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Beständeübersicht

Bestand

21854 Genealogischer Nachlass Erich Gritzner

Datierung20. Jahrhundert
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)0,30
Zur Biografie von Erich Gritzner

Erich Gritzners berufliche Laufbahn und seine wissenschaftlichen Neigungen wurden stark durch die Persönlichkeit seines Vaters Adolf Maximilian Ferdinand Gritzner, Rechtsanwalt, Kanzleirat, Bibliothekar im Kgl. Preußischen Ministerium des Innern sowie bedeutender Heraldiker (1842 – 1902) bestimmt. Gritzner wurde am 7. April 1874 in Berlin (Matthäi-Kirche) geboren. Von 1897 bis 1900 studierte er Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Leipzig, wo er sich dem Verein für Geschichte und geschichtliche Hilfswissenschaften an der Universität Roter Löwe anschloss. Bereits sein Vater hatte diesem Verein als Ehrenmitglied angehört.
Nach seiner Promotion zum Dr. phil. 1901 in Leipzig unternahm Gritzner in den Jahren 1901 und 1902 genealogische und heraldische Forschungen in verschiedenen Archiven und Bibliotheken Nordwest- und Süddeutschlands sowie Österreichs und publizierte im Werk zum Neuen Siebmacher den Band 7, Berufswappen und die Siegel der deutschen Universitäten. Von 1903 bis 1907 wirkte er als wissenschaftlicher Angestellter am damaligen Großherzoglichen Geheimen Haupt- und Staatsarchiv sowie Sachsen-Ernestinischen Gesamtarchiv in Weimar, 1907 und 1908 als Archivassistent im Kaiserlichen Bezirksarchiv zu Metz. Anschließend war Gritzner bis 1911 wieder in Weimar tätig. Ab 1911 fungierte er als Kommissar für Adelsfragen im Ministerium des Innern zu Dresden und ordentliches Mitglied des Ausschusses für Adelsfragen. Am 8. Januar 1918 wurde Gritzner zum Heroldsmeister ernannt.
Zu seiner Lebensaufgabe wurde ab November 1918 die Geschäftsführung der Sächsischen Stiftung für Familienforschung (bestand von 1911 bis 1949), deren wertvolle Bestände bei der Zerstörung Dresdens im Februar 1945 nahezu vollständig vernichtet wurden. Bereits seine Promotionsschrift beinhaltete ein heraldisches Thema, weitere Veröffentlichungen folgten in der Geschichte des Roten Löwen sowie in der Zeitschrift Mitteilungen des Roland, insbesondere Arbeiten über die Sächsische Stiftung für Familienforschung und deren Wappenrolle. In den Lebensjahren nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu seinem Tod 1963 war Gritzner bestrebt, die verlorenen Unterlagen aus den verbliebenen Quellen zu rekonstruieren. Seine am 19.10.1918 in Sagan geschlossene Ehe mit Irene Wilgenroth blieb kinderlos.

Bestandsgeschichte und -bearbeitung

Informationen über die Übergabe des genealogischen Nachlasses Erich Gritzner an die Zentralstelle für Genealogie in der DDR liegen nicht vor, so dass auch keine Aussagen über die abgebende Person oder Stelle möglich sind. Der Bestand erhielt zunächst die Signatur NL 71. Im November und Dezember 1998 erfolgte die Erschließung des Bestandes mit Erstellung des vorliegenden Findbuches. Hierbei wurde die Archivsoftware Augias 8.2 verwendet. Es wurde eine vertiefte Verzeichnung mit umfassenden Enthält-Vermerken durchgeführt. Eine Systematik für genealogische Nachlässe fand Anwendung, wobei die Sortierung innerhalb der Ordnungsgruppen nach thematischen bzw. chronologischen Gesichtspunkten erfolgte.
Zu einem früheren Zeitpunkt wurde bereits eine Reinigung, Entmetallisierung, Etikettierung und Verpackung des Bestandes durchgeführt. 2014 wurde das Findbuch überarbeitet und für die online-Stellung vorbereitet.

Überlieferungsschwerpunkte

Der Bestand umfasst mit einem Umfang von 0,3 lfm vornehmlich Schriftgut aus der Zeit 1946 bis 1954. Einen Schwerpunkt bilden Arbeiten und Korrespondenzen zur Familie von Roda sowie eine Zettelsammlung mit Todesanzeigen aus Dresdner Zeitungen um 1950. Besonders interessant ist auch die Kartei sächsischer Adelsfamilien mit den dazugehörigen Ortsnachweisungen.

Korrespondierende Bestände

Korrespondierende Bestände sind der mit 1 lfm sowie 89 Urkunden erhalten gebliebene Restbestand der Sächsischen Stiftung für Familienforschung sowie der Teilnachlass Erich Gritzner mit 0,87 lfm im Sächsischen Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden.

Hinweise zur Benutzung

Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: StA-L, 21854, Genealogischer Nachlass Erich Gritzner, Nr. (fettgedruckte Zahl).

Literatur

- Deutsches Geschlechterbuch Band 33, Görlitz 1920, S. 131 – 181, SD. 505 – 518.
- Die Sächsische Stiftung für Familienforschung in Dresden, ihre Geschichte und Aufgaben. In: Mitteilungen des Roland, Jg. 1936, S. 13.
- Die Wappenrolle der Sächsischen Stiftung für Familienforschung in Dresden. In: Mitteilungen des Roland, Jg. 1937, S. 9.
- Wensch, Kurt, Erich Gritzner zum Gedenken. In: Mitteldeutsche Familienkunde, Jg. 6 (1965), S. 209 – 213 (mit Porträtaufnahme).

Normdaten zu Erich Gritzner: GND: 13758864X (PICA, AKS) | LCCN: no2013038599 | VIAF: 81760845 | Wikipedia-Personensuche.

Normdaten zu Maximilian Gritzner: GND: 117563587 (PICA, AKS) | LCCN: n80122689 | VIAF: 37696950 | Wikipedia-Personensuche.

Hans-Jürgen Voigt

Dezember 1998

Martina Wermes

Juli 2014
Ahnentafeln.- Stammtafeln.- Familiengeschichten, u. a. zur Familie von Roda.
Erich Gritzner führte Auftragsforschungen durch. Die Ergebnisse beziehen sich auf den Zeitraum 16. - 20. Jahrhundert.
Vgl. Bestand 12687, Nachlass Erich Gritzner, im Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden.
  • 1998 | Findbuch / Datenbank
  • 2024-02-13 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.5
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