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Beständeübersicht

Bestand

20626 Stadt Taucha

Datierung1565 - 1956 (1985)
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)32,58
Zur Geschichte von Taucha
Das Ackerbürgerstädtchen Taucha an der Parthe nordöstlich von Leipzig unterstand ursprünglich dem gleichnamigen Rittergut. Bereits um 1170 wurde das Stadtrecht durch den Magdeburger Erzbischof Wichmann verliehen. Für die weitere Stadtentwicklung ist 1569 der Kauf durch den Leipziger Rat prägend gewesen. Gerichtsbarkeit und Verwaltung unterstanden der Landstube, später dem Ratslandgericht in Leipzig, bis zur Verstaatlichung der Gerichtsbarkeit 1856. In Taucha ist ein Rat mit eingeschränkten Befugnissen seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar. Eine eigenständige Entwicklung setzte erst 1832 mit der Einführung der Städteordnung in Sachsen ein. Ab 1910 fußte die städtische Verfassung auf der Revidierten Städteordnung.
Durch Eingemeindungen (1934 Cradefeld und Graßdorf, 1937 Dewitz/Döbitz und Plösitz) vergrößerte sich das Stadtgebiet erheblich. Nach dem Bau der Eisenbahnlinie Leipzig - Eilenburg, dem Straßenbahnanschluss nach Leipzig und weiteren Infrastrukturmaßnahmen begann die industrielle Entwicklung der Stadt. Mit den Mitteldeutschen Motorenwerken, den Erla-Werken und der Hugo Schneider AG siedelten sich Maschinenbauunternehmen an, die im Zweiten Weltkrieg als Rüstungsbetriebe auch Lager für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene unterhielten. Die Betriebe waren vorrangiges Ziel von Bombenangriffen. Die erhaltenen Werksanlagen wurden ab 1946 demontiert.

Bestandsgeschichte und -bearbeitung
Der Bestand ist im Jahr 1973 depositarisch an das Staatsarchiv Leipzig abgegeben worden. Die Unterlagen wurden bis 1980 geordnet und in einer Findkartei verzeichnet. Nach einer Überarbeitung ist 1993 ein maschinenschriftliches Findbuch entstanden, auf dessen Grundlage im Jahr 2017 die Retrokonversion der Verzeichnungsangaben erfolgte. In diesem Zusammenhang wurden kleinere Veränderungen an der Klassifikation vorgenommen sowie einige fehlende Angaben ergänzt. 2018 folgten die Endredaktion, die Erschließung einiger unverzeichneter Akten sowie die Vorbereitung der Online-Stellung des Findmittels. Im Jahr 2020 wurden letzte, bisher unverzeichnete Akten ergänzt.

Überlieferungsschwerpunkte
Der Bestand enthält fast 2.400 Akten mit einem zeitlichen Umfang von 1565 bis um 1956, wobei der Schwerpunkt im 20. Jh. bis 1945 liegt. Der Bestand enthält neben städtischen Unterlagen aus Taucha auch Gemeindeunterlagen aus Cradefeld, Dewitz, Döbitz, Graßdorf und Plösitz bis zur Eingemeindung. Es ist eine Reihe von Fremdprovenienzen im Bestand enthalten. Das betrifft zum einen Akten der Amtshauptmannschaft Leipzig, die nachweislich 1910 von dort nach Taucha übergegeben worden sind.[01] Zum anderen sind 1982 und 1994 aus dem Heimatmuseum Taucha Akten an das Staatsarchiv abgegeben worden, die verschiedene Provenienzen (z. B. Landstube, Ratslandgericht, Rittergüter, Gerichtsamt Taucha) aufweisen. Diese werden im gedruckten Findbuch ausgewiesen. Zahlreiche Akten im Punkt 15.06 (Kanalprojekt Leipzig – Berlin) sind beim Bürgermeister von Eilenburg, Dr. Alfred Belian, entstanden, der bis 1933 auch Vorsitzender des "Kanalvereins Leipzig-Berlin" war. Die Unterlagen sind über seine Nachfolger beim Kanalverein an das Stadtarchiv Taucha gelangt.
Wichtige Quellen zur Entwicklung von Taucha sind wegen der langen Unterstellung unter den Rat der Stadt Leipzig im Stadtarchiv Leipzig zu erwarten.[02] Des Weiteren werden seit 2016 historische Unterlagen der Stadt Taucha im Umfang von ca. 37 lfm im Sächsischen Wirtschaftsarchiv verwahrt.

Hinweise zur Benutzung
Die Erfassung erfolgte mit der Archivsoftware AUGIAS 9.1. Bei der Bestellung und Zitierung ist anzugeben: StA-L, 20626 Stadt Taucha, Nr. (fettgedruckte Zahl).

Verweise auf korrespondierende Bestände
20009
Amt Leipzig
20028
Amtshauptmannschaft Leipzig
20024
Kreishauptmannschaft Leipzig
20109
Gerichtsamt Taucha
20136
Amtsgericht Taucha
20372
Rittergut Döbitz




B. Richter
Juli 2018


[01] 20626 Stadt Taucha, Nr. 2046.
[02] Stadtarchiv Leipzig, "Titelakten" (v. a. Tit. XV B und Tit. XV C).
Reichs- und Verfassungsangelegenheiten.- Statistik, Wahlen.- Gemeindeangelegenheiten.- Finanzen und Vermögen.- Militär- und Kriegsangelegenheiten.- Ordnungs- und Sicherheitspolizei.- Kirche und Schule.- Gesundheits- und Sozialwesen.- Bauverwaltung.- Handel, Gewerbe und Industrie.- Landwirtschaft.- Verkehr, Energie, Wasserwirtschaft.- Kanalprojekt Leipzig-Berlin.- Brandschutz.- Gemeinden Cradefeld, Dewitz, Döbitz, Graßdorf und Plösitz.
Das Ackerbürgerstädtchen Taucha nordöstlich von Leipzig unterstand ursprünglich dem gleichnamigen Rittergut. Für die weitere Stadtentwicklung ist 1569/70 der Kauf durch den Leipziger Rat prägend gewesen. Gerichtsbarkeit und Verwaltung unterstanden der Landstube, später dem Ratslandgericht in Leipzig bis zur Verstaatlichung der Gerichtsbarkeit 1856. In Taucha ist ein Rat mit eingeschränkten Befugnissen seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar. Eine eigenständige Entwicklung setzte erst 1839 mit der Einführung der Städteordnung ein. Ab 1910 fußte die städtische Verfassung auf der Revidierten Städteordnung. Durch Eingemeindungen (1934 Cradefeld und Graßdorf, 1937 Dewitz/Döbitz und Plösitz) vergrößerte sich das Stadtgebiet erheblich.
Der Bestand ist im Jahr 1973 depositarisch an das Staatsarchiv Leipzig abgegeben worden.
  • 2018 | Findbuch / Datenbank
  • 2020-09-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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