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Beständeübersicht

Bestand

21000 Leipziger Messeamt (II)

Datierung1939 - 1987
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)54,90
Zur Geschichte des Leipziger Messeamtes nach 1945
Auf der Grundlage eines Befehls des Sowjetischen Stadtkommandanten erließ die Leipziger Stadtverwaltung am 6. August 1945 eine Verordnung, wonach die Leipziger Messe reaktiviert werden sollte.[01] Die Aufsichtsführung über das Leipziger Messeamt (LMA) als Körperschaft des öffentlichen Rechts oblag nun der neu gebildeten Landesverwaltung Sachsen (Verwaltung, später Ministerium für Wirtschaft und Arbeit). Diese übertrug im September 1945 dem Diplomkaufmann Walter Seidel aus Dresden die kommissarische Leitung des LMA (als ehrenamtlicher Direktor).[02] Das im Oktober 1940 in Reichsmesseamt umbenannte Leipziger Messeamt bekam seine ursprüngliche Bezeichnung zurück und sein Personal wurde bis 1946 entnazifiziert. Den Vorsitz des Verwaltungsrates des LMA hatte vom Herbst 1945 bis zu seinem Tod im Jahr 1949 der Leipziger Oberbürgermeister Dr. Erich Zeigner inne. Dem LMA waren in den ersten Nachkriegsjahren noch die Leipziger Messe- und Ausstellungs-Aktiengesellschaft, die Leipziger Messeamts-Verlag GmbH und das Reisebüro Leipziger Messeamt GmbH angeschlossen. Mit Zustimmung der sowjetischen Besatzungsbehörden organisierte das LMA im Oktober 1945 zunächst eine "Musterschau Leipziger Erzeugnisse". Mit der Beteiligung von 751 regionalen Industriebetrieben und fast 90.000 Besuchern war diese Musterschau als gelungener Auftakt für die nachfolgenden Mustermessen unter den schwierigen Bedingungen der stark kriegsgeschädigten Stadt anzusehen, wovon auch die Messehäuser in der Innenstadt und besonders das Gelände der Technischen Messe betroffen war.[03] Im Mai 1946 fand auf Befehl der Sowjetischen Militärverwaltung wieder eine reguläre Frühjahrsmesse statt, die als "1. Friedensmesse" bezeichnet wurde und ganz im Zeichen des Wieder- und Neuaufbaus der Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg stand. Fortan sind mit einigen Unterbrechungen (Herbstmesse 1946 und Frühjahrsmessen 1952 bis 1954 entfielen) regelmäßig Frühjahrs- und Herbstmessen mit wachsender in- und ausländischer Beteiligung durchgeführt worden. In dieser Zeit fanden wiederholt Umstrukturierungen in Aufbau und Organisation des LMA statt. Das vor 1945 bestehende Amt eines Präsidenten wurde nicht wieder besetzt. Im Mai 1949 wurde das LMA der Deutschen Wirtschaftskommission in Berlin unterstellt und wechselte damit aus der Landesträgerschaft in eine zentrale Unterstellung.[04] Bis 1951 wurde das LMA von einem Hauptgeschäftsführer (Dr. Kurt Pröpper) mit zwei Stellvertretern (zunächst Paul Voss und Dr. Herbert Hengst) geleitet und gliederte sich in mehrere Direktionsbereiche mit unterschiedlichen Aufgabenfeldern (Verwaltung, Aussteller, Verkehr, Presse und Werbung). Am 29. Juli 1949 setzte das LMA mit Genehmigung der Deutschen Wirtschaftskommission in Berlin eine neue "Ordnung der Leipziger Messe" in Kraft, in der die Grundlagen der Messeorganisation und das Messegeschäft sowie die Rechte und Pflichten der Einkäufer und Aussteller geregelt waren.[05] Am 30. November 1950 wurde das LMA per Verordnung der Regierung der DDR von einer Körperschaft öffentlichen Rechts in einen volkseigenen Betrieb mit dem Status einer Anstalt öffentlichen Rechts umgewandelt und unterstand der Aufsicht des Ministeriums für Außenhandel und Innerdeutschen Handel (MAI).[06] In der darauf basierenden "Satzung des volkseigenen Unternehmens Leipziger Messeamt" vom 23. Dezember 1950 wurden Funktion, Organisation, Befugnisse und Aufgaben des LMA näher bestimmt. Danach sollte die Leitung des LMA künftig aus einem Hauptgeschäftsführer und vier Geschäftsführern bestehen, die vom MAI berufen und abberufen wurden. Die Struktur- und Stellenpläne sowie die zu erlassende Geschäftsordnung des LMA bedurften der Bestätigung durch das MAI. Außerdem wurde beim LMA ein ehrenamtlicher Beirat als Beratungsorgan in allen grundsätzlichen Fragen der Messeorganisation eingerichtet.[07] Damit wurden die Kompetenzen und Handlungsspielräume des LMA deutlich eingeengt und unterlagen für die nächsten Jahrzehnte einer zentralistischen Aufsicht und Kontrolle. In der Folge kündigte der bisherige Hauptgeschäftsführer des LMA Dr. Pröpper im September 1951 und wechselte zur Leitung der Hannover Messe; offiziell wurde er "wegen groben Vertrauensbruches fristlos entlassen".[08] Ab Oktober 1951 war Erich Schubert neuer Hauptgeschäftsführer des LMA, bevor am 15. Januar 1954 der bisherige Chefredakteur der Zeitschrift "Leipziger Messe", Rolf Lemser, zum Direktor des LMA berufen wurde. Mit Verordnung der Regierung der DDR vom 20. August 1953 erfolgte die Umwandlung des LMA als Anstalt öffentlichen Rechts in einen VEB nach dem Prinzip der wirtschaftlichen Rechnungsführung der volkseigenen Wirtschaft, der nun der Aufsicht der Kammer für Außenhandel unterstand.[09] Ende 1956 waren beim LMA über 500 Beschäftigte (ohne saisonale Aushilfskräfte) in vier Direktionsbereichen (G I bis G IV) beschäftigt, denen jeweils spezialisierte Abteilungen und Referate zugeordnet waren (vgl. Anlage). Die Hauptaufgabenfelder des LMA bestanden in der Planung, Organisation und Durchführung der Leipziger Messen einschließlich der damit verbundenen Dienstleistungen für Aussteller, Kunden, Ehrengäste und Besucher (u. a. Verkehrsverbindungen, Informationsmaterial, Messeguttransport, Unterbringung und Verpflegung, Messeausweise, Rahmenprogramm mit Messekonzerten und Messemodenschau). Weitere Aufgabenschwerpunkte des LMA bestanden in der Werbung und Popularisierung der Messe sowie der Verwaltung, Nutzung, Erhaltung, dem Aus- und Neubau von Ausstellungsgebäuden und -flächen. Zur Pflege und Entwicklung der Verbindungen zu den Ausstellern und Handelsorganisationen in aller Welt unterhielt das LMA neben einer Zweigstelle in Berlin über 160 Vertretungen bzw. Verbindungsstellen in fünf Kontinenten. Die Gesamtausstellungsfläche der Leipziger Messe erhöhte sich zwischen 1946 und 1960 von 26.350 qm auf 297.000 qm, die Zahl der Aussteller im gleichen Zeitraum von 2.770 auf 9.500.[10] Im November 1962 wurde die Funktion eines Generaldirektors des LMA eingerichtet, dessen erster Repräsentant Kurt Schmeißer wurde (bis 1971). Unter dessen Leitung fungierte der bisherige Direktor Lemser nun als Stellvertretender Generaldirektor. 1963 wurden die Messegoldmedaillen und Diplome für besonders innovative Exponate eingeführt und mit dem "Messehaus am Markt" ein attraktives neues Ausstellungsgebäude eingeweiht. Im Januar 1965 bezog das LMA ein neu errichtetes Verwaltungsgebäude im Leipziger Stadtzentrum (Markt 11/14). Spätestens in den 1960er Jahren entwickelte sich die Leipziger Messe zunehmend zu einer Universalmesse und der wichtigsten Drehscheibe des Ost-Westhandels in Europa und Übersee. Sie diente der DDR-Regierung allerdings auch als Schaufenster einer vermeintlichen Weltoffenheit und Bühne zur Präsentation der Erfolge des Sozialismus, während die westlichen Staaten die Leipziger Messe neben den durchaus bedeutenden Handelsbeziehungen und Wirtschaftskontakten eher als "Tür in der Mauer" ansahen.[11]

Bestandsgeschichte und -bearbeitung
Zwischen 1981 und dem ersten Halbjahr 1990 wurden schrittweise archivwürdige Unterlagen aus dem Zeitraum nach 1945 einschließlich der dazu im LMA angelegten maschinenschriftlichen Findkartei aus dem Verwaltungsarchiv des LMA in das Staatsarchiv Leipzig übernommen. Geplante und zugesicherte weitere Archivgutübergaben erfolgten im Zuge der gesellschaftlichen Umbrüche im Jahr 1990 seitens des LMA nicht mehr. Dadurch endet die Überlieferung von Akten und Fotos des LMA im StA-L bis auf wenige Ausnahmen bereits mit dem Jahr 1965 und bei den Druckschriften 1987. Der Gesamtumfang der übernommenen Unterlagen beläuft sich auf rund 32 lfm (davon ca. 7,5 lfm Druckschriften) sowie 27.095 Fotos. Hinzu kommen noch 11 großformatige Plakate und einzelne Archivalien, die nach 2000 vom Stadtarchiv Leipzig übergeben oder angekauft (Fotoalbum von Messehalle 10) wurden.
Vor der Retrokonversion der überlieferten Findkartei wurde im ersten Halbjahr 2013 eine Grobgliederung der Findkartei vorgenommen, da diese bislang vollständig fehlte. Im Ergebnis entstand eine an der Struktur und den Hauptaufgaben des LMA orientierte vorläufige Klassifikation. Außerdem wurde festgestellt, dass zahlreiche Verzeichnungsangaben auf den Karteikarten unzutreffend oder unvollständig waren. Daraufhin sind bereits in dieser Phase viele lücken- und fehlerhafte Aktentitel, Enthält-Vermerke und Datierungen auf der überlieferten Findkartei berichtigt und/oder ergänzt worden.
Die anschließende Retrokonversion der Findkartei zu den Akten und Druckschriften erfolgte im 3. Quartal 2013 durch die Werkvertragsnehmerin Sandra Miehlbradt. Die Verzeichnung erfolgte mit AUGIAS 8.3, wobei folgende Felder belegt wurden: laufende Nummer, Titelfeld, Datierung, Enthält-Vermerk(e), Darin-Vermerk, Bände und das Namensfeld. Ein Index wurde nicht erstellt. Die Verzeichnungsangaben von der der Findkartei einschließlich dort angebrachter Korrekturen und Ergänzungen wurden konvertiert und als Datensätze ins Augias-Archiv übertragen. Darüber hinaus notwendig erscheinende ergänzende oder zu korrigierende Erschließungsangaben erfolgten auf der Grundlage der Erschließungsrichtlinie des Sächsischen Staatsarchivs. Mehrfach sind nach Durchsicht der Akteneinheit weitere Enthält-Vermerke durch die Bearbeiterin ergänzt worden. Die Formulierungen in den Verzeichnungsangaben wurden redaktionell weitgehend einheitlich gestaltet und Aktentitel sprachlich angeglichen. Auf Grund der umfangreichen Erschließungsverbesserungen vor, während und nach der Eingabe (im Zuge der Endredaktion) wandelte sich die ursprünglich geplante Retrokonversion mit kleinen Korrekturen in vielen Fällen in eine Neuerschließung der Akten.
Zunächst wurden die Akten und danach die Druckschriften eingegeben. Akten mit zusammengehörigem Inhalt wurden zu Bänden zusammengefasst bzw. bereits angelegte Bandreihen wurden als solche in Augias-Archiv übertragen. Einige Bände sind fortlaufend weitergeführt worden, da die Findkartei unterschiedliche Vorgehensweisen der Bildungvon Bandreihen aufwies. Die überlieferten Signaturen wurden übernommen, zumal viele Archivalien bisher danach benutzt und entsprechend zitiert wurden. Die Hauptartikel der Zeitschriften "Leipziger Messe" bzw. "Leipziger Messe Journal" wurden im Enthält-Vermerk aufgenommen.
Unklare Begriffe und zweifelhafte Angaben wurden anhand der Akten geprüft und korrigiert. Bei kurzen Laufzeiten wurden die Monate ermittelt und angegeben. Abkürzungen wurden entschlüsselt, wobei gängige oder häufig wiederkehrende Abkürzungen wie DDR oder BGL im Enthält-Vermerk belassen und in ein Abkürzungsverzeichnis aufgenommen wurden. Im Darin-Vermerk sind die in den Akten des LMA enthaltenen Druckschriften, Pläne und Fotos summarisch erfasst worden, sofern diese bei der Vorabredaktion oder im Zuge der Retrokonversion ermittelt wurden. Fünf Akten zur Leipziger Messe während der Kriegsjahre 1942 bis 1945 wurden dem Bestand 20202 Leipziger Messeamt (I) zugeordnet. Identische Doppelstücke wurden aus den Akten oder aus den Kartons mit Druckschriften entnommen, sofern diese im Zuge der Bearbeitung erkennbar waren. Der Bestand weist einige Leer-Signaturen auf, die aufgrund der Herausnahme von Dubletten als bisher selbständige Verzeichnungseinheiten (z. B. Mehrfachüberlieferungen der Berichte bzw. Abschlussberichte der Leipziger Messe mit jeweils eigener Signatur) entstanden sind. Eine Kassation von Unterlagen erfolgte mit Ausnahme der Dubletten nicht.

Im Anschluss an die Retrokonversion folgte die Überarbeitung und Erweiterung der vorläufigen Klassifikation, die sich in sieben Hauptgruppen mit jeweils mehreren Gruppen und teilweise Untergruppen gliedert. Dabei wurde insbesondere wegen der überlieferten Aktenbildung, wiederholter Umstrukturierungen und einer nur bedingt erfolgten Zuordnung zu Strukturteilen im Leipziger Messeamt im Ergebnis eine stärker sachlich als strukturell orientierte Gliederung erstellt.
Für den Teilbestand Akten und Druckschriften des Bestandes 21000 liegen im Ergebnis der Retrokonversion eine Datenbank und ein Teilfindbuch mit Findbucheinleitung vor.
Dieser Teilbestand umfasst nach der Bearbeitung 1.310 Verzeichnungseinheiten, davon 386 Druckschriften (ohne die in den Akten enthaltenen Einzelstücke) und 11 Plakate


Überlieferungsschwerpunkte
Bei den Akten des LMA treten folgende Überlieferungsschwerpunkte auf:
• Wiederaufbau und Neuorganisation der Messe nach dem Zweiten Weltkrieg
• Organisatorische Vorbereitung und Durchführung der Messen
• Statistik und Berichterstattung sowie Auswertung der Messen
• Zusammenarbeit mit übergeordneten und sonstigen amtlichen Stellen
• Werbung, Öffentlichkeits- und Pressearbeit
• Tätigkeit der Verbindungs- und Geschäftsstellen in der BRD und im Ausland
• Innerorganisatorische Angelegenheiten des Leipziger Messeamtes
• Laufende Verwaltung, Nutzung, Erhaltung und Ausbau der Messeliegenschaften

Bei den Druckschriften dominieren die offiziellen illustrierten Messezeitschriften für Aussteller und besondere Gäste "Leipziger Messe" (1947-1964) und "Leipziger Messe Journal" (1964 - 1986), die neben deutscher oft auch in englischer, französischer, russischer, arabischer, spanischer und chinesischer Sprache im Bestand enthalten sind.
Außerdem sind die "Amtlichen Führer durch die Leipziger Messe" (1947-1955) und die nachfolgenden Messekataloge der Leipziger Messe (1956-1987) überliefert.

Verweise auf korrespondierende Bestände
Umfangreichere Akten, Vorgänge und Informationen zur Leipziger Messe nach 1945 befinden sich vor allem in folgenden Beständen des Staatsarchivs Leipzig:
• 20237 Bezirkstag und Rat des Bezirkes Leipzig
• 21121 SED-Bezirksleitung Leipzig
• 20250 Bezirksbehörde der Deutschen Volkspolizei Leipzig
• 22236 Volkspolizeikreisamt Leipzig
• 21043 Deutsche Investitionsbank, Bezirksdirektion Leipzig
• 20242 Kreis-, Industrie- und Handelskammern Nordwestsachsen
• 21766 Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig
• 20982 Leipziger Messe- und Ausstellungs-AG (1913 bis 1950)

Daneben sind vielfach Informationen zur Leipziger Messe in den Archivbeständen der ausstellenden volkseigenen Betrieben und Kombinaten, in Verlagen (z. B. 21094 s Institut) sowie Parteien und Organisationen der DDR (z. B. 21756 Kulturbund der DDR, BL Leipzig und 21702 NDPD Bezirksverband Leipzig) enthalten.
Außerhalb des Staatsarchivs Leipzig wird auf die Überlieferung des Stadtarchivs Leipzig, insbesondere die Bestände zur Stadtverordnetenversammlung und zum Rat der Stadt nach 1945 und auf die Überlieferung des Archivs der Messe GmbH, in dem sich vor allem die nicht mehr an das Staatsarchiv Leipzig übergebenen Geschäftsakten und Fotos des LMA von 1965 bis 1990 befinden, verwiesen.

Literatur (Auswahl)
1. Autorenkollektiv; Hg. Leipziger Messeamt: Vom Jahrmarkt zur Weltmesse. Ein Streifzug durch die Geschichte der Leipziger Messe, Urania Verlag Leipzig/Jena, 1958.
2. Autorenkollektiv; Hg. Leipziger Messeamt: 800 Jahre Leipziger Messe (Festschrift), VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig, 1965.
3. Metscher, Klaus, Fellmann, Walter,: Lipsia und Merkur. Leipzig und seine Messen, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1990.
4. Zwahr, Hartmut, Topfstedt, Thomas, Bentele, Günter (Hg.): Leipzigs Messen 1497-1997, (Teilband 2: 1914-1997), Böhlau Verlag Köln Weimar Wien, 1999.
5. Märkte, Muster, Menschen – 850 Jahre Leipziger Messen, Hg. von der Leipziger Messe GmbH; Leipziger Medienservice GmbH, 2014.

Dr. G. Kolditz
September 2014

Abkürzungsverzeichnis
AGB
Arbeitsgesetzbuch
AHU
Außenhandelsunternehmen
AWG
Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft
BGL
Betriebsgewerkschaftsleitung
BKV
Betriebskollektivvertrag
BPO
Betriebsparteiorganisation (der SED)
BRD
Bundesrepublik Deutschland
DDR
Deutsche Demokratische Republik
DEWAG
Deutsche Werbe- und Anzeigengesellschaft
DIA
Deutscher Innen- und Außenhandel (VEH)
DRK
Deutsches Rotes Kreuz
DWK
Deutsche Wirtschaftskommission
FDGB
Freier Deutscher Gewerkschaftsbund
FDJ
Freie Deutsche Jugend
GmbH
Gesellschaft mit beschränkter Haftung
HPA
Handelspolitische Außenvertretungen
IFA
Industrieverband Fahrzeugbau (der DDR)
IHK
Industrie- und Handelskammer
IKM
Internationaler Kongress Metallbearbeitung
IN
Intelligenz
KfA
Kammer für Außenhandel
KMU
Karl Marx Universität, Leipzig
KW
Kapitalistisches Wirtschaftsgebiet
LDPD
Liberal-Demokratische Partei Deutschlands
LFM
Leipziger Frühjahrsmesse
LHM
Leipziger Herbstmesse
LM
Leipziger Messe
LMA
Leipziger Messeamt
LPG
Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft
LVZ
Leipziger Volkszeitung
MAH/MfA
Ministerium für Außenhandel
MAI
Ministerium für Außenhandel und Innerdeutschen Handel
MDR
Mitteldeutscher Rundfunk
NATO
North Atlantic Treaty Organization
OBM
Oberbürgermeister
OMGUS
Office of Military Government for Germany (U.S.)
RFT
Rundfunk- und Fernmeldetechnik
RGW
Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe
RKLM
Regierungskommission zur Vorbereitung der Leipziger Messe
SBZ
Sowjetische Besatzungszone
SED
Sozialistische Einheitspartei Deutschlands
SKET
Schwermaschinenbau-Kombinat "Ernst Thälmann"
SL
Sozialistische Länder
SMAD/SMA
Sowjetische Militäradministration in Deutschland (Sachsen)
TDM
Tausend Deutsche Mark (Ost)
UFI
Union des foires internationales
US/USA
United States / Vereinigte Staaten von Amerika
WMW
Werkzeugmaschinen und Werkzeuge, staatlicher Außenhandelsbetrieb (?)
VEH
Volkseigener Handel
VR
Volksrepublik
VVB
Vereinigung Volkseigener Betriebe
ZAB
Zentrale Arbeitsbesprechungen
ZK
Zentralkomitee



Anlage

Rekonstruktion der Struktur des Leipziger Messeamtes (um 1958)

Direktionsbereiche G I bis G IV
Direktionsbereich G I (Direktor Lemser)
- Sekretariat
- Betriebsarchiv
- Persönlicher Referent des Direktors
- Protokoll
- Kaderabteilung
- Justitiar
- Referat Betriebsorganisation (vorher Referat Arbeit)[12]
- Planung
- Betriebsschutz
- Zweigstelle Berlin
Direktionsbereich G II (Direktor Kynast)
- Sekretariat
- Werbeplanung
- Abt. Ausstellerwerbung
- Auslandsvertretung (entspricht Geschäftsstellenvertretern = Vertreter im Ausland)
- Zweigstelle Frankfurt/Main
- Abt. Verlag
- Abt. Werbung
- Presseabteilung
Direktionsbereich G III (Direktor Kunze)
- Sekretariat
- Sichtwerbung
- Investitionen
- Abt. Allgemeine Verwaltung[13]
- Abt. Vermietung Innenstadt
- Abt. Vermietung Technische Messe
- Entwurfsbüro
- Bautechnische Abteilung
- Abt. Organisation und Verkehr
Direktionsbereich G IV (Hauptbuchhalter Meinhard)
- Sekretariat
- Buchhaltung
- Betriebswirtschaft[14]

1958 Auflösung der Zentralregistratur (entspricht wahrscheinlich der Sammelregistratur)[15]
G II = Direktionsbereich Werbung: Ausstellerwerbung, Werbeplanung, Presseabteilung, Werbeabteilung, Verlagsabteilung[16]
Struktur der Werbeabteilung = Abteilungsleiter, Werbemittelherstellung, Allgemeine Werbung, Besucherwerbung, Werbe- und Marktforschung, Betriebs- und Wirtschaftsarchiv, Fachbücherei, Versandstelle, Poststelle/Registratur[17]










[01] Informationsblatt - Amtliches Nachrichtenblatt der Stadtverwaltung Leipzig und des Landrates zu Leipzig vom 11. August 1945
[02] StA-L, 21000 Leipziger Messeamt (II), Nr.1211 (Tätigkeitsbericht des Leipziger Messeamtes für das Jahr 1945)
[03] Klaus Metscher, Walter Fellmann: Lipsia und Merkur. Leipzig und seine Messen, Leipzig 1990, S. 207
[04] StA-L, 21000 Leipziger Messeamt (II), Nr. 1216
[05] StA-L, 21000 Leipziger Messeamt (II), Nr. 872
[06] Gbl. der DDR Nr. 136 vom 5. Dezember 1950, S. 1175
[07] StA-L, 21000 Leipziger Messeamt (II), Nr. 872
[08] StA-L, 21000 Leipziger Messeamt (II), Nr. 400
[09] GBl. der DDR Nr. 94 vom 31. August 1953, S. 944
[10] StA-L, 21000 Leipziger Messeamt (II), Nr. 447
[11] Hartmut Zwahr, Thomas Topfstedt, Günter Bentele (Hg.): Leipzigs Messen 1497-1997, Teilband 2, 1914-1997, S. 673-675

[12] 1958 Auflösung des Referates Arbeit, Aufgaben auf Referat Betriebsorganisation und Kaderabteilung (hier nur Erwachsenen-Qualifikation) aufgeteilt. Vgl: StA-L, 21000 Leipziger Messeamt (II), Nr. 936 (Umlauf Nr. 126, 31.12.1958)
[13] Vorher mit Abt. Vermietung Innenstadt zusammengefasst zu Abt. Vermietung (StA-L, 21000 Leipziger Messeamt (II), Nr. 936, Umlaufsentwurf, 23.01.1961).
[14] StA-L, 21000 Leipziger Messeamt (II), Nr. 936 (Umlauf Nr. 3, 9.01.1962).
[15] StA-L, 21000 Leipziger Messeamt (II), Nr. 936, Umlauf Nr. 73, 1958).
[16] StA-L, 21000 Leipziger Messeamt (II), Nr. 935, Umlauf Nr. 18, 23.05.1957).
[17] StA-L, 21000 Leipziger Messeamt (II), Nr. 935, Umlauf Nr. 18, 23.05.1957).
Autorenkollektiv; Hg. Leipziger Messeamt: Vom Jahrmarkt zur Weltmesse. Ein Streifzug durch die Geschichte der Leipziger Messe, Urania Verlag Leipzig/Jena, 1958
Autorenkollektiv; Hg. Leipziger Messeamt: 800 Jahre Leipziger Messe (Festschrift), VEB E. A.Seemann Verlag Leipzig, 1965
Metscher, Klaus, Fellmann, Walter; Lipsia und Merkur. Leipzig und seine Messen, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig, 1990
Zwahr, Hartmut, Topfstedt, Thomas, Bentele, Günter (Hg.)Leipzigs Messen 1497 - 1997, (Teilband 2: 1914 - 1997), Böhlau Verlag Köln Weimar Wien, 1999
Direktiven und Konzeptionen.- Ausschusssitzungen.- Protokolle von Arbeits- und Dienstbesprechungen.- Geschäftsberichte.- Tätigkeit der Fachausschüsse.- Struktur- und Stellenpläne.- Personalangelegenheiten.- Ausstellerlisten.- Messeprogramme.- Auslandsverbindungen.- Messedienststellen.- Werbung.- Öffentlichkeitsarbeit.- Statistik.- Messebauten und Liegenschaftsverwaltung.- Messekataloge.- Messeführer.- Messejournale.- Plakate.- Fotosammlung.
Am 6. August 1945 erließ die Leipziger Stadtverwaltung die Verordnung über die Reaktivierung der Leipziger Messe. Das 1940 in Reichsmesseamt umbenannte Leipziger Messeamt erhielt seinen ursprünglichen Namen zurück. Im März 1946 erging der Befehl des Obersten Chefs der SMAD zur Wiederdurchführung der Leipziger Messe. Die erste Nachkriegsmesse fand im Mai 1946 statt. Die nächsten Jahre waren von einem ständigen organisatorischen und messetechnischen Auf- und Ausbau gekennzeichnet. Im November 1950 wurde das Leipziger Messeamt - Körperschaft des öffentlichen Rechts - in einen volkseigenen Betrieb - Anstalt öffentlichen Rechts - umgewandelt. Es unterstand direkt dem Ministerium für Außenhandel und Innerdeutschen Handel. 1953 wurde das Messeamt der Kammer für Außenhandel der DDR unterstellt. Dem Messeamt oblagen die Planung und Durchführung der Leipziger Messen. Sein Wirkungskreis erstreckte sich auf folgende Hauptaufgaben: Gesamtgestaltung der Leipziger Messen; Werbung von Ausstellern und Einkäufern; Verwaltung, Vermietung und Ausbau der Messeeinrichtungen; Organisation aller Dienstleistungen für Aussteller und Besucher; Organisation des wissenschaftlich-technischen Veranstaltungsprogramms der Leipziger Messe; Herausgabe von Publikationen und Presseinformationen. Das Leipziger Messeamt unterhielt eine Zweigstelle in Berlin sowie über 160 Vertretungen und Ausgabestellen für Messeausweise auf fünf Kontinenten.
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  • 1988 | Findkartei für 27095 Fotos
  • 2015 | Findbuch / Datenbank für 32 lfm
  • 2020-12-17 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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