Hauptinhalt

Beständeübersicht

Bestand

40120 VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz (Erzgebirge) und Vorgängerbetriebe

Datierung1913 - 1983
Benutzung im Bergarchiv Freiberg
Umfang (nur lfm)22,85
Geschichte des Registraturbildners



Der VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz entstand zum 1. Januar 1960 durch den Zusammenschluss des VEB Steinkohlenwerk "Deutschland" und des VEB Steinkohlenwerk "Karl Liebknecht". Zu dieser Zeit verfügte das Werk noch über drei Förderschächte sowie neun Material-, Seilfahrts- und Wetterschächte. Eine untertägige Förderverbindung zwischen beiden Grubenbetrieben wurde erst 1961 hergestellt. Es wurden zu dieser Zeit noch ca. 10.000 Bergarbeiter beschäftigt. Beim Karl-Liebknecht-Schacht beschränkten sich die Kohlenvorräte auf bergreiche sowie tektonisch stark beanspruchte Restflächen, bei der Abteilung Deutschland überwiegend auf die Sicherheitspfeiler der Deutschland- und Albert-Funk-Schächte. 1965/66 wurde die Förderung der Betriebsabteilung Deutschland beim Karl-Liebknecht-Schacht angebunden, wodurch die verbrauchte Aufbereitungsanlage der Abteilung Deutschland stillgelegt und abgerissen werden konnte. Die schlechte Situation der Steinkohlenindustrie der DDR veranlasste die Regierung am 21.12.1967 mithilfe eines Beschlusses die Steinkohlenförderung schrittweise bis Mitte des Jahres 1970 einzustellen. Die Förderung beim VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz wurde 1971 somit beendet. Die Verwahrungsarbeiten waren jedoch erst 1975 abgeschlossen.Bestandsgeschichte und -bearbeitung



Die in diesem Bestand zusammengeführten Unterlagen wurden im Zuge von Beständebereinigungen und -bewertungen der Abgabegemeinschaft VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz in den Jahren 2002 bis 2019 entnommen. Diese und weitere Unterlagen sind vermutlich 1997/1998 von der Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksanlagen mbH (GVV), Bergwerk Zwickau, in deren Archiv die Rissunterlagen nach Ende der Verwahrungsarbeiten z.T. gelangt sind, an das Bergarchiv Freiberg abgegeben worden.

Bei dem Archiv der GVV handelte es sich um das Technisch-Historische Archiv der ehemaligen EStEG als Nachfolgebetrieb des VEB Steinkohlenkokereien August Bebel, deren Räumlichkeiten sich in der Äußeren Schneeberger Str. 100 in Zwickau befanden. Das Technisch-Historische Archiv fungierte als Unternehmens- und Steinkohlenarchiv aller in der DDR tätigen Steinkohlenbergbauunternehmen, deren wirtschaftsleitender Organe sowie aller Rechtsvorgänger. Die bis in die 40er Jahre des 19. Jahrhunderts zurückreichende Überlieferung umfasst insbesondere Unterlagen der VVB Steinkohle, der Steinkohlenwerke des Zwickauer Reviers August Bebel, Martin Hoop und Karl Marx, des Steinkohlenwerkes Oelsnitz, des Steinkohlenwerkes Willi Agatz (Freital), des Steinkohlenwerkes Plötz (Sachsen-Anhalt) sowie der Steinkohlenunternehmen des 19. und 20. Jahrhunderts vornehmlich des Zwickauer und Lugau-Oelsnitzer Reviers. Zum 1. Januar 1995 wurde auf Entscheid der Treuhandanstalt Berlin neben dem Bereich Kokerei/Sanierung und dem Sozialarchiv auch das Technisch-Historische Archiv aus der EStEG ausgegliedert und - unter Beibehaltung o.g. Räumlichkeiten - in die GVV übertragen.

Die Rissunterlagen des Bestandes VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz einschließlich des zugehörigen Rissverzeichnisses zum Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier wurden zum größten Teil 1973 durch die Gruppenmarkscheiderei des Steinkohlenwerkes Oelsnitz dem damaligen Historischen Staatsarchiv Freiberg übergeben. Da ausgewählte Risse bis zum Abschluss der Verwahrung des Steinkohlenwerkes Oelsnitz noch benötigt wurden, konnte das Zulegerisswerk nicht vollständig übergeben werden. Darüber hinaus hat das Steinkohlenwerk Oelsnitz aber auch dem 1986 eröffneten Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge Riss- und Zeichnungsunterlagen übergeben, welche 2003 dem Bergarchiv Freiberg überreicht wurden.



Akten



Die Abgabegemeinschaft wurde zunächst über ein Abgabeverzeichnis benutzt. Im Jahr 2004 wurde damit begonnen, sie aufzulösen und die Akten den Beständen zuzuordnen, denen sie nach ihrer Provenienz zugehören. Die Erschließungsarbeiten wurden von Frau Reichel im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und Frau Schulz im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung durchgeführt. Diese Arbeiten wurden im Jahr 2008 von Frau Schulz und 2016 von Frau Wenzel fortgesetzt und schließlich 2019 von Frau Kummer und Frau Liebscher beendet.



Risse



Der Bewertung der Riss- und Zeichnungsunterlagen wurden die Kriterien der Überlieferung des für die Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenwerke Charakteristischen und des Besonderen zu Grunde gelegt. Konkret sind als archivwürdig in ihrer Gesamtheit die Urrisse und die Übersichtsrisse sowie in Auswahl die alten Risswerke (der Steinkohlenwerke bis 1920/1945), die abgelegten Urrisse, die Arbeitsrisse, ferner technische Zeichnungen über zentrale, direkt mit dem Produktionsprozess zusammenhängende Technologie und besondere Rissunterlagen - i.d.R. inhaltlich und/oder formal interessante Darstellungen - eingestuft worden. Bei der Bewertung des alten Risswerkes wurden die General- und Übersichtsrisse für allgemein archivwürdig befunden; für die Flöz- und Grubenbau-/Grubenfeldrisse wurde eine Auswahl getroffen, die die wichtigsten Grubenfelder, Baue und Flöze jedes Steinkohlenwerkes berücksichtigt.

Im November 2002 begann durch Frau Regina Schulz im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung die Neuerschließung der als archivwürdig eingestuften Riss- und Zeichnungsunterlagen in der Datenbank AUGIAS-Archiv. Diese Arbeiten wurden von Oktober bis Anfang Dezember 2003 durch Herrn Frieder Münden ebenfalls im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung fortgesetzt und beendet.

Im Zuge der Neuverzeichnung erfolgte eine Provenienztrennung, die sich vorwiegend über den ausstellenden Betrieb definiert. Eine Ausnahme bilden die von der Gruppenmarkscheiderei Oelsnitz erstellten Risse, die unabhängig vom Entstehungsjahr dem vorliegenden Bestand zugeordnet wurden. Zudem wurden die Nachbringungsvermerke zwar aufgenommen, blieben aber wie auch die Ausnahmeregelung zu den Rissunterlagen der Gruppenmarkscheiderei Oelsnitz für die Bestandsbildung resp. Bestandsabgrenzung unberücksichtigt, wodurch sich die Differenz zwischen der Laufzeit des Bestandes und dem tatsächlichen Bestehen des Unternehmens erklärt. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, in den nachfolgenden Punkt "Korrespondierende Bestände" sowie in das Schema "Steinkohlenbergwerke in Sachsen - Revier Lugau-Oelsnitz" Einsicht zu nehmen. Da mit der Neuerschließung auch eine Neusignierung erfolgte, wurde dem Findbuch eine Konkordanz von alter zu neuer Archivsignatur beigefügt.

Insgesamt wurden in den vorliegenden Bestand 220 Riss- und Zeichnungseinheiten mit einer Laufzeit von 1956 - 1983 aufgenommen. Überlieferungsschwerpunkte



Inhaltliche Schwerpunkte der Aktenüberlieferung bildeten vor allem Unfallangelegenheiten sowie die Betriebssicherheit im VEB, aber auch Knappschaftsangelegenheiten.

Bei den Rissen hingegen handelte es sich hauptsächlich um Ur-, Arbeits- und Übersichtsrisse sowie Grubenbau- und Grubenfeldrisse.Hinweise zur Benutzung



Für die Einsichtnahme sind die Regelungen zum Datenschutz zu beachten. Es gelten die im § 10 Abs. 1 Satz 3 des Sächsischen Archivgesetzes festgelegten Schutzfristen. Aktentitel mit personenbezogenen Daten und laufenden Schutzfristen sind in der Online-Version des Findbuchs nicht einsehbar.Korrespondierende Bestände



40069 |-----||-----|Bergbehörde Freiberg

40070|-----||-----|Bergbehörde Karl-Marx-Stadt

40072|-----||-----|Bergbehörde Zwickau

40109|-----||-----|Gewerkschaft Deutschland, Oelsnitz/Erzgebirge

40110|-----||-----|Gewerkschaft Gottes Segen Lugau

40116|-----||-----|VEB Steinkohlenwerk Deutschland Oelsnitz/Erzgebirge

40117|-----||-----|Steinkohlenbauvereine des Lugau-Oelsnitzer Reviers

40118|-----||-----|VEB Steinkohlenwerk Karl Liebknecht Literaturhinweise



Eine wissenschaftliche Aufbereitung der Geschichte des Bestandes VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz/Erzgebirge existiert nicht.



Vogel, Rolf: Das Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier, Hohenstein-Ernstthal 1994.

Erb, Andreas und Harring, Mona: Aus der Tiefe ans Licht - Bildmaterialien zur Geschichte des sächsischen Steinkohlenbergbaues, Halle/Saale, 2006.

Riedel, Andrea (im Auftrag des Bergbaumuseums Oelsnitz/Erzgebirge): Beiträge zur Regionalgeschichte des Steinkohlenbergbaus in Sachsen - Band 2 "Umprofilierung des Sächsischen Steinkohlenbergbaus", Hohenstein-Ernstthal, 2006.Freiberg,

Dezember 2003 M. Harring (Risse)

Dezember 2005 M. Harring/ A. Erb

März 2009 C. Heitmann

Februar 2019 E. Kummer/M. Liebscher
Akten: Rechtsabteilung.- Grundbucheintragungen.- Soziales.- Bergschäden.- Eisenbahnen.- Direktorenfonds.- Bewetterung.- Anlagen.- Unfallbücher.- Inspektor für Arbeitsschutz und Technische Sicherheit.- Schulungen.- Wetterführung.- Knappschaftsbücher.- Betriebszeitungen.- Verwahrung von Schächten und Halden.- Winkel-, Zug- und Längenmessbücher.- Koordinatenberechnungen.- Diplomarbeiten.
Risse: Generalia.- Grund- und Seigerrisse, Urrisse.- Flach- und Spezialrisse.- Tagegegenden, Lagepläne, Übersichtspläne und -risse, Flurkarten.- Maschinen, Anlagen, Werkzeug und Geräte.- Gebäude.- Grafische und bildliche Darstellungen, Diagramme.
Winkel-, Zug- und Längenmessbücher.- Diplomarbeiten.
Der VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz entstand zum 1. Januar 1960 durch den Zusammenschluss des VEB Steinkohlenwerk Deutschland und des VEB Steinkohlenwerk Karl Liebknecht. Zu dieser Zeit verfügte das Werk noch über drei Förderschächte sowie neun Material-, Seilfahrts- und Wetterschächte. Eine untertägige Förderverbindung zwischen beiden Grubenbetrieben wurde erst 1961 hergestellt. Beim Karl-Liebknecht-Schacht beschränkten sich die Kohlenvorräte auf bergereiche sowie tektonisch stark beanspruchte Restflächen, bei der Abteilung Deutschland überwiegend auf die Sicherheitspfeiler der Deutschland- und Albert-Funk-Schächte. 1965/66 wurde die Förderung der Betriebsabteilung Deutschland beim Karl-Liebknecht-Schacht angebunden, wodurch die verbrauchte Aufbereitungsanlage der Abteilung Deutschland stillgelegt und abgerissen werden konnte. Im Zuge eines Ministerratsbeschlusses vom Dezember 1967 wurde die Kohlenförderung beim VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz 1971 eingestellt, die Verwahrungsarbeiten waren 1975 abgeschlossen.
  • 2003 | Findbuch/Datenbank (Risse)
  • 2019 | Findbuch/Datenbank (Akten)
  • 2020-09-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
Sitemap-XML zurück zum Seitenanfang