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Beständeübersicht

Bestand

40122 Steinkohlenbauvereine des Dresden-Freitaler Reviers

Datierung1788 - 1992
Benutzung im Bergarchiv Freiberg
Umfang (nur lfm)0,20
Vorwort zu den Akten (ehemaliger Teilbestand 1)

Betriebsgeschichte

Bereits Anfang des 16. Jahrhunderts wurde im Plauenschen Grund bei Dresden Steinkohlenbergbau, zunächst vermutlich nur in der Gegend um Kohlsdorf betrieben, der sich rasch auf die Fluren der weiteren kohleführenden Ortschaften ausdehnte.
Der Steinkohlenbauverein Golberode-Dippoldiswalde wurde 1857 gegründet, als geologische Gutachten ertragreiche Kohlenvorkommen in der Flur von Golberode (heute Ortsteil von Goppeln) in Aussicht stellten. Der von ihm betriebene Dippold Schacht erreichte 1860 das Kohlenflöz. In diesem Jahr beschäftigte er 40 Arbeiter. Da sich die Fördermengen aber als zu gering erwiesen und der Verein in finanzielle Schwierigkeiten geriet, wurde er 1862 aufgelöst.
Der Hänichener Steinkohlenbauverein zu Dresden wurde am 7. November 1846 mit einem Aktienkapital von 180.000 Mark gegründet. Im gleichen Jahr begann die Anlegung des Bä-cker Schachtes in Hänichen, der 1849 das Kohlenflöz erreichte. 1850 wurden der Beharrlichkeits Schacht in Rippien und 1852 der Berglust Schacht in Wilmsdorf angeteuft. Neben den Förderanlagen waren zwei Kohlenwäschen und mehrere Koksöfen in Betrieb. Im Mai 1906 musste der Verein in Liquidation gehen. Die Betriebseinstellung erfolgte im Juli selben Jahres.


Bestandsgeschichte und -bearbeitung

Die Überlieferung des Steinkohlenbauvereins Golberode-Dippoldiswalde gelangte vermutlich im Zuge seiner Liquidierung zu den Akten der Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde, die vom Hauptstaatsarchiv Dresden übernommen wurden. Dort wurden die Akten separiert und in der Beständeübersicht ausgewiesen.
Der Bestand wurde 2003 in die Zuständigkeit des Bergarchivs überwiesen und dort verzeichnet. Der Bestand erhielt die Signatur 40122.

Im Zuge der Bereinigung des sich im Bergarchiv Freiberg befindlichen Teilbestandes VVB Steinkohle (der andere Teil lagert im Staatsarchiv Leipzig) im Mai 2003 wurden Geschäftsberichte des Hänichener Steinkohlenbauvereins herausgelöst. Die Überlieferung der VVB Steinkohle befand sich bis Mitte der 90er Jahre im Technisch-Historischen Archiv der Erzgebirgischen Steinkohlen-Energiegesellschaft mbH (EStEG) als Nachfolgebetrieb des VEB Steinkohlenkokereien August Bebel, deren Räumlichkeiten sich in der Äußeren Schneeberger Str. 100 in Zwickau befanden.
Zum 1. Januar 1995 wurde auf Entscheid der Treuhandanstalt Berlin neben dem Bereich Kokerei / Sanierung und dem Sozialarchiv auch das Technisch-Historische Archiv aus der EStEG ausgegliedert und - unter Beibehaltung o.g. Räumlichkeiten - in die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH (GVV) - Bergwerk Zwickau übertragen.
Das Technisch-Historische Archiv fungierte als Unternehmens- und Steinkohlenarchiv aller in der DDR tätigen Steinkohlenbergbauunternehmen, deren wirtschaftsleitender Organe sowie aller Rechtsvorgänger. Die bis in die 40er Jahre des 19. Jahrhunderts zurückreichende Überlieferung umfasst neben den Unterlagen der VVB Steinkohle auch jene der Steinkohlenwerke des Zwickauer Reviers August Bebel, Martin Hoop und Karl Marx, des Steinkohlenwerkes Oelsnitz, des Steinkohlenwerkes Willi Agatz (Freital), des Steinkohlenwerkes Plötz (Sachsen-Anhalt) sowie der Steinkohlenunternehmen des 19. und 20. Jahrhunderts vornehmlich des Zwickauer und Lugau-Oelsnitzer Reviers.

Die genannten Geschäftsberichte wurden dem Bestand 40122 zugeordnet und Anfang Juni 2003 verzeichnet. Damit einher ging die Umbildung des Bestandes zu einem zusammengefassten Bestand einschließlich der Änderung der Bestandsbezeichnung zu nunmehr Steinkohlenbauvereine des Dresden-Freitaler Reviers.


Korrespondierende Bestände

40001 Oberbergamt Freiberg
40003 Oberbergamt Freiberg - Geognostische Gang- und Landesuntersuchungskommission
40024-21 (Landes-)Bergamt Freiberg - Steinkohle
40039-1 Deponierte Risse zum Steinkohlenbergbau
40039-2 Deponierte Risse zum Steinkohlenbergbau - Winkelbücher
40042-1 Fiskalische Risse zum Steinkohlenbergbau
40042-2 Fiskalische Risse zum Steinkohlenbergbau - Winkelbücher
40059 Kohlenwerksinspektion Dresden
40112 Sächsisches Steinkohlensyndikat mbH, Zwickau


Literaturhinweise

Eine wissenschaftliche Aufbereitung der Geschichte der Steinkohlenbauvereine des Dresden-Freitaler Reviers existiert nicht.
Gleichwohl finden sich nützliche Informationen in folgenden Publikationen:

Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen, versch. Jge.

R.F. Koettig, Geschichtliche, technische und statistische Notizen über den Steinkohlen-Bergbau Sachsens, Leipzig 1861

Helge Mai, Manfred Zscheile, Die Grubenbahnen des Freitaler Steinkohlen- und Uranbergbaus, Dresden 1999

Waldemar May, Otto Stutzer, August Eckhard, 75 Jahre Gemeinschaftsarbeit der Sächsischen Steinkohlenwerke, Zwickau 1936

Juliane Puls, Wolfgang Vogel, Der Bergbau im Döhlener Becken von 1945 bis 1989, Freital 1992

Jan Teichgräber, Steinkohlebergbau im Döhlener Becken, Dresden 2002, Facharbeit Schuljahr 2001/2002, Fachoberschule BSZ Wirtschaft DD III

Helmut Wilsdorf; Haus der Heimat, Kreismuseum Freital (Hrsg.), Dokumente zur Geschichte des Steinkohlenabbaus im Haus der Heimat 1542-1882

Freiberg, 29.07.2003
Mona Harring



Vorwort zu den Karten, Plänen, Rissen (ehemaliger Teilbestand 2)

Betriebsgeschichten

Steinkohlenwerk Zauckerode
Der Aufschwung des Steinkohlenbergbaues im Plauenschen Grund vor 1800 machte bedeutende Investitionen notwendig, die die finanziellen Kräfte des damaligen Besitzers der Rittergüter Döhlen und Zauckerode Christoph von Schönberg überstiegen. Dieser verkaufte daher 1806 seine Kohlenbergwerke an den Kurfürsten. Die Oberaufsicht übernahm Bergrat von Oppel, die örtliche Verwaltung der Faktor Ernst Friedrich Wilhelm Lindig. Das fiskalische Steinkohlenwerk richtete in Dresden eine Verkaufsniederlage ein. 1820 wurde die erste Dampfmaschine zum Heben der Grubenwässer in Betrieb genommen.
1871 trat an Stelle der Lokaladministration die Direktion des Königlichen Steinkohlenwerkes, zu deren Leitung Bernhard Rudolf Förster berufen wurde. Bis 1873 wurde die Oberaufsicht von einem Kommissar wahrgenommen, danach unterstand die Direktion des Werkes bis März/April 1923 dem Finanzministerium unmittelbar. Zum 1. April 1923 ging das Steinkohlenwerk in den Besitz der Aktiengesellschaft Sächsische Werke über.

Freiherrlich von Burgker Steinkohlenwerke
Der Abbau von Steinkohlen im Bereich der Herrschaft Burgk ist seit Beginn des 18. Jahrhunderts nachweisbar. Seit 1820 nahm die Förderung von Steinkohlen einen bedeutenden Aufschwung. Dazu trugen die Verwendung von Maschinen und die kommerziellen und organisatorischen Initiativen von Karl Friedrich August Dathe von Burgk, seit 1819 Besitzer der Herrschaft Burgk, nicht unerheblich bei. 1821 wurde in Lauchhammer die erste Dampfmaschine für das Steinkohlenwerk Burgk hergestellt. Der Betrieb des Steinkohlenwerkes entwickelte sich in allen Zweigen günstig. Durch Verarbeitung der Steinkohle wurde Koks gewonnen und Gas erzeugt. 1827 wurde dem Betrieb eine Eisenhütte angeschlossen, die den gewonnenen Koks nutzen sollte. Das Eisenhüttenwerk ging 1872 in den Besitz der Dresdner Bank über. Am 2. August 1869 kam es in Folge einer Schlagwetterexplosion im Plauenschen Grund zum schwerwiegendsten sächsischen Grubenunglück, bei dem mindestens 269 Bergleute den Tod fanden.
Im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Erschließung neuer Kohlenfelder und der Ausdehnung des Betriebes kaufte die Familie von Burgk 1843 das Freigut Kohlsdorf, 1848 das Rittergut Pesterwitz und 1852 das Rittergut Roßthal. Von 1863 bis 1873 war auch das Rittergut Wilmsdorf im Besitz derer von Burgk.
Die Aufsicht über die Verwaltung des Steinkohlenwerkes und der dazu erworbenen Rittergüter oblag der sich nach 1820 formierten Zentraladministration, später Hauptverwaltung. Diese Form der einheitlichen Leitung wurde bis 1920 beibehalten. Ab 1922 wurden die Verwaltung und Rechnungsführung des Steinkohlenwerkes und der Güter voneinander getrennt. Die Hauptverwaltung des Steinkohlenwerkes nahm jedoch auftragsweise die Aufsicht über die verpachteten Rittergüter Pesterwitz und Roßthal wahr. Letzter Besitzer der Burgker Werke nach dem Tode Max von Burgks war die Erbengemeinschaft von Burgk.
Ab 1920 war eine Erschöpfung der dem Betrieb gehörenden Kohlenfelder nicht mehr zu übersehen. Die Umstellung oder der Verkauf des Werkes erwies sich als unmöglich. Am 31. März 1930 musste die Kohlenförderung eingestellt werden. Eine Brikettfabrik und Nebenbetriebe bescheidenen Umfangs blieben bis 1945 bestehen. Die nur noch geringfügige Geschäftstätigkeit der Hauptverwaltung wurde im Frühjahr 1946 eingestellt.

Anthrazitkohlenwerk Schönfeld
Über das Anthrazitkohlenwerk (Glückauf) Schönfeld ist bisher wenig bekannt. Betreiber war u.a. die Altenberger Zwitterstock-Gewerkschaft, die in der Flur Schönfeld vier Schächte, den Hilfe-Gottes-, Rudolph-, Grumpelt- und Richtschacht, betrieb.


Bestandsgeschichte und -bearbeitung

Die in diesem Bestand zusammengeführten Risse stammen aus einer im November 2003 erfolgten Übergabe von Riss- und Zeichnungsunterlagen des Bergbaumuseums Oelsnitz/Erzgebirge an das Bergarchiv Freiberg.
Unmittelbar nach der Übernahme wurden die Risse durch Herrn Frieder Münden im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung in der Datenbank AUGIAS-Archiv verzeichnet.
Einher mit der Neuerschließung ging eine Neusignierung. Dem Findbuch ist deshalb eine Konkordanz von alter Signatur des Bergbaumuseums zu neuer Archivsignatur beigefügt.
Insgesamt wurden in den vorliegenden Bestand 6 Riss- und Zeichnungseinheiten mit einer Laufzeit von (1805 - 1937) 1888 - 1950 aufgenommen.


Korrespondierende Bestände

Bergarchiv Freiberg

40006 Bergamt Altenberg
40039 Deponierte Risse zum Steinkohlenbergbau
40042 Fiskalische Risse zum Steinkohlenbergbau
40021-24 (Landes-)Bergamt Freiberg - Steinkohle
40050 Bergamt Dresden
40059 Kohlenwerksinspektion Dresden
40108 Bildmaterialien zum sächsischen Steinkohlenbergbau
40113 Steinkohlenwerk Zauckerode

Hauptstaatsarchiv Dresden

10168 Grundherrschaft Burgk (enthält die Überlieferung der Freiherrlich von Burgker Steinkohlenwerke)
11605 Fa. Aktiengesellschaft Sächsische Werke (enthält die Überlieferung des Steinkohlenwerkes Zauckerode ab 1923)


Literaturhinweise

Schumann/ Schiffner, Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen, 13. Bd., Zwickau 1826, S. 407- 411

Schumann/ Schiffner, Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen, 5. Supplementband, Zwickau 1833, S. 1033- 1034

R. F. Koettig, Geschichtliche, technische und statistische Notizen über den Steinkohlen-Bergbau Sachsens, Leipzig 1861

Förster, Bernhard Rudolf, Die elektrische Grubeneisenbahn bei dem Oppel Schacht des Kgl. Steinkohlenwerkes zu Zauckerode, in: Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen 1883, S. 39- 51

Georgi, Max, Die über die Kohlenstaubgefahr bei dem Kgl. Steinkohlenwerke zu Zauckerode gesammelten Erfahrungen und die gegen dieselbe getroffenen Maßregeln, in: Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen, 1891, S. 1- 15

Georgi, Max, Die Anwendung elektrischer Kraftübertragung bei dem Grubenbetriebe des Kgl. Steinkohlenwerkes zu Zauckerode, in: Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen, 1892, S. 40- 63

Fernbacher, Die Einführung von Bädern bei den Schächten des Kgl. Steinkohlenwerkes Zauckerode, in: Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen, 1896, S. 144- 149

Hauße, R., Die Folgen des am 30. und 31. Juli 1897 eingetretenen Weißeritzhochwassers für das Kgl. Steinkohlenwerk im Plauenschen Grunde, in: Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen, 1898, S. 40- 59

Am Ende, Die Mannschaftsbäder bei dem Kgl. Steinkohlenwerke Zauckerode, in: Balneologische Centralzeitung, Nr. 36 (1902), S. 1f.

Hartung, Heinrich, Denkschrift zur Feier des hundertjährigen Bestehens des Kgl. Steinkohlenwerkes Zauckerode, in: Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen 1906, S. A 3 - A 128

Baehr, Sigurd, Der Steinkohlenbergbau im Plauenschen Grunde, Diss. Univ. Leipzig, Weida 1917

125 Jahre Steinkohlenwerk Zauckerode, Sonderdruck, 1931

Aktiengesellschaft Sächsische Werke - Steinkohlenwerk Zauckerode, Sonderdruck, o. J.

Wilsdorf, Helmut; Haus der Heimat, Kreismuseum Freital (Hrsg.), Dokumente zur Geschichte des Steinkohlenabbaus im Haus der Heimat 1542-1882, Freital 1985

Reichel, Wolfgang, Geschichtliches der Königlichen Steinkohlenwerke im Plauenschen Grund, in: Sächsische Heimatblätter, Nr. 4 (1987), S. 184-194

Christina Dahme, Sozialmaßnahmen der Unternehmer und Organisationsformen der Bergleute im Königlichen Steinkohlenwerk Zauckerode und in den Burgker Steinkohlenwerken im Plauenschen Grund bei Dresden in den 50er bis 60er Jahren des 19. Jahrhunderts, Dresden 1990 (Diplomarbeit PH Dresden)

Ines Hoefler, Die Lebensbedingungen der Bergleute des Königlich-Sächsischen Steinkohlenwerkes Zauckerode (1806) und des Freiherrlich von Burgkschen Steinkohlenwerkes (1819), Dresden 1990 (Diplomarbeit PH Dresden)

Die Bestände des sächsischen Bergarchivs Freiberg, Halle 2003

Freiberg, 01.02.2005
Mona Harring
Akten: Steinkohlenbauverein Golberode - Dippoldiswalde: Generalversammlungen.- Sitzungsprotokolle des Direktoriums.- Geschäftsberichte.- Finanzen.- Dippoldschacht.- Knappschaft.- Hänichener Steinkohlenbauverein: Geschäftsberichte 1879-1897.
Risse: Generalia: Höhenschichtenkarte.- Grundriss.- Anthrazitkohlenwerk Schönfeld: Grund- und Seigerrisse.- Steinkohlenwerk Zauckerode: Lageplan.- Freiherrlich von Burgker Steinkohlenwerke: Übersichtskarte.
Bereits Anfang des 16. Jahrhunderts wurde im Plauenschen Grund bei Dresden Steinkohlenbergbau, zunächst vermutlich nur in der Gegend um Kohlsdorf betrieben, der sich dann jedoch rasch auf die Fluren der weiteren kohleführenden Ortschaften ausdehnte.

Steinkohlenbauverein Golberode - Dippoldiswalde
Der Steinkohlenbauverein Golberode - Dippoldiswalde wurde 1857 gegründet, als geologische Gutachten ertragreiche Kohlenvorkommen in der Flur von Golberode (heute Ortsteil von Goppeln) in Aussicht stellten. Der von ihm betriebene Dippoldschacht erreichte 1860 das Kohlenflöz. In diesem Jahr beschäftigte er 40 Arbeiter. Da sich die Fördermengen aber als zu gering erwiesen und der Verein in finanzielle Schwierigkeiten geriet, wurde er 1862 aufgelöst.

Hänichener Steinkohlenbauverein zu Dresden
Der Hänichener Steinkohlenbauverein zu Dresden wurde am 7. November 1846 mit einem Aktienkapital von 180.000 Mark gegründet. Im gleichen Jahr begann die Anlegung des Bäckerschachtes in Hänichen, der 1849 das Köhlenflöz erreichte. 1850 wurden der Beharrlichkeitsschacht in Rippien und 1852 der Berglustschacht in Wilmsdorf angeteuft. Neben den Förderanlagen waren zwei Kohlenwäschen und mehrere Koksöfen in Betrieb. Im Mai 1906 musste der Verein in Liquidation gehen. Die Betriebseinstellung erfolgte im Juli selben Jahres.

Steinkohlenwerk Zauckerode
Der Aufschwung des Steinkohlenbergbaues im Plauenschen Grund vor 1800 machte bedeutende Investitionen notwendig, die die finanziellen Kräfte des damaligen Besitzers der Rittergüter Döhlen und Zauckerode Christoph von Schönberg überstiegen. Dieser verkaufte daher 1806 seine Kohlenbergwerke an den Kurfürsten. Die Oberaufsicht übernahm Bergrat von Oppel, die örtliche Verwaltung der Faktor Ernst Friedrich Wilhelm Lindig. Das fiskalische Steinkohlenwerk richtete in Dresden eine Verkaufsniederlage ein. 1820 wurde die erste Dampfmaschine zum Heben der Grubenwässer in Betrieb genommen.
1871 trat an Stelle der Lokaladministration die Direktion des Königlichen Steinkohlenwerkes, zu deren Leitung Bernhard Rudolf Förster berufen wurde. Bis 1873 wurde die Oberaufsicht von einem Kommissar wahrgenommen, danach unterstand die Direktion des Werkes bis März/April 1923 dem Finanzministerium unmittelbar. Zum 1. April 1923 ging das Steinkohlenwerk in den Besitz der Aktiengesellschaft Sächsische Werke über.

Freiherrlich von Burgker Steinkohlenwerke
Der Abbau von Steinkohlen im Bereich der Herrschaft Burgk ist seit Beginn des 18. Jahrhunderts nachweisbar. Seit 1820 nahm die Förderung von Steinkohlen einen bedeutenden Aufschwung. Dazu trugen die Verwendung von Maschinen und die kommerziellen und organisatorischen Initiativen von Karl Friedrich August Dathe von Burgk, seit 1819 Besitzer der Herrschaft Burgk, nicht unerheblich bei. 1821 wurde in Lauchhammer die erste Dampfmaschine für das Steinkohlenwerk Burgk hergestellt. Der Betrieb des Steinkohlenwerkes entwickelte sich in allen Zweigen günstig. Durch Verarbeitung der Steinkohle wurde Koks gewonnen und Gas erzeugt. 1827 wurde dem Betrieb eine Eisenhütte angeschlossen, die den gewonnenen Koks nutzen sollte. Das Eisenhüttenwerk ging 1872 in den Besitz der Dresdner Bank über. Am 2. August 1869 kam es in Folge einer Schlagwetterexplosion zum größten Grubenunglück im Plauenschen Grund, bei dem mindestens 269 Bergleute den Tod fanden.
Im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Erschließung neuer Kohlenfelder und der Ausdehnung des Betriebes kaufte die Familie von Burgk 1843 das Freigut Kohlsdorf, 1848 das Rittergut Pesterwitz und 1852 das Rittergut Roßthal. Von 1863 bis 1873 war auch das Rittergut Wilmsdorf im Besitz derer von Burgk.
Die Aufsicht über die Verwaltung des Steinkohlenwerkes und der dazu erworbenen Rittergüter oblag der sich nach 1820 formierten Zentraladministration, später Hauptverwaltung. Diese Form der einheitlichen Leitung wurde bis 1920 beibehalten. Ab 1922 wurden die Verwaltung und Rechnungsführung des Steinkohlenwerkes und der Güter voneinander getrennt. Die Hauptverwaltung des Steinkohlenwerkes nahm jedoch auftragsweise die Aufsicht über die verpachteten Rittergüter Pesterwitz und Roßthal wahr. Letzter Besitzer der Burgker Werke nach dem Tode Max von Burgks war die Erbengemeinschaft von Burgk.
Ab 1920 war eine Erschöpfung der dem Betrieb gehörenden Kohlenfelder nicht mehr zu übersehen. Die Umstellung oder der Verkauf des Werkes erwies sich als unmöglich. Am 31. März 1930 musste die Kohlenförderung eingestellt werden. Eine Brikettfabrik und Nebenbetriebe bescheidenen Umfangs blieben bis 1945 bestehen. Die nur noch geringfügige Geschäftstätigkeit der Hauptverwaltung wurde im Frühjahr 1946 eingestellt.

Anthrazitkohlenwerk Schönfeld
Über das Anthrazitkohlenwerk (Glückauf) Schönfeld ist bisher wenig bekannt. Betreiber war u.a. die Altenberger Zwitterstock-Gewerkschaft, die in der Flur Schönfeld vier Schächte, den Hilfe-Gottes-, Rudolph-, Grumpelt- und Richtschacht, betrieb.
  • 2003 | Findbuch/Datenbank (Akten)
  • 2005 | Datenbank (Risse)
  • 2020-09-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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