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Beständeübersicht

Bestand

40128 Braunkohlenwerke des Leipzig - Bornaer Reviers

Datierung1860 - 1952
Benutzung im Bergarchiv Freiberg
Umfang (nur lfm)33,70
Es handelt sich um einen zusammengefassten Bestand, der nur zum Teil archivisch bearbeitet ist. Eine Bearbeitung ist angedacht.
Bei den vorliegenden Daten handelt es sich zum Teil lediglich um Abschriften älterer Findhilfsmittel.

40128-01 Vorwort (vorläufiges Findbuch)
Die "Gewerkschaft Regiser Kohlenwerke" wurde 1901 gegründet und drei Jahre später den Betrieb auf. 1916 erwarb die Deutsche Erdöl-Aktiengesellschaft (DEA) die Mehrheit der Kuxe. Nachdem die DEA schließlich zum alleinigen Gewerken aufgestiegen war, erfolgte zum 31. Dezember 1926 die Liquidation der Gewerkschaft und die Weiterführung als Tochterunternehmen unter Beibehaltung des Namens. Zusammen mit elf weiteren Braunkohlenwerken, einer Tonwarenfabrik und einer Ziegelei wurde das zuletzt als "Regiser Braunkohlenwerke" firmierende Unternehmen zur "DEA Zweigniederlassung Borna" zusammengeschlossen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden in großem Umfang Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter eingesetzt. Nach Kriegsende wurden die "Regiser Braunkohlenwerke" enteignet und als "VEB Braunkohlenwerk Regis" verstaatlicht.

Wann der Bestand an das Staatsarchiv Leipzig abgegeben wurde ist nicht bekannt. 1970 wurde er dort auf Kartei verzeichnet. Die Übertragung in die Zuständigkeit des Bergarchivs erfolgte nach 2000; wegen der nicht ausreichenden Magazinkapazitäten in Freiberg verblieb der Bestand bis 2008 weiterhin in Leipzig.

Die Findkartei wurde bereits im Staatsarchiv Leipzig in das Archivprogramm Augias eingegeben und Namen von Zwangsarbeitern indiziert. Offensichtlich erfolgte dies im Zuge der Erstellung eines Inventars zur Zwangsarbeit. Nachdem im Jahre 2010 diese Daten dem Bergarchiv übergeben worden sind, wurde die Kartei durch ein Findbuch ersetzt und die Klassifikation leicht überarbeitet.

40128-02 (gebundenes Findbuch)
Vorwort
Geschichte der Bestandsbildner:
Funde von Braunkohle und sporadische Abbauversuche im Südraum von Leipzig setzen im 18. Jahrhundert ein. Holzmangel und beginnende Industrialisierung führten zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einer Forcierung des Braunkohleabbaus. Das "Mandat über die Gewinnung der Stein-, Braun- und Erdkohlen und des Torfs" vom 10. September 1822 verpflichtete jeden Grundstücksbesitzer, auf seinem Grund und Boden lagernde Kohle abzubauen oder die Abbaurechte an Interessierte abzutreten. Das "Jahrbuch für den Berg- und Hüttenmann auf 1863" nahm erstmals Braunkohlenbetriebe in seine Statistik auf und verzeichnete 105 Betriebe mit 1.285 Arbeitern. Als erster Großbetrieb kann die 1864 gegründete Braunkohlenabbaugesellschaft Grube Mansfeld, die Vorläuferin der Leipziger Braunkohlenwerke AG Kulkwitz, gelten. Mit dem Allgemeinen Berggesetz von 1868, das durch die Trennung von Abbaurecht und Grundeigentum an der Erdoberfläche die rechtlichen Voraussetzungen schuf, begann eine schnelle Expansion des Braunkohlebergbaus südlich von Leipzig, der durch die französischen Reparationsgelder nach 1871, das Ansteigen der Preise für Steinkohle und die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Leipzig-Borna-Chemnitz zusätzlichen Auftrieb erhielt und im Jahr 1872 mit 131 Betrieben einen Höchststand erreichte. Die bald wieder abflauende Konjunktur bewirkte jedoch einen Rückgang der Betriebszahl im Revier und förderte die Tendenz zur Konzentration.
Eine neue Gründungswelle setzte kurz vor der Jahrhundertwende ein, in deren Verlauf erhebliche Mengen an Kapital in den Bergbau flossen und die Kleinbetriebe immer mehr zugunsten größerer Konzerne in den Hintergrund gedrängt wurden. 1892 gründete sich mit der Grube Wyhra der erste größere Tagebau im Revier, der sich mit einer Neukirchener Brikettfabrik verband und seit 1906 als Bleichert´sche Braunkohlenwerke Neukirchen-Wyhra firmierte. 1897 wurden die Ramsdorfer Kohlenwerke, 1900 die Gewerkschaft Viktoria in Lobstädt sowie 1902 die Gewerkschaft Regiser Kohlenwerke und die Braunkohlengewerkschaft Breunsdorf gegründet. Der Duxer Kohlenverein eröffnete 1907 als erster außerdeutscher Anleger die Brikettwerke Dora und Helene in Großzössen, während die Niederlausitzer Kohlenwerke AG 1910 in der Deutzener Flur einen Tagebau in Angriff nahm. Im selben Jahr begann die Gewerkschaft Braunkohlenwerke Borna, seit 1916 AG, ihren Betrieb, und im Jahr darauf errichtete die Deutsch-Österreichische Bergwerksgesellschaft Teplitz-Schönau die Witznitzer Kohlenwerke.
Im Ersten Weltkrieg wurde der Rohstoff Braunkohle verstärkt für die Elektrizitätsversorgung und Treibstoffgewinnung genutzt und gewann an Bedeutung, weshalb sich der Staat zunehmend im Braunkohlenbergbau engagierte und sich mit dem Gesetz über das staatliche Kohlenbergbaurecht vom 14. Juni 1918 das Verfügungsrecht über die verbliebenen Kohlevorkommen sicherte. 1934 standen im Leipzig-Bornaer Revier noch siebzehn Betriebe in Förderung. Das Braunkohlenwerk in Deutzen ging 1940 an die Goslarer Salzdetfurth AG über.
Die von den Kriegshandlungen während des Zweiten Weltkrieges zum Teil schwer getroffenen Anlagen wurden von der sowjetischen Besatzungsmacht nach umfangreichen Demontagen zunächst als Sowjetische Aktiengesellschaften betrieben und nach und nach in Volkseigentum umgewandelt. Mit Anordnung der Landesverwaltung Sachsen vom 12. März 1946 wurden alle braunkohlenabbauenden und -verwertenden Unternehmen in Sachsen zur "Arbeitsgemeinschaft des sächsischen Braunkohlenbergbaus" zusammengeschlossen.

Bestandsgeschichte:
Im (Teil-)Bestand befinden sich Karten, Pläne und Risse der Braunkohlenbetriebe Herzog Ernst bei Oberlödla mit Grube Erfurt, Herzogin Adelheid bei Haselbach, Neuglück bei Crimmitzschen, Grube 133 Heureka bei Prößdorf, Vereinsglück III bei Spora, Prehlitzgrube bei Prehlitz, Grube Leonhard II bei Spora, Kiefernschacht der Friedensgrube, Vereinglück I und II bei Zipsendorf und Neuglück bei Rehmsdorf. Diese Unterlagen sind im Sommer 2008 zusammen mit weiteren Aktenteilbeständen (mutmaßlich Betriebsbestände) zuständigkeitshalber vom Staatsarchiv Leipzig an das Bergarchiv Freiberg abgegeben worden. Da eine überlieferte Findkartei vermutlich aus dem Braunkohlenkombinat Regis stammt und einige Archivalien Signaturetiketten des VEB Braunkohlenwerk Rositz bzw. des VEB Braunkohlenwerk Zipsendorf tragen (Betriebe des BKK Regis), wird vermutet, dass es sich bei dem vorliegenden (Teil-)Bestand um eine frühe Abgabe des VEB Braunkohlenkombinats Regis (Bestand 40126 VEB BKK Regis) an das seinerzeitige Staatsarchiv Leipzig handeln könnte.
Im Bergarchiv Freiberg wurde der Teilbestand im Jahr 2010 unter der Leitung von Clemens Heitmann durch Sandra Hänel sowie Conny Zeiser und Silvia Meyer verzeichnet. Bei der Bearbeitung wurde mittels des Systems AUGIAS eine neue Archivsignatur (laufende Nummer zzgl. Clustermerkmal, z.B. K0041) vergeben und die Kartensätze virtuell mittels eines Titels (= Kartensatz) und einzelner Blatttitel (= Einzeltitel) rekonstruiert. Da die einzelnen Verzeichnungseinheiten sich ausnahmslos auf jeweils ein Braunkohlenbergwerk bzw. einen -tagebau beziehen, können über die entsprechend gegliederte Klassifikation die interessierenden Archivalien sicher identifiziert werden. Um den Blattschnitt der Kartensätze zu erklären, wurden Blattübersichten angelegt und dem Findmittel / Findbuch beigefügt.
Der Erhaltungszustand der Archivalien ist befriedigend bis mangelhaft. Regelmäßig ist der Beschreibstoff instabil, oftmals ist das Papier großflächig und mehrfach eingerissen und es fehlen Kanten (Informationsverlust). Etwa die Hälfte der Stücke ist zernutzt. Diese Schadensbilder sind häufig nicht fachgerecht mittels Klebebändern sowie Leimungen auf Karton oder Leinen stabilisiert. Aufgrund des beschriebenen Erhaltungszustandes mussten einige Archivalien für die Benutzung gesperrt werden.


Korrespondierende Bestände:
" 40126 VEB Braunkohlenwerk Regis bei Borna (mit inkorporierten Betrieben, Betriebsteilen und -vorgängern)
" 40067 Bergbehörde Borna
" 40128-04 Gewerkschaft Leipzig - Dölitzer Kohlenwerke
" 40128-08 Bleichertsche Braunkohlenwerke Neukirchen - Wyhra AG
" 40128-09 Leipziger Braunkohlenwerke Kulkwitz AG
" 40128-10 Braunkohlenwerk Dora - Helene Großzössen
" 40128-12 Braunkohlenwerke Borna AG
" 40128-13 Braunkohlenwerk Grube Flora Ragewitz
Clemens Heitmann
August 2010

40128-03 (vorläufiges Findbuch)
Vorwort
Im Jahre 1906 erwarb der Bergwerksdirektor August Hugo Gabelmann im Auftrag von Kraft von Hohenlohe die Schurfrechte auf Braunkohle in Deutzen und Röthigen. Im selben Jahre begann die ,,Kraft Bergbau GmbH" mit dem Bau des Braunkohlenwerkes und der Brikettfabrik "Kraft I Thräna". Im Mai 1910 wurde die Kraft Bergbaugesellschaft von der Niederlausitzer Kohlenwerke AG Berlin (NKW) übernommen. Auf Beschluss der Aktionäre begannen noch im selben Jahre die Arbeiten zur Errichtung des Braunkohlenwerkes und Brikettfabrik "Kraft II Deutzen", das 1912 in Betrieb ging. Ein großer Teil der Bergleute kam aus Bayern.
Nach der Übernahme der Aktiengesellschaft "Glückauf" Blumroda durch die NKW wurde deren Braunkohlenkohlenwerk und Brikettfabrik ab 1912 unter dem neuen Namen "Kraft III Blumroda" als drittes Schwesterwerk geführt. 1932 wurden die böhmischen Kohlenmagnaten Ignaz und Julius Petschek Hauptaktionäre der Niederlausitzer Kohlenwerke AG. Vorsitzender des Aufsichtsrates der NKW war Dr. Ernst Petschek

Nach der "Arisierung" der Unternehmen der Petschek - Gruppe wurde das Werk ab 1939 als Betrieb Kraft II der Deutschen Kohlenbergbau GmbH, Abteilung Niederlausitz unterstellt. Im Jahre 1940 wurde Kraft II, wie auch die Werke Kraft I und III als Betriebe der Kohlenhandel Salzdetfurth GmbH, Leipzig, später Salzdetfurth AG, angeschlossen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden in großem Umfang Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter eingesetzt. Nach Kriegsende wurde das Werk Kraft II von der sowjetischen Militärandministration in Sachsen als Reparationsbetrieb beschlagnahmt und am 1. August 1946 als Kombinat Deutzen in die sowjetische Aktiengesellschaft " SAG Brikett" eingegliedert. Am 5. Juni 1952 gab die Sowjetunion das Werk an die DDR zurück, die es als volkseigenen Betrieb "VEB Braunkohlenwerk Deutzen" weiterbetrieb.


Wann der Bestand an das Staatsarchiv Leipzig abgegeben wurde, ist nicht bekannt. 1971 wurde er dort auf Kartei verzeichnet. Die Übertragung in die Zuständigkeit des Bergarchivs erfolgte nach 2000; wegen der nicht ausreichenden Magazinkapazitäten in Freiberg verblieb der Bestand bis 2008 weiterhin in Leipzig.

Die Findkartei wurde bereits im Staatsarchiv Leipzig in das Archivprogramm Augias eingegeben. Offensichtlich erfolgte dies im Zuge der Erstellung eines Inventars zur Zwangsarbeit. Nachdem im Jahre 2010 diese Daten dem Bergarchiv übergeben worden sind, wurden noch drei Kartons mit bisher unverzeichneten Archivalien aufgefunden und nach verzeichnet. Danach wurde die Kartei durch ein Findbuch ersetzt und die Klassifikation leicht überarbeitet.

40128-04 Nur einige Akten mit Zwangsarbeiterbezug in Augias erfasst;
Angaben zur Geschichte des Werkes enthält die Einleitung zum Bestand 40184 VEB Braunkohlenwerk Dölitz (bei Leipzig).

40128-06 gebundenes Findbuch
Vorwort
Im Jahre 1893 nahm der Obersteiger Weickardt am Lerchenberg zwischen Borna, Kesselshain und Dittmannsdorf auf einem von der Stadtgemeinde Borna gepachteten Grundstück in der Flur Kesselshain das Braunkohlenwerk "Gottes Segen" auf. Dieses Werk ist nicht identisch mit dem 1892 gelöschten, vom Kaufmann Otto Hermann Dietel aus Borna auf den angrenzenden, Arndt von Armin gehörigen Fluren des Rittergutes Dittmannsdorf betriebenen gleichnamigen Braunkohlenwerk Gottes Segen bei Dittmannsdorf.

1932 verkauften Weickardts Söhne das Braunkohlenwerk Gottes Segen bei Kesselshain an den ehemaligen Betriebsdirektor der Breunsdorfer Kohlenwerke, Bergdirektor i.R. Alfred Schulte - Mäter. Das überwiegend im Tiefbau fördernde kleine Werk war zu dieser Zeit eines der wenigen, das nicht einem der mitteldeutschen Braunkohlenkonzerne gehörte. 1939 erwarb der Leipziger Kohlenhändler Arthur Einführer die "Grube Gottes Segen bei Kesselshain" von Schulte - Mäter und benannte sie "Grube Gottes Segen in Borna". Am 28. Mai 1940 erfolgte der Weiterverkauf an die Wollgarnfabrik Tittel & Krüger und Sternwollspinnerei AG in Leipzig. Am 2. Februar 1944 brannten die Tageanlagen ab. Nach der 1947 erfolgten Überführung der Grube in Landeseigentum wurde sie durch den Kreisrat zu Borna betrieben. Der Anstieg der Kohlenpreise führte ab 1948 zu einem starken Absatzrückgang, zumal die in dem Kleinstvorkommen am Lerchenberg gewonnen Kohle nicht die beste Qualität hatte. Ende 1949 fiel deshalb die Entscheidung zur Schließung der Grube. Die letzte Kohle wurde im Februar 1950 gefördert.

Wann der Bestand an das Staatsarchiv Leipzig abgegeben wurde, ist nicht bekannt. Seit 1971 war er dort unter der Bezeichnung "Breunsdorfer Kohlenwerke" erfasst, die handschriftlich angelegte Kartei wurde wahrscheinlich bereits in den 1950er Jahren durch Abschrift vom Aktendeckel ohne Sichtung des Inhalts angelegt. Die Übertragung in die Zuständigkeit des Bergarchivs erfolgte nach 2000; wegen der nicht ausreichenden Magazinkapazitäten in Freiberg verblieb der Bestand bis 2008 weiterhin in Leipzig. Es handelt sich um eine fragmentarische Überlieferung von 0,1 lfm.

Die Findkartei wurde bereits im Staatsarchiv Leipzig in das Archivprogramm Augias eingegeben. Offensichtlich erfolgte dies im Zuge der Erstellung eines Inventars zur Zwangsarbeit. Nachdem im Jahre 2010 diese Daten dem Bergarchiv übergeben worden sind, wurde festgestellt, dass die Überlieferung von der Grube Gottes Segen stammt und diese zu keiner Zeit zu den Breunsdorfer Kohlenwerken gehört hatte. Die falsche Bestandbezeichnung war von einem alten Schnellhefter hergeleitet worden, den Schulte - Mäter zur Verpackung mehrerer Zeichnungen verwendet hatte. Wegen der Fehlerhaftigkeit der Angaben aus der Kartei wurde der Bestand neu verzeichnet. Danach wurde die Kartei durch ein Findbuch ersetzt.

Korrespondierende Bestände:

20231 Kreistag/Kreisrat Borna
20929 Sächsische Wollgarnfabrik AG, vormals Tittel und Krüger, Leipzig
40024 Landesbergamt Freiberg
40027 Oberbergamt Freiberg (neu)
40038-1 Deponierte Braunkohlenrisse
40041 Fiskalische Braunkohlenrisse
40051 Bergamt Leipzig
40064 Technisches Büro des Bergbaus und der Brennstoffindustrie des Landes Sachsen

Freiberg, Juli 2011
A. Henry Zimmermann

40128-07 Nur einige Akten in Augias erfasst

40128-08 Nur einige Akten mit Zwangsarbeiterbezug in Augias erfasst

40128-09
1.Betriebsgeschichte
1864 wurde zum Abbau weniger Jahre vorher festgestellter Braunkohlelager eine Gewerkschaft "Grube Mansfeld" in Albersdorf bei Markranstädt gegründet. 1867 erfolgte deren Umwandlung in eine Aktiengesellschaft. In diesen Jahren gehörte der Betrieb zu den größten und modernsten Braunkohlenwerken Nordwestsachsens. Die über 2 Schächte - Mansfeld und Glückauf - verfügende AG wurde 1884 wieder in eine "Gewerkschaft Grube Mansfeld" mit Sitz in Albersdorf umgebildet, die 2 neue Schächte - Carolaschacht und König-Albert-Schacht- ausbaute. Diese Gewerkschaft ging 1891 in die neugegründete Aktiengesellschaft "Leipziger Braunkohlenwerke" auf, die mit ihrer Sitzverlegung nach Kulkwitz, 1899, in "Leipziger Braunkohlenwerke AG" umbenannt wurde.
Der Kulkwitzer Betrieb übernahm die gesamten Kohlelieferungen an das seit 1911 arbeitende Großkraftwerk Kulkwitz der 1910 gegründeten "Landkraftwerke Leipzig AG", die ihrerseits einen Teil der Aktien des Braunkohlenwerkes übernahmen. Bis zum Jahre 1927 erwarben die Landkraftwerke, deren Aktienbesitz sich in den Händen des sächsischen Staates und der preußischen Provinzialregierung Sachsen befand, den gesamten Aktienbesitz des Kulkwitzer Braunkohlenwerkes. 1938 verlor das Werk die juristische Selbständigkeit und wurde den Landkraftwerken als "Abt. Braunkohlenwerk Kulkwitz" angegliedert. Ende 1943 wurden, nach Zerstörung des Gebäudes der Hauptverwaltung der Landkraftwerke in Leipzig, Teile der Hauptverwaltung nach Kulkwitz verlegt. Anfang 1946 wurden die "Landkraftwerke Leipzig AG" mit dem Braunkohlenwerk Kulkwitz sequestriert und noch im gleichen Jahr als "Landkraftwerke Kulkwitz" der "SAG der Kraftwerke in Deutschland" angeschlossen.

2. Bestandsgeschichte
Schriftgut der Bestände "Gewerkschaft Grube Mansfeld", "Braunkohlenabbaugesellschaft Grube Mansfeld", "Leipziger Braunkohlenwerke AG", Abt. Braunkohlenwerk Kulkwitz" und der Hauptverwaltung der "Leipziger Landkraftwerke AG" gelangten 1963 aus dem Betriebsarchiv des "VEB Braunkohlenwerk Kulkwitz" in das Betriebsarchiv des "VEB Braunkohlenwerk Deutzen". Die Bestände wurden dort erschlossen und 1968 an das Staatsarchiv Leipzig übergeben.
Im Zuge der Bearbeitung im StAL wurde ein zusammengefasster Bestand aus den in verschiedenen Rechtsformen tätigen aufeinander folgenden Bestandsbildern gebildet.

3. Bemerkungen zum Bestandsinhalt
Fast die Hälfte des überlieferten Archivgutes enthält Informationen über die Leitung und Organisation des Braunkohlenwerkes von seiner Gründung im Jahre 1864 bis zu seiner Auflösung nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Dabei befinden sich Dokumente über Geschäftsordnungen, Generalversammlungen, Bilanzen und Geschäftsberichte, betriebswirtschaftliche Statistiken über Produktion, Absatz und Belegschaft des Werkes, wie Wohnungsbau, Tarife und Löhne, sowie Sozialwesen für den Zeitraum von 1885 - 1945. Das Gleiche gilt für die Kapitalentwicklung, wie z. B. den Besitz von Kohlefeldern. Hinzuweisen ist auch auf die Dokumentation der technischen Einrichtungen des Werkes, insbesondere auf eine zeitweise betriebene Braunkohlenschwelanlage.

Im Bestand 40185 sind im geringen Umfang Unterlagen der Leipziger Braunkohlenwerke AG, Abt. Braunkohlenwerk Kulkwitz und der Hauptverwaltung der Leipziger Landkraftwerke AG enthalten. Dabei handelt es sich cuh um Fotos. [Ergänzung: Hlm, 2013]

Leipzig, den 12. 12. 1985
Dr. Welsch
(retrokonvertiert 2012, Solbrig)

40128-10 vorläufiges Findbuch
Der Bestand wurde 1978 durch den VEB Braunkohlenkombinat Borna an das Staatsarchiv Leipzig abgegeben. Die Übertragung in die Zuständigkeit des Bergarchivs erfolgte nach 2000; wegen der nicht ausreichenden Magazinkapazitäten in Freiberg verblieb der Bestand bis 2008 weiterhin in Leipzig.

40128-11 gebundenes Findbuch
Vorwort
Nachdem 1898 der Aufschluss der Braunkohlengrube Ramsdorf erfolgt war, erwarb die Bank für Bergbau und Industrie AG in Berlin Grundstücke und Abbaurechte in Ramsdorf. Im Jahre 1900 erfolgte durch Bank die Gründung einer "Aktiengesellschaft Ramsdorfer Braunkohlenwerke zu Ramsdorf". Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde v. a. durch den Erwerb des Rittergutes Ramsdorf der Kohlenfeld- und Immobilienbesitz erheblich erweitert.

Sämtliche in der Brikettfabrik erzeugten Briketts wurden seit dem 1. April 1918 zur Vergasung in den Generatorenanlagen der DEA verwendet. Im selben Jahre verpachtete die Aktiengesellschaft den Grubenbetrieb an die Rositzer Braunkohlenwerke AG als Abteilung Ramsdorfer Braunkohlenwerke. 1919 erwarb die Rositzer Braunkohlenwerke AG das gesamte Kapital der Aktiengesellschaft Ramsdorfer Braunkohlenwerke zu Ramsdorf. Wegen des hohen Bitumengehalts der Kohle fiel 1918 die Entscheidung für den Bau einer Braunkohlenextraktionsanlage in Ramsdorf; im Oktober 1919 erfolgte die Inbetriebnahme der Montanwachsfabrik. Seit der Bildung des Mitteldeutschen Braunkohlen-Syndikat in Leipzig am 1. April1920 gehörten die Ramsdorfer Braunkohlenwerke der Mitteldeutschen Braunkohlen-Syndikat in Leipzig an. Am 2. Juli 1920 pachtete die Rositzer Braunkohlenwerke AG auch die Betriebe des Werkes. Am 27. November 1920 erwarb die Rositzer Braunkohlenwerke AG fast das gesamte Kapital der DEA. 1922 wurde der Pachtvertrag über die Betriebe auf die DEA übertragen. Nachdem die Bitumenerzeugung unter den Erwartungen geblieben war und sich die Anlage auch recht störanfällig zeigte, erfolgte am 26. Juli 1924 Stilllegung der Montanwachs-Extraktion. Die Aktiengesellschaft Ramsdorfer Braunkohlenwerke zu Ramsdorf ging mit Wirkung zum1. Januar 1927 im Wege der Fusion in der DEA auf. Zusammen mit elf weiteren Braunkohlenwerken, einer Tonwarenfabrik und einer Ziegelei wurden die "Ramsdorfer Kohlenwerke" zur "DEA Zweigniederlassung Borna" zusammengeschlossen. 1936 begannen die Arbeiten für die Herstellung einer Wasserversorgung für die Mineralölwerke Rositz-Fichtenhainichen in Thüringen aus den Ramsdorfer Tiefbauen. 1946 wurden die "Ramsdorfer Braunkohlenwerke" enteignet und der Verwaltung der Kohlenindustrie des Landes Sachsen unterstellt.

Wann der Bestand an das Staatsarchiv Leipzig abgegeben wurde ist nicht bekannt. 1969 wurde er dort auf Kartei verzeichnet. Die Übertragung in die Zuständigkeit des Bergarchivs erfolgte nach 2000; wegen der nicht ausreichenden Magazinkapazitäten in Freiberg verblieb der Bestand bis 2008 weiterhin in Leipzig.

Die Findkartei wurde bereits im Staatsarchiv Leipzig in das Archivprogramm Augias eingegeben. Nachdem im Jahre 2010 diese Daten dem Bergarchiv übergeben worden sind, wurden darin eine Fülle von Unternummerierungen (Strichnummern) sowie fehlerhafte Datierungen festgestellt. Es erfolgte schließlich eine Neuverzeichnung und fortlaufende Nummerierung der Archivalien; die bisherige Klassifikation wurde verworfen und durch eine neue ersetzt. Der Bestand umfasst nunmehr 59 Verzeichnungseinheiten und hat einen Umfang von 0,66 lfm.

Freiberg, August 2011
Zimmermann

40128-12 Nur einige Akten mit Zwangsarbeiterbezug in Augias erfasst


Leitung und Organisation.- Gründungen, Zusammenlegungen und Betriebsauflösungen.- Berichtsführung.- Bilanzen.- Finanzen.- Personal.- Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.- Interessenverbände.
Kohlenfelder und Kohlenabbaurechte.- Betriebsanlagen.- Gewinnung.- Verlegung von Gebäuden und von Infrastruktur.- Umweltschäden.- Energieversorgung.- Absatz.- Markscheidewesen.- Patente.
Funde von Braunkohle und sporadische Abbauversuche im Südraum von Leizig setzen im 18. Jahrhundert ein. Holzmangel und beginnende Industrialisierung führten zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu einer Forcierung des Abbaus. Das „Mandat über die Gewinnung der Stein-, Braun- und Erdkohlen und des Torfs“ vom 10. September 1822 verpflichete jeden Grundstücksbesitzer, auf seinem Grund und Boden lagernde Kohle abzubauen oder die Abbaurechte an Interessierte abzutreten. Das „Jahrbuch für den Berg- und Hüttenmann auf 1863“ nahm erstmals Braunkohlenbetriebe in seine Statistik auf und verzeichnete 105 Betriebe mit 1.285 Arbeitern. Als erster Großbetrieb kann die 1864 gegründete Braunkohlenabbaugesellschaft Grube Mansfeld, die Vorläuferin der Leipziger Braunkohlenwerke AG Kulkwitz, gelten. Mit dem Allgemeinen Berggesetz von 1868, das durch die Trennung von Abbaurecht und Grundeigentum an der Erdoberfläche die rechtlichen Voraussetzungen schuf, begann eine schnelle Expansion des Braunkohlenbergbaus südlich von Leipzig, der durch die französischen Reparationsgelder nach 1871, das Ansteigen der Preise für Steinkohle und die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Leipzig-Borna-Chemnitz zusätzlichen Auftrieb erhielt und im Jahr 1872 mit 131 Betrieben einen Höchststand erreichte. Die bald wieder abflauende Konjuktur bewirkte jedoch einen Rückgang der Betriebszahl im Revier und förderte die Tendenz zur Konzentration. Eine neue Gründungswelle setzte kurz vor der Jahrhundertwende ein, in deren Verlauf erhebliche Mengen an Kapital in den Bergbau flossen und die Kleinbetriebe immer mehr zugunsten größerer Konzerne in den Hintergrund gedrängt wurden. 1892 gründete sich mit der Grube Wyhra der erste größere Tagebau im Revier, der sich mit einer Neukirchener Brikettfabrik verband und seit 1906 als Bleichert´sche Braunkohlenwerke Neukirchen-Wyhra firmierte. 1897 wurden die Ramsdorfer Kohlenwerke, 1900 die Gewerkschaft Viktoria in Lobstädt sowie 1902 die Gewerkschaft Regiser Kohlenwerke und die Braunkohlengewerkschaft Breunsdorf gegründet. Der Duxer Kohlenverein eröffnete 1907 als erster außerdeutscher Anleger die Brikettwerke Dora und Helene in Großzössen, während die Niederlausitzer Kohlenwerke AG 1910 in der Deutzener Flur einen Tagebau in Angriff nahm. Im selben Jahr begann die Gewerkschaft Braunkohlenwerke Borna, seit 1916 AG, ihren Betrieb, und im Jahr darauf errichtete die Deutsch-Österreichische Bergwerksgesellschaft Teplitz-Schönau die Witznitzer Kohlenwerke. Im Ersten Weltkrieg wurde der Rohstoff Braunkohle verstärkt für die Elektrizitätsversorgung und Treibstoffgewinnung genutzt und gewann an Bedeutung, weshalb sich der Staat zunehmend im Braunkohlenbergbau engagierte und sich mit dem Gesetz über das staatliche Kohlenbergbaurecht vom 14. Juni 1918 das Verfügungsrecht über die verbliebenen Kohlevorkommen sicherte. 1934 standen im Leipzig-Bornaer Revier noch siebzehn Betriebe in Förderung. Das Braunkohlenwerk in Deutzen ging 1940 an die Goslarer Salzdetfurth AG über. Die von den Kriegshandlungen zum Teil schwer getroffenen Anlagen wurden von der sowjetischen Besatzungsmacht nach umfangreichen Demontagen zunächst als Sowjetische Aktiengesellschaften betrieben und nach und nach in Volkseigentum umgewandelt. Mit Anordnung der Landesverwaltung Sachsen vom 12. März 1946 wurden alle braunkohlenabbauenden und -verwertenden Unternehmen in Sachsen zur „Arbeitsgemeinschaft des sächsischen Braunkohlenbergbaus“ zusammengeschlossen.
  • | Abgabeverzeichnis (Braunkohlenwerke Borna AG)
  • | Abgabeverzeichnis (Gewerkschaft Leipzig-Dölitzer Kohlenwerke)
  • | Findkartei (Braunkohlenwerke Salzdetfurth AG, Sitz Deutzen)
  • | Abgabeverzeichnis (Bleichertsche Braunkohlenwerke Neukirchen-Wyhra AG)
  • | Findbuch (Leipziger Braunkohlenwerke Kulkwitz AG, Kulkwitz)
  • | Findkartei (Staatliche Sächsische Braunkohlenwerke Leipnitz)
  • | Findbuch (Braunkohlenwerk "Grube Flora" Ragewitz)
  • 1970, 2011 | Findbuch/Datenbank (Regiser Braunkohlenwerke)
  • 1971, 2011 | Findbuch/Datenbank (Braunkohlenwerk Kraft II Deutzen)
  • 1978, 2011 | Findbuch/Datenbank (Braunkohlenwerk Dora-Helene, Großzössen)
  • 2011 | Findbuch/Datenbank (Risse)
  • 2011 | Findbuch/Datenbank (Grube Gottes Segen bei Borna, vorm. Braunkohlenwerk Gottes Segen bei Kesselshain)
  • 2011 | Findbuch/Datenbank (Ramsdorfer Braunkohlenwerke)
  • 2020-12-15 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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