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Beständeübersicht

Bestand

40124 VEB Steinkohlenwerk Martin Hoop und Nachfolger

Datierung1942 - 1981
Benutzung im Bergarchiv Freiberg
Umfang (nur lfm)24,42
Betriebsgeschichte

Aus dem 1867 gegründeten Steinkohlenwerk Morgenstern ging 1889 die Gewerkschaft Morgenstern hervor. 1920 erwarb diese den Zwickauer Brückenberg-Steinkohlenbau-Verein und 1930 das Steinkohlenwerk Florentin Kästner & Co. Beide wurden als Betriebsabteilungen Brückenberg und Florentin Kästner weitergeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Verstaatlichung der sächsischen Steinkohlenwerke. Zu deren Verwaltung wurde am 5. Januar 1946 die Sächsische Steinkohlenwerke GmbH als landeseigenes Unternehmen gegründet. Noch im selben Jahr übernahm die neugebildete "Industrieverwaltung 1 (Steinkohle)" die Aufgaben der Sächsischen Steinkohlenwerke GmbH. Ebenfalls 1946 wurde der Ausbau des Morgensternschachtes IV zum Förderschacht beschlossen. Mit Wirkung zum 1. Januar 1949 kam es zur Teilung der Gewerkschaft Morgenstern. Die bisherige Betriebsabteilung Brückenberg firmierte fortan als Steinkohlenwerk Karl Marx. Als Steinkohlenwerk Martin Hoop wurden die Betriebsabteilungen Morgenstern und Florentin Kästner zusammenfasst. Die Namensgebung erfolgte zu Ehren des zuletzt in Zwickau tätigen und von den Nationalsozialisten ermordeten KPD-Funktionärs Martin Hoop (1892-1933).

Das Steinkohlenwerk Martin Hoop unterstand, wie auch das Karl-Marx-Werk, der Steinkohlenverwaltung Zwickau - Vereinigung volkseigener Betriebe der Kohlenindustrie mit Sitz in Zwickau. Nach deren Umwandlung in die Verwaltung Volkseigener Betriebe VVB (Z) Steinkohle im Jahre 1952 erfolgte die Verselbständigung beider Werke als VEB. Die Belegschaftsstärke des Martin-Hoop-Werkes lag 1949 im Jahresschnitt bei 3.600 Personen. Am 1. Februar 1949 wurde der Schacht Martin Hoop IV als neuer Förderschacht in Betrieb genommen; danach erfolgte eine weitere Abteufung und der Umbau der Bobinenförderanlage zur Skipförderanlage, mit der der Schachtausbau 1955 vollendet war. Im Mai 1950 begann die Betriebsparteiorganisation der SED mit der Herausgabe einer Betriebszeitung, die mit Ausgabe Nr. 3 im Juli 1950 den Namen "Der Breite Blick" erhielt und am 26. Juli 1962 in "Der Rote Stern" umbenannt wurde.

Am 19. April 1952 brach in der 9. Abteilung im Feld des Schachtes Martin Hoop IV ein schwerer Grubenbrand aus, bei dem 47 Bergleute und ein Strafgefangener starben. In einem durch das Oberste Gericht der DDR im Klubhaus Grubenlampe unter Leitung von Hilde Benjamin abgehaltenen Strafprozess wurden im Juli 1952 gegen sieben technische Aufsichtspersonen des Werkes Zuchthausstrafen zwischen drei und zwölf Jahren verhängt. Im Dezember 1952 wurde der ehemalige Technische Leiter der Steinkohlenverwaltung Zwickau, Prof. Dr. Otto Fleischer, im Zusammenhang mit dem Grubenunglück unter dem Vorwand der Sabotage in Freiberg verhaftet. 1953 wurde gegen die "Banditen Kappler, Fleischer und Kandler" ein politischer Schauprozess inszeniert, bei dem die insgesamt acht Angeklagten zusammen zu 64 Jahren Zuchthaus verurteilt wurden und Dr. Fleischer mit 15 Jahren Zuchthaus die höchste Strafe erhielt. 1955 machte der Schriftsteller Rudolf Fischer das Grubenunglück zum Gegenstand seines Romans "Martin Hoop IV", dem er das offizielle Szenario einer durch Sabotage ausgelösten Schlagwetterkatastrophe zugrunde legte.

In der Mitte der 1950er Jahre wurde die Erkundung des Mülsenfeldes aufgenommen. Der dort zunächst als Wetterschacht abgeteufte Martin Hoop Schacht IX wurde im Juni 1958 bis zur Teufe von 1050 m vollendet und zum Fahr- und Förderschacht ausgebaut. Als neuer Wetterschacht entstand 1961 in Mülsen St. Niclas der Martin Hoop Schacht X. 1963 begann der Ausbau der Schachtanlage Martin Hoop IV zur Zentralanlage des Werkes; die seit 1957 errichteten Aufbereitungsanlagen waren 1964 fertiggestellt. Aus Anlass des 100-jährigen Betriebsjubiläums im Jahre 1967 wurde eine Chronik erarbeitet und der von Gerhard Murza und Wolfgang Rasch gestaltet Bildband "Kampf der Väter - Sieg der Söhne" herausgegeben; beides überfüllt mit realsozialistischer Propaganda. Im August 1968 erfolgte mit dreijährigem Verzug die Inbetriebnahme der neuen Skipförderschachtanlage Martin Hoop IVa, die für einen Zeitraum von 20 Jahren der Förderung aus dem Mülsenfeld und dem Grubenfeld des Karl-Marx-Werkes dienen sollte. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch bereits die Entscheidung über eine schrittweise Einstellung des Steinkohlenbergbaus in der DDR gefallen.

Nach dem Ministerratsbeschluss vom 21. Dezember 1967 zur Einstellung des VEB Steinkohlenwerkes Karl Marx wurde dieses ab 1968 als Betriebsteil "Karl Marx" in den VEB Steinkohlenwerk Martin Hoop integriert und auf dessen Gelände am Brückenberg zum 31. Dezember 1970 ein Betriebsteil des VEB Metallleichtbaukombinat Plauen eingerichtet. Mit einem Jahresschnitt von über 7200 Beschäftigten erreichte das Steinkohlenwerk Martin Hoop 1969 seine höchste Belegschaftsstärke. Seit Beginn der 1970er Jahre wurde eine Ziegelei zur Herstellung von Flugascheziegeln betrieben. Die Folgen des Grubenbrandes vom 21. Oktober 1973 - ein täglicher Förderverlust von 850 Tonnen Kohle und die Aufgabe einer Jahresfördermenge durch die Abdämmung des Brandfeldes - trugen wesentlich zu einer vorgezogenen Stilllegung bei. Auf Beschluss des ZK der SED und des Ministerrates der DDR wurde schließlich 1974 die planmäßige Einstellung der Steinkohlenförderung bis Ende 1977 verkündet. Die DEFA drehte 1975 in dem Werk einige Szenen für den dreiteiligen Fernsehfilm "Heimkehr in ein fremdes Land". Auf dem 15 ha umfassenden Werksgelände westlich des Dresdner Straße begann im Mai 1977 der Bau eines Plattenwerkes als Kombinatsbetrieb (KB) Martin Hoop des VE Wohnungsbaukombinates (WBK) Wilhelm Pieck Karl-Marx-Stadt. Der Beginn der Raub- und Verwahrungsarbeiten war im Dezember 1977. Am 1. Januar 1978 wurde mit dem VEB Steinkohlenwerk Martin Hoop das letzte produzierende Steinkohlenwerk des Zwickauer Reviers als Betriebsabteilung (BA) Martin Hoop an den VEB Steinkohlenkokereien August Bebel Zwickau im VE Gaskombinat Schwarze Pumpe angegliedert. Zugleich wurde auch die VVB (Z) Steinkohle aufgelöst. Im Januar 1978 beteiligten sich Beschäftigte der BA Martin Hoop an einer Hilfsaktion zur Wiederaufgewältigung der im August 1977 bei einer Schlagwetter-Kohlenstaubexplosion zerstörten Steinkohlengrube Chipanga III bei Moatize in der Volksrepublik Mocambique. Ende April 1978 konnte die Förderung in Chipanga III wieder aufgenommen werden, wobei sich die DDR die Hälfte der geförderten Kohle gesichert hatte. Die letzte Tonne Kohle im Betriebsteil Martin Hoop wurde am 29. September 1978 gefördert. Ab 1979 erfolgte die Ausbildung von mocambiquanischen Bergleuten, zugleich waren Beschäftigte der BA Martin Hoop im Rahmen "sozialistischer Hilfe" in Moatize tätig, um die dortige Kohleförderung zu verbessern. Zur Umstellung vom Pfeilkammerbau auf den Strebausbau in Moatize erfolgte die Ausraubung nicht mehr benötigter Arbeitsmittel des Hoop-Werkes, die nach ihrer Instandsetzung nach Mocambique verschickt wurden. Die Nachfolgebetriebe Plattenwerk und Rationalisierungsbetrieb nahmen am 29. September 1979 ihren offiziellen Betrieb auf. 1981 bestand die Belegschaft des Betriebsteils Martin Hoop im Jahresmittel nur noch aus 150 Personen. Als letzter Schacht des Reviers wurde 1984 nach mehrmaligen Abgang der Verfüllsäule der Martin Hoop Schacht IVa verwahrt. Ende 1984 zog die DDR nach dem Attentat von Unango ihre Entwicklungshelfer aus Mocambique ab, da deren Sicherheit in dem von einem Bürgerkrieg betroffenen Land nicht mehr gewährleistet war.


Bestandsgeschichte und –bearbeitung der Akten

Zum 1. Januar 1995 wurde auf Entscheid der Treuhandanstalt Berlin neben dem Bereich Kokerei / Sanierung und dem Sozialarchiv auch das Technisch-Historische Archiv in der Äußeren Schneeberger Str. 100 in Zwickau aus der Erzgebirgischen Steinkohlen-Energiegesellschaft ausgegliedert und unter Beibehaltung seiner Räumlichkeiten in die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH (GVV) - Bergwerk Zwickau übertragen. Das Technisch-Historische Archiv fungierte als Unternehmens- und Steinkohlenarchiv aller in der DDR tätigen Steinkohlenbergbauunternehmen, deren wirtschaftsleitender Organe sowie aller Rechtsvorgänger. Die bis in die 1840er Jahre zurückreichende Überlieferung umfasste insbesondere Unterlagen der VVB Steinkohle, der Steinkohlenwerke des Zwickauer Reviers August Bebel, Martin Hoop und Karl Marx, des Steinkohlenwerkes Oelsnitz, des Steinkohlenwerkes Willi Agatz (Freital), des Steinkohlenwerkes Plötz (Sachsen-Anhalt) sowie der Steinkohlenunternehmen des 19. und 20. Jahrhunderts vornehmlich des Zwickauer und Lugau-Oelsnitzer Reviers.

Zwischen 1996 und 1999 übergab die GVV dem Bergarchiv 1296 Archivkartons bzw. überformatige Bündel (ca. 142,56 lfm ) der Abgabegemeinschaft Steinkohlenwerk Martin Hoop, wobei die ersten Ablieferungen vor der Einrichtung des Archivdepots Fuchsmühlenweg wegen fehlender Lagerungskapazitäten in Freiberg zunächst an das Staatsarchiv Chemnitz erfolgen mussten und in den Jahren 1998 und 1999 schließlich nach Freiberg abgegeben worden sind. Erschlossen waren die bis zur Ebene Karton/Bündel fortlaufend durchnummerierten Ablieferungen durch Übergabelisten, in denen die innerhalb der Kartons/Bündel befindlichen einzelnen Akteneinheiten mit zumeist mit Aktennummer, Kurztitel und Laufzeit - jedoch ohne Angabe der tatsächlichen Provenienz aufgeführt waren. Stichproben ergaben, dass sich in der Abgabegemeinschaft neben zahlreichem Schriftgut des Rechtsvorgängers Gewerkschaft Morgenstern und darin aufgegangener weiterer Steinkohlenwerke auch in größerer Menge Akten des EStAV und weitere Fremdprovenienzen befanden.

Eine erste Bewertung von ausgewählten Teilen des Bestandes erfolgte Ende 2002 durch Andreas Erb und Mona Harring. Dabei wurden technische Zeichnungen nach ihrer Provenienz den entsprechenden Rissbeständen zugeordnet, Schriftgut von Vorgängerbetrieben und des EStAV herausgelöst sowie ca. 9,3 lfm nicht archivwürdige Akten und Druckschriften sowie ca. 5000 Technische Zeichnungen kassiert. Im Jahre 2004 erfolgte im Zuge der Erschließung der Betriebszeitungen aller Steinkohlenunternehmen durch Beate Lohse die Eingabe der ersten Verzeichnungseinheiten in das Archivprogramm Augias-Archiv. Um Verwechslungen mit den Kartonnummern auszuschließen, wurden die neu erschlossenen Teile als Karton 1297 ff. ans Ende des Bestandes getan und die einzelnen Archivalien innerhalb der Kartons fortlaufend nummeriert (z.B. 1297-1). Weitere Archivalien kamen bei der Bereinigung der Abgabegemeinschaft Steinkohlenwerk Oelsnitz durch Regina Schulz und der Bearbeitung des Bestandes 40107-1 EStEG durch Doreen Etzold hinzu, sodass der Bestand bis 2006 bis auf Karton Nr. 1313 anwuchs und aus ca 1200 Kartons (ca. 132 lfm) bestand.
Zur Vermeidung des Umzuges kassablen Schriftgutes in das Schloss Freudenstein wurde der Bestand im November 2007 durch Clemens Heitmann grundlegend bewertet und ca. 80 lfm kassiert. Anschließend erfolgte die Kartonierung in 263 Archivkartons (29 lfm), die eine neue fortlaufende Nummerierung erhielten; dazu wurde der Bestand vorerst unbenutzbar.

Von September bis November 2010 erfolgte durch Ines Schimke im Rahmen eines Werkvertrages eine flache Verzeichnung in Augias-Archiv sowie die Entmetallisierung. Wegen der fehlenden Klassifikation erfolgte dabei die Titelbildung indexähnlich mit einheitlichen leitenden Stichwörtern. Vorbereitend war das völlig ungeordnete und größtenteils in Bündeln formierte Schriftgut durch Sandra Hänel gereinigt, verpackt und fortlaufend durchsigniert worden. Im Zuge der technischen Bearbeitung wurden nicht bestandsbezogene Bücher und Druckschriften entnommen und in die Dienstbibliothek aufgenommen. Während der Erschließungsarbeiten festgestellte Fremdprovenienzen wurden entnommen und verschiedenen Beständen, insbesondere 40190-1 EStAV, zugeordnet. Ein Karton Bauakten der Amtshauptmannschaft Zwickau wurde an das Staatsarchiv Chemnitz abgegeben, zwei Kartons Archivalien kommunaler Provenienzen der Lagerungsgemeinschaft der in den Steinkohlenbeständen aufgefundenen Kommunalakten zugeführt. Auch wurden in geringem Umfang Kassationen vorgenommen. Der Bestandsumfang reduzierte sich dadurch auf 222 Kartons (24,42 lfm).

Bestandsgeschichte und –bearbeitung der Risse

Vor der Übernahme der Risse, Karten und technischen Zeichnungen des Steinkohlenarchivs Zwickau (umfasste ca. 20.000 Stk.) in das Sächsische Bergarchiv Freiberg erfolgte im Februar 1999 durch Hrn. Dr. Uwe Grandke und Hrn. Henry Zimmermann im Beisein von Hrn. Matthias Bock (GVV) die Bewertung dieser Unterlagen vor Ort in Zwickau. Hierbei handelte es sich um Riss- und Zeichnungswerke des Technisch-Historischen Archivs der Erzgebirgischen Steinkohlen-Energiegesellschaft mbH als Nachfolgebetrieb des VEB Steinkohlenkokereien August Bebel, deren Räumlichkeiten sich in der Äußeren Schneeberger Str. 100 in Zwickau befanden.
Zum 1. Januar 1995 wurde auf Entscheid der Treuhandanstalt Berlin neben dem Bereich Kokerei / Sanierung und dem Sozialarchiv auch das Technisch-Historische Archiv aus der Erzgebirgischen Steinkohlen-Energiegesellschaft ausgegliedert und - unter Beibehaltung o.g. Räumlichkeiten - in die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH (GVV) - Bergwerk Zwickau übertragen.
Das Technisch-Historische Archiv fungierte als Unternehmens- und Steinkohlenarchiv aller in der DDR tätigen Steinkohlenbergbauunternehmen, deren wirtschaftsleitender Organe sowie aller Rechtsvorgänger. Die bis in die 40er Jahre des 19. Jahrhunderts zurückreichende Überlieferung umfasst insbesondere Unterlagen der VVB Steinkohle, der Steinkohlenwerke des Zwickauer Reviers August Bebel, Martin Hoop und Karl Marx, des Steinkohlenwerkes Oelsnitz, des Steinkohlenwerkes Willi Agatz (Freital), des Steinkohlenwerkes Plötz (Sachsen-Anhalt) sowie der Steinkohlenunternehmen des 19. und 20. Jahrhunderts vornehmlich des Zwickauer und Lugau-Oelsnitzer Reviers.
Ziel der Bewertung war die Herauslösung möglichst intakter Risssätze. Als archivwürdig wurden dabei sämtliche Abbaurisse (in der Markscheiderei erstellt), Rollrisse aus dem 19. Jahrhundert (i.d.R. als historisch bezeichnet), technische Zeichnungen über zentrale, direkt mit dem Produktionsprozess zusammenhängende Technologie und besondere Rissunterlagen (bspw. Engagement der DDR in Algerien) eingestuft.
Im Bergarchiv erfolgte die Zuordnung der übernommenen Riss- und Zeichnungswerke auf der Grundlage von z.T. unzulänglichen Findkarteien sowie Übergabelisten zu den Beständen VEB Steinkohlenwerk Martin Hoop (4460 Stk.) sowie VEB Steinkohlenkokereien August Bebel (ca. 11300 Stk.) In letzteren Bestand wurden zudem sämtliche Risse zweifelhafter Provenienz eingeordnet.
Bis zu ihrer Neuerschließung war die Benutzbarkeit dieser Unterlagen im Bergarchiv mittels Ablieferungsverzeichnissen und Findkarteien sowie von Hrn. Dr. Grandke erstellten, summarischen Verzeichnissen zwar gewährleistet, eine strukturierte Recherche jedoch kaum möglich.
Auf Grund oben skizzierter Unzulänglichkeiten erfolgte von Juni bis November 2002 durch Fr. Regina Schulz im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung die Neuverzeichnung der Riss- und Zeichnungsunterlagen in der Datenbank AUGIAS-Archiv. Damit einhergehend und unter Hinzuziehung bzw. Konsultion von Hrn. Prof. Dr. Helmuth Albrecht sowie Hrn. Jens Kugler von der Bergakademie Freiberg wurden die Unterlagen einer nochmaligen Bewertung durch Hrn. Dr. Andreas Erb und Fr. Mona Harring unterzogen. Dabei wurden ca. 12.700 vorwiegend technische Detailzeichnungen und Doppelstücke kassiert.
Im Zuge der Neuverzeichnung erfolgte eine Provenienztrennung, die sich vorwiegend über den ausstellenden Betrieb bestimmt. Dabei wurden die Nachbringungs- bzw. Nachtragungsvermerke der Nachfolgebetriebe - soweit zuordnungsbar - zwar aufgenommen, blieben für die Bestandsbildung resp. Bestandsabgrenzung jedoch unberücksichtigt, wodurch sich die z.T. erhebliche Differenz zwischen der Laufzeit des Bestandes und dem tatsächlichen Bestehen des Betriebes erklärt. Es ist deshalb empfehlenswert, auch in den nachfolgenden Punkt "Korrespondierende Bestände" sowie in das Schema "Steinkohlenbergwerke in Sachsen - Revier Zwickau" Einsicht zu nehmen.
Freiberg, April 2011 (Zimmermann; Teil Akten: 17.12.2002 M. Harring)

Korrespondierende Bestände

40098-1	VVB Steinkohle, Zwickau und Vorgänger - Akten

40098-2	VVB Steinkohle, Zwickau - Risse 

40107-1	Erzgebirgische Steinkohlen-Energiegesellschaft mbH - Akten 

40107-2	Erzgebirgische Steinkohlen-Energiegesellschaft mbH - Risse 

40111-1	Gewerkschaft Morgenstern, Zwickau - Akten 

40111-2	Gewerkschaft Morgenstern, Zwickau - Risse 

40114-1	VEB Steinkohlenwerk und -kokereien August Bebel, Zwickau - Akten 

40114-2	VEB Steinkohlenwerk und -kokereien August Bebel, Zwickau - Risse 

40119-1	VEB Steinkohlenwerk Karl Marx, Zwickau - Akten 

40119-1	VEB Steinkohlenwerk Karl Marx, Zwickau - Risse 

40124-2	VEB Steinkohlenwerk Martin Hoop - Risse 

40191-1	Steinkohlenbau-Vereine des Zwickauer Reviers - Akten 

40191-2	Steinkohlenbau-Vereine des Zwickauer Reviers - Risse 



Literaturhinweise

Autorenkollektiv: Chronik des VEB Steinkohlenwerk Martin Hoop Zwickau 1868 - 1974, Zwickau, 1975-1979, Manuskript

Ebert, Sabine: Konstruierte Machenschaften. Der Freiberger Wissenschaftler Otto Fleischer wurde zum Sündenbock für das Zwickauer Grubenunglück gemacht und erst posthum rehabilitiert, in: Sächsische Zeitung Dresden 57, Nr. 16 (Beilage).

Ebert, Sabine: Späte Gerechtigkeit für Professor Otto Fleischer, in: Das Jahrbuch Region Freiberg, 11 (2001)

Döring, Hans-Joachim: "Es geht um unsere Existenz". Die Politik der DDR gegenüber der Dritten Welt am Beispiel von Mosambik und Äthiopien, (Forschungen zur DDR-Gesellschaft Bd. 8), Berlin, Christoph Links Verlag 2000

Fischer, Rudolf: Martin Hoop IV, Roman, Dietz Verlag, Berlin 1955

Hertel, Klaus: Chronik der Zwickauer und Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenwerke von ihrer Gründung an bis 1945, Teil 2: Zwickau-Oberhohndorfer Steinkohlenbau-Verein, Werke der Gewerkschaft Morgenstern - BA Morgenstern, BA Brückenberg, BA Florentin Kästner (VEB Steinkohlenwerke Martin Hoop und Karl Marx), Manuskript 1980

Prösch, Margret (Hrsg): Lebenserinnerungen und Zeitdokumente - Professor Dr. Otto Fleischer zum 100. Geburtstag; K. Fleischer, Zschortau 2001

Schönfelder, Kurt: Kampf der Väter - Sieg der Söhne. Zu 100-Jahr-Feier des volkseigenen Steinkohlenwerkes Martin Hoop, hrsg: VEB Steinkohlenwerk Martin Hoop Zwickau-Pöhlau, Förster & Börries KG, Zwickau 1967

Steinkohlenbergbauverein Zwickau e.V.: Der Steinkohlenbergbau im Zwickauer Revier, Förster & Börries, Zwickau 2000

Voß, Matthias: Wir haben Spuren hinterlassen! Die DDR in Mosambik. Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse aus drei Jahrzehnten (Die DDR und die Dritte Welt Bd. 6), LIT Verlag Berlin-Hamburg-Münster, 2005 [01]


Akten: Abteilung Hauptmechanik.- Konstruktionsbüro.- Hauptbuchhaltung.- Sicherheitsinspektion.- Grubenleitung.- Investbauleitung.- Kaderabteilung.- Rechtsabteilung.- Seilfahrt.- Schächte.- Markscheiderische Unterlagen.- Bergschäden.- Bauakten.- Werksanweisung.- Produktion.- Betriebssicherheit.- Betriebsgewerkschaftsleitung.- Brigadebücher.- Ledigenheim.- Schriftverkehr mit Bergbehörden.- Betriebspläne.- Jahrespläne.- Ökonomische Planung.- Betriebsgeschichte.- Zusammenlegung der Werke Karl Marx und Martin Hoop.- Wäsche.- Betriebszeitungen.- Abwicklung des Steinkohlenwerkes Oelsnitz.- Schachtverwahrungen in Freital.
Risse: Grund- und Saigerrisse, Urrisse.- Flach- und Spezialrisse.- Tagegegenden, Lagepläne, Übersichtspläne und -risse, Flurkarten.- Maschinen, Anlagen, Werkzeug und Geräte.- Gebäude.- Straßen und Eisenbahn.- Grafische und bildliche Darstellungen, Diagramme.
Die Gewerkschaft Morgenstern hatte 1920 den Zwickauer-Brückenberg-Steinkohlenbauverein und 1930 das Steinkohlenwerk Florentin Kästner erworben. Diese wurden als Betriebsabteilung Brückenberg bzw. Betriebsabteilung Florentin Kästner weitergeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Betriebsabteilung Brückenberg als Steinkohlenwerk Karl Marx, die Betriebsabteilungen Morgenstern und Florentin Kästner als Steinkohlenwerk Martin Hoop geführt. Beide gehörten zur VVB (Z) Steinkohle mit Sitz in Zwickau. Nach deren Umwandlung in die Verwaltung Volkseigener Betriebe im Jahre 1952 erfolgte die Verselbständigung als VEB. 1968 wurde die Kohlenförderung des VEB Steinkohlenwerk Karl Marx in den VEB Steinkohlenwerk Martin Hoop integriert.
Zum 31. Dezember 1977, nach Einstellung der Kohlenförderung im Zwickauer Revier, wurde die VVB (Z) Steinkohle Zwickau mit dem VEB Steinkohlenwerk Martin Hoop aufgelöst. Der VEB Steinkohlenkokereien August Bebel wurde Rechtsnachfolger.
  • 2002 | Findbuch/Datenbank (Risse)
  • 2011 | Findbuch/Datenbank (Akten)
  • 2020-09-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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