbeitung
Der Bestand ist vom damaligen Landeshauptarchiv Dresden in das Staatsarchiv Leipzig gelangt und aus den Lagerungsgemeinschaften AG Borna/AH Borna gebildet worden. Die Unterlagen wurden 1965 in einer Findkartei verzeichnet (Nr. 1 – 94). Die Nr. 8, 10, 17, 22 und 93 wurden 1999 bei einer Provenienzprüfung herausgelöst.
Im Zuge der Bearbeitung 2013 wurden 17 Akten (Nr. 3-4, 7, 14, 23, 33, 69 – 75, 77-79 und 82) mit der Provenienz Pfarrdotalgericht Eula herausgelöst und zu einem eigenen Bestand formiert. Fünf Akten (5, 30, 67-68, 76) waren auf Grund ihrer Provenienz Pfarrdotalgericht Witznitz herauszulösen und dort hinzufügen. Eine Akte (Nr. 95) ist aus dem Bestand 20562 Rittergut Thierbach (bei Borna) hinzugekommen.
Der Bestand wurde im März 2013 erschlossen. Die Erschließung orientierte sich an der Erschließungsrichtlinie des StA. Unter Verwendung des Formulars StA-Sachakten wurde vorwiegend einfach verzeichnet. Für die Ordnung des Bestandes fand das Ordnungsmodell für Rittergüter Anwendung. Kassationen wurden nicht durchgeführt. Die Erschließung orientierte sich an der Findkartei von 1965, die Angaben wurden aber für jede Akte überprüft, ggf. korrigiert bzw. erweitert. Es entstand ein Register der Orts- und Personennamen. Die im Bestand 12613 Gerichtsbücher befindlichen acht Gerichtsbücher des Rittergutes Kesselshain wurden virtuell erfasst.
Überlieferungsschwerpunkte
Der Schwerpunkt der Überlieferung liegt bei den Gerichtsprotokollen, den Nachlass- und Grundstücksangelegenheiten.
Hinweise zur Benutzung
Die Erfassung erfolgte mit der Archivsoftware AUGIAS 8.3, mit der auch das Orts- und Personenregister erstellt wurde. Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: StA-L, 20428, RG Kesselshain, Nr. (fettgedruckte Zahl).

Verweise auf korrespondierende Bestände
12613
Gerichtsbücher (StA-D)
20006
Amt Borna
20058
Königliches Landgericht Borna
22315
Pfarrdotalgericht Eula
22316
Pfarrdotalgericht Witznitz


Volker Jäger
März 2013

Besitzer des Rittergutes Kesselshain [02]

bis 1687
Paul und Johann Ernst Martini (hinterer Teil)
1687
Heinrich von Einsiedel (hinterer Teil)
1704
Hans Haubold von Einsiedel (hinterer Teil)
bis 1709
Georg Albrecht von Schauroth (vorderer Teil)
1709
Georg Abraham von Schauroth (vorderer Teil)
1711
Hans Haubold von Einsiedel (vorderer Teil)
1720
Heinrich von Einsiedel
1783
Caroline Elisabeth Winckler geb. Funckler
1788
Ernst Friedrich von Altrock

Ernst Georg Friedrich von Altrock
1822
Wilhelm Heinrich Martin
1864
Stadt Borna



[01] H. J. von Einsiedel, Besitzerreihe von Einsiedel, Hannover 1962 (Dienstbibl., A 7549); 20025 Amtshauptmannschaft Borna, 321.
[02] H. J. von Einsiedel, Besitzerreihe von Einsiedel, Hannover 1962 (Dienstbibl., A 7549); 20006 Amt Borna, 1316, 1292.
Gerichtsbücher.- Gerichtsprotokolle.- Strafgerichtsbarkeit.- Zivilgerichtsbarkeit.- Freiwillige Gerichtsbarkeit.- Lokalverwaltung.- Kirchen- und Schulangelegenheiten.- Einziehung landesherrlicher Steuern.- Grundherrlich-bäuerliche Verhältnisse.
Das Rittergut Kesselshain bestand ursprünglich aus zwei Teilen, dem vorderen und dem hinteren Teil. Seit 1711 waren beide verbunden. Zu den Besitzern seit dem 17. Jahrhundert gehörten die Familien Martini, von Einsiedel, von Schauroth, von Altrock und Martin. Die dem Rittergut zustehende Patrimonialgerichtsbarkeit ging am 26. Oktober 1855 an das Königliche Landgericht Borna. 1864 kaufte die Stadt Borna das Rittergut.
  • 2013 | Findbuch / Datenbank
  • 2020-12-17 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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