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Beständeübersicht

Bestand

22198 B. G. Teubner Verlag, Leipzig

Datierung1723 - 1996
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)28,94



Benedictus Gotthelf Teubner


Der Verlagsgründer wurde am 16. Juni 1784 in Großkrausnigk (Brandenburg) als elftes von zwölf Kindern einer Pfarrersfamilie geboren.[01] Nach der schulischen Ausbildung durch seinen Vater begann Teubner 1798 eine Lehre in der Hofbuchdruckerei des Carl Christian Meinhold in Dresden. 1803 schloss er seine Lehre ab und begab sich auf die Wanderschaft, während der er u. a. längere Zeit in Bratislava tätig war. Auf familiäre Bitten brach er seine Wanderschaft 1806 ab und übernahm als Faktor die Druckerei, die Johann Carl Weinedel, der Mann seiner Schwester Johanne Christiane Sophie, in Leipzig erworben hatte. Weinedel verstarb 1808, Teubners Schwester im Jahr darauf. Teubner führte die Druckerei zunächst für die unmündigen Kinder der beiden weiter. Am 21. Februar 1811 kaufte er die Druckerei, begründete die Firma "B. G. Teubner" und erhielt das Leipziger Bürgerrecht.[02] Bereits seit 1808 kannte er die Familie Koch aus Elsterberg, deren Tochter Julie er am 11. Mai 1811 heiratete. Aus der Ehe gingen sechs Töchter und zwei Söhne hervor.[03] Teubner widmete sich intensiv dem Ausbau seiner Firma. Er gründete 1824 seinen Verlag mit Buchhandlung, erwarb Schnellpressen, eröffnete 1833 eine Filiale in Dresden, begründete u. a. die sehr erfolgreiche Schriftenreihe "Bibliotheca Teubneriana" und ließ repräsentative Firmengebäude am Augustusplatz errichten. Seit 1831 war er Stadtrat. Da beide Söhne Teubners früh verstarben, holte er 1845 seinen Schwiegersohn Adolf Rossbach, Mann seiner Tochter Julie, und 1850 Albin Ackermann, Mann seiner Tochter Anna, in das Unternehmen.[04] Benedictus Gotthelf Teubner starb am 21. Januar 1856 und hinterließ einen der bedeutendsten deutschen Verlage.



Geschichte des B. G. Teubner Verlages, Leipzig bis 1952



Die Firma "B. G. Teubner" wurde am 21. Februar 1811 als Druckereibetrieb in Leipzig gegründet. Der Firmensitz befand sich zunächst im "Alten Amtshof" nahe der Pleiße. Hier siedelte sich 1818 mit Hilfe Teubners auch Friedrich Arnold Brockhaus an. Der Platz reichte für die Druckereien bald nicht mehr aus und beide Unternehmen verlegten 1821 ihren Sitz. Teubners größere Druckerei lag nun repräsentativ am heutigen Augustusplatz, an der Ecke des Grimmaischen Steinwegs. Hier befand sich auch das Wohnhaus der Familie Teubner. Am 1. Januar 1831 übernahm die Firma Teubners den Druck der traditionsreichen "Leipziger Zeitung". 1833 erfolgte die Gründung einer Filiale in Dresden, die u. a. den Druck der "Nachrichten vom Landtage" und seit 1846 auch den Druck des "Dresdner Tageblatts" (später "Dresdner Journal") übernahm.

1834 erwarb Teubner die erste Schnellpresse (1853 waren es bereits fünf) und erlangte damit wesentlich höhere Druckkapazitäten. So konnte das Unternehmen seit 1835 das "Amtliche Blatt des Börsenvereins" drucken. Die Firma wuchs schnell, so dass bereits 1838 der Neubau eines größeren Firmengebäudes am gleichen Ort notwendig wurde.[05] 1852 entstand ein neues Wohnhaus für die Familie Teubner.[06] Nach dem Tod des Unternehmensgründers Benedictus Gotthelf Teubner, am 21. Januar 1856, übernahm sein Schwiegersohn Adolf Roßbach die kaufmännische Leitung. Dem zweiten Schwiegersohn Albin Ackermann wurde die Führung der Druckerei übertragen. Die Leitung des 1824 gegründeten Verlages blieb, wie schon unter B. G. Teubner, in den Händen des bereits seit 1847 in der Firma beschäftigten August Schmitt.[07] Die Nachfolger Teubners führten die Firma ganz in seinem Sinne weiter. Auf Grund des hervorragenden Rufes der Teubnerschen Druckerei stieg die Zahl der Aufträge durch andere Verleger und v. a. auch durch staatliche Behörden kontinuierlich an. Hinzu kam der Druck der eigenen Verlagswerke. 1860 verfügte die Offizin über elf Schnellpressen und fünf Handpressen.[08] Die alten Räumlichkeiten reichten längst nicht mehr aus, so dass die Firma 1865 in ein neu errichtetes Gebäude in der Poststraße verlegt wurde.[09] 1882 trat Alfred Ackermann, Sohn Albin Ackermanns, in die Firma ein, 1892 folgte der Enkel Adolf Roßbachs, Alfred Giesecke.[10] Das Unternehmen florierte weiterhin. 1900 eröffnete Teubner eine Vertretung mit einem öffentlichen Lesezimmer in Berlin. Zum hundertjährigen Firmenjubiläum erfolgte die Einweihung eines neuen Geschäftshauses, das sich in der Poststraße 3 – 5 befand. Zahlreiche neue verlegerische Projekte begannen, so entwickelte sich Teubner in den zwanziger Jahren zum größten Schulbuchverlag Deutschlands.[11] 1936 erwarb das Unternehmen den G. A. Gloeckner Verlag, Leipzig und übernahm dessen Verlagsrechte.

Die erfolgreiche Entwicklung der Firma endete im Zweiten Weltkrieg mit dem Bombenangriff auf Leipzig am 4. Dezember 1943. Die Verlags- und Druckereigebäude und mit ihnen auch das Verlagsarchiv wurden fast vollständig zerstört, die Produktion musste eingestellt werden. Am 13./14. Februar 1945 wurde die Dresdner Filiale bei Bombenangriffen völlig zerstört. Sie wurde nach dem Krieg nicht wieder errichtet.

Bereits 1945 stellte der B. G. Teubner Verlag den Antrag auf eine Verlagslizenz bei der sowjetischen Militärverwaltung. Diese wurde erst nach zwei Jahren für die "B. G. Teubner Verlagsgesellschaft K G" erteilt. Bereits 1946 hatte die Firma die intakte Druckerei Oskar Leiner in der Goldschmidtstraße 28 als Ersatz für die zerstörten Gebäude in der Poststraße erworben, kurz darauf wurden die wichtigsten Maschinen durch die sowjetische Besatzungsmacht demontiert.[12] Trotzdem gelang es Martin Giesecke (Ururenkel B. G. Teubners) und Herbert Heisig, die Produktion wieder in Gang zu bringen. Aufgrund der Benachteiligung privater Firmen, u. a. bei der Papierzuteilung und den Beschäftigungstarifen, den Schwierigkeiten bei der Auszahlung von Honoraren in Westmark und dem Bestreben des Staates, die Firma in Volkseigentum zu überführen, flüchteten Martin Giesecke und Herbert Heisig 1952 in die Bundesrepublik Deutschland.[13] Der Sitz der Firma wurde nach Stuttgart verlegt. Hier wurde die Verlagstätigkeit ab 1953 unter dem Firmennamen B. G. Teubner Verlagsgesellschaft mbH aufgenommen.



Verlegerische Tätigkeit 1824 - 1952


1823 fasste B. G. Teubner den Beschluss, neben der Druckerei einen Verlag mit Buchhandlung zu eröffnen.[14] 1824 erschien das erste Buch des Verlages: Xenophons "Anabasis". Teubner entschied sich bewusst für einen Klassiker aus der Antike. Seine Vorliebe für den Druck philologischer Werke bildete die Basis für das zukünftige Verlagsprogramm. 1825 erschien der erste Verlagskatalog, der bereits 25 Werke antiker Autoren umfasste.[15] Die bedeutendste Schriftenreihe des Verlages im Bereich Altertumswissenschaft, die "Bibliotheca Scriptorum Graecorum et Romanorum Teubneriana", rief Teubner 1849 ins Leben. Bis heute erschienen rund 500 eigenständige Werke in der Reihe.[16] Nach nur mäßigem Erfolg im belletristischen Bereich entwickelte sich die Herausgabe mathematischer und naturwissenschaftlicher Werke zu einem weiteren Schwerpunkt im Verlagsprogramm. Das erste mathematische Werk war bereits 1849 bei Teubner erschienen. Es handelte sich um das "Lehrbuch der descriptiven Geometrie, Erstes Heft" von Traugott Franke.[17] Trotz des geringen Absatzes des Werkes verlor Teubner nicht das Interesse am Verlegen mathematisch-naturwissenschaftlicher Werke. 1856 ging die "Zeitschrift für Mathematik und Physik" in Druck.[18] Als Teubner 1856 starb, konzentrierten seine Erben sich weiterhin auf die Verlagsschwerpunkte Altertum und Mathematik / Naturwissenschaften. Neben der Weiterführung der "Bibliotheca Teubneriana" wurden z. B. 1868 die "Mathematischen Annalen" gegründet. 1900 begann die Veröffentlichung des umfangreichsten Lieferungswerkes des Verlages, des "Thesaurus linguae Latinae".[19] Im darauffolgenden Jahr wurde das "Archiv für Papyrusforschung" gegründet. Besonders intensiv widmete sich der Verlag der Veröffentlichung von Schulbüchern. Auf diesem Gebiet entwickelte er sich Mitte der 1920er Jahre zum Marktführer in Deutschland.



Geschichte des B. G. Teubner Verlages, Leipzig 1952 - 1991



Nach der Flucht der Gesellschafter und der Verlegung des Firmensitzes nach Stuttgart wurde B. G. Teubner Leipzig ab 1953 zunächst unter staatlicher Treuhandschaft weitergeführt.[20] Der Leipziger Verlag arbeitete in zwei Gebäuden, eines befand sich in der Goldschmidtstraße (Lektorate, Herstellung, Sitzungssaal), das andere in der Sternwartenstraße (Leitung, Absatz, Buchhaltung, Hirzelverlag). Am 1. Januar 1964 wurden B. G. Teubner und die Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig KG, unter Beibehaltung ihrer Namen, zu einem Verlag zusammengeführt. 1968 wurde auch der S. Hirzel Verlag in diese Verlagsgruppe integriert. Ab diesem Zeitpunkt wurde der Betrieb bis 1990 als Betrieb mit staatlicher Beteiligung geführt.[21] Am 16. April 1991 erwarb die B. G. Teubner GmbH, Stuttgart von der Treuhandanstalt in Berlin die B. G. Teubner Verlagsgesellschaft KG, Leipzig.[22] Am 1. Januar 1998 wurden die Firmen in Stuttgart und Leipzig unter dem Namen B. G. Teubner zusammengeführt. Im darauffolgenden Jahr kaufte der Bertelsmannkonzern (GWV Fachverlage GmbH) das Unternehmen, fast alle Mitarbeiter erhielten in Folge die Kündigung. Im April 2000 schloss Bertelsmann B. G. Teubner in Stuttgart, am 30. Juni des Jahres B. G. Teubner in Leipzig. Die Sparte Altertumswissenschaften ging an den Verlag K. G. Saur. 2003 wurde Teubner an eine britische Investorengruppe verkauft und 2008 mit dem Vieweg Verlag zusammengelegt.



Verlegerische Tätigkeit 1952 - 1991



Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges blieb dem Teubner Verlag eine Fortführung seiner erfolgreichen Schulbuchsparte verwehrt, da der Druck von Schulbüchern in der sowjetischen Besatzungszone ausschließlich dem Verlag Volk und Wissen vorbehalten war. Nach Erlangung der Verlagslizenz 1947 gelang die erfolgreiche Auflage einiger Werke aus den für Teubner typischen Fachgebieten Altertumswissenschaften und Naturwissenschaften / Mathematik, u. a. E. Grimsehl, "Lehrbuch der Physik, Bd. II" (12. Auflage, 1951) und F. A. Heinichen, "Lateinisch-Deutsches Wörterbuch" (4. Auflage, 1951).[23] Seit 1949 lief auch die Herausgabe der "Bibliotheca Teubneriana" und des "Thesaurus linguae Latinae" weiter. Um die Verlagsrechte für die beiden Reihen, wie auch für andere Werke und den Firmennamen, gab es nach 1952 rechtliche Auseinandersetzungen zwischen B. G. Teubner Leipzig und Stuttgart. Das Stuttgarter Landgericht stellte am 21. Januar 1956 fest, dass die alleinigen Rechte für die o. g. Reihen bei Teubner Stuttgart lagen. Die Thesaurus-Kommission akzeptierte das Urteil nicht und arbeitete bis 1990 weiter mit Teubner Leipzig zusammen.[24] "Die Bibliotheca Teubneriana" erschien in beiden Firmen weiter. Ab 1953 wurde auch das "Archiv für Papyrusforschung" weitergeführt.

Nach 1952 erschienen bei Teubner zahlreiche Übersetzungen aus dem Russischen, so z. B. 1958 das sehr erfolgreiche "Taschenbuch der Mathematik" von I. Bronstein und K. Semendjajew, das bis 1979 bereits 19 Auflagen erreichte.[25] Im Verlag wurden in enger Zusammenarbeit mit den Autoren und wissenschaftlichen Einrichtungen viele neue Reihen entwickelt, z. B. die "Kleine naturwissenschaftliche Bibliothek" (seit 1962), die "Mathematische Schülerbücherei" (seit 1965), die "Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner" (seit 1970), die "MINÖL" [Mathematik für Ingenieure, Naturwissenschaftler, Ökonomen und Landwirte]-Reihe (seit 1973), "Teubner-Texte zur Mathematik" (seit 1976), "Teubner-Archiv zur Mathematik" (seit 1984) und "Teubner-Texte zur Physik" (seit 1984). Das letzte große Projekt, das in den achtziger Jahren vorbereitet wurde, war die Edition der "Coß" von Adam Ries, die 1992 erschien.



Bestandsgeschichte und -bearbeitung



Das Schriftgut des B. G. Teubner Verlages aus der Zeit vor 1945 gelangte 1986 in das Staatsarchiv Leipzig. Es handelte sich dabei um rund 3 lfm Akten aus dem Zeitraum 1806 - 1945. Sie stellten nur einen Bruchteil des ursprünglichen Verlagsarchivs dar, das beim Bombenangriff 1943 fast vollständig vernichtet wurde. Die vom Verlag abgegebenen 155 "Altakten" wurden verzeichnet und durch ein Findbuch der Benutzung zugänglich gemacht. 1986 gab der Verlag weitere Unterlagen aus der Zeit 1945 – 1990 im Umfang von 10 lfm an das Staatsarchiv ab. Das Schriftgut war nur durch ein Ablieferungsverzeichnis erschlossen. Am 17. Juni 1992 erfolgte auf Antrag des Verlages und Beschluss des sächsischen Innenministeriums die Rückgabe sämtlicher Unterlagen an den B. G. Teubner Verlag.[26] 1999 sicherte das Staatsarchiv Leipzig im Rahmen einer Notübernahme rund 30 lfm Akten, die im ungesicherten Verlagsgebäude Sternwartenstraße verblieben waren. [27]

Nach dieser Übernahme informierte das StA-L die Geschäftsleitung von B. G. Teubner, Stuttgart über den Vorgang. Daraus entwickelten sich Übernahmeverhandlungen für die gesamte archivwürdige Überlieferung des Teubner-Verlages, der inzwischen an die Bertelsmann Fachinformation verkauft worden war. Der neue Besitzer hatte entschieden, dass die Standorte Stuttgart und Leipzig im Jahr 2000 geschlossen werden sollten. Der Geschäftsführer des Teubner Verlages, Stuttgart bestand auf einer Komplettübernahme von Schriftgut-, Herstellungs- und Bucharchiv der Standorte Stuttgart und Leipzig. Nach Feststellung des damals rd. 400 lfm umfassenden Gesamtumfangs, die nach Einschätzung des StA-L nicht komplett als archivwürdig zu bewerten waren, lehnte das StA-L eine vollständige Übernahme ab. Die Unterlagen wurden im März 2000 von Stuttgart an das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) in Leipzig abgegeben und mit Ausnahme der Akten vor 1945 auf dem alten Messgelände in Halle 6a eingelagert. Zu diesem Zeitpunkt fehlten bereits die im Staatsarchiv mit den Signaturen 18, 26, 27, 88 und 147 versehenen Archivalien aus der Zeit vor 1945.[28] Ihr Verbleib ist unklar. Auf Initiative des Deutschen Buch- und Schriftmuseums verständigten sich DNB und Sächsisches Staatsarchiv im Jahr 2009 auf eine Teilung der Bestände: Die Bücher (Publikationsarchiv) verblieben in der DNB,[29] das Schriftgut wurde durch das StA-L bewertet (Feststellung der Archivwürdigkeit nach Sächsischem Archivgesetz), vorläufig erfasst und in mehreren Übernahmen zwischen Oktober 2009 und März 2010 in das Staatsarchiv Leipzig übernommen.[30] Von 93 lfm Schriftgut und 50 lfm Büchern des Teubner Verlages Leipzig, die in der Halle gelagert hatten, gelangten so rund 50 lfm Unterlagen in Form einer Schenkung zusammen mit Unterlagen des B. G. Teubner Verlages Stuttgart in das Staatsarchiv Leipzig.

Im August 2010 begann die Erschließung des übernommenen Verlagsschriftgutes im Staatsarchiv Leipzig. Zunächst erfolgten die Sichtung des gesamten Bestandes und die provenienzgerechte Zuordnung der Unterlagen zu den Beständen B. G. Teubner, Leipzig und B. G. Teubner, Stuttgart. Als Stichtag für die Bestandstrennung wurde der 16. April 1991, der Tag der offiziellen Wiedervereinigung beider Teubner-Unternehmen, festgelegt. Anschließend erfolgte die Zuordnung des Schriftgutes zu Sachgebieten. Die dabei entwickelte Klassifikation orientiert sich am überlieferten Schriftgut, der Organisationsstruktur und der historischen Entwicklung des Verlages. Jede Akte wurde einem passenden Klassifikationspunkt zugeordnet.

Im Zuge der Erschließung wurden fortlaufende Archivsignaturen vergeben, die Laufzeit der Akten erfasst, Titel gebildet und diese wenn nötig durch Enthält- und Darin-Vermerke erläutert. Bei gleichlautenden Aktentiteln wurden Bandreihen in chronologischer Reihenfolge gebildet. Um einen gezielten Zugriff auf Unterlagen zu Autoren zu ermöglichen, wurden diese zum überwiegenden Teil namentlich erfasst.

Der Bestand enthält 1683 Akteneinheiten und umfasst, nach technischer Bearbeitung, Kassation von Lohnunterlagen sowie Herauslösung und provenienzgerechter Zuordnung von Akten zum Bestand 22199 B. G. Teubner Verlag, Stuttgart, 30 lfm. Die Unterlagen stammen aus dem Zeitraum 1723 – 1996.



Überlieferungsschwerpunkte


Aus der Überlieferung des Verlages vor 1952 sind besonders die Bandreihe mit der Korrespondenz zwischen B. G. Teubner und der Filiale in Dresden, die umfangreich überlieferten Verträge und die Unterlagen zu den Firmenjubiläen hervorzuheben.

Aus der Verlagstätigkeit nach 1952 sind besonders umfangreich Unterlagen zur Planung, zur Herausgabe der o. g. Reihen innerhalb der einzelnen Lektorate und Rezensionen überliefert. Hervorzuheben sind auch die Unterlagen zu Jubiläen des Verlages und zur Vorbereitung und Durchführung der Tagung "Aktuelle Probleme und Entwicklungstendenzen der Mathematik" 1982 in Reinhardtsbrunn.



Hinweise für die Benutzung



Der Bestand enthält Unterlagen, die nach § 10 Abs. 1 Satz 3 des Sächsischen Archivgesetzes erst zehn Jahre nach dem Tod bzw. hundert Jahre nach der Geburt der betroffenen Person benutzt werden dürfen. Die Vorlage dieser Archivalien ist nur nach gesonderter Prüfung im Wege des Antragsverfahrens zur Schutzfristenverkürzung möglich. Aus datenschutzrechtlichen und technischen Gründen können Verzeichnungseinheiten, die mit einer personenbezogenen Schutzfrist gekennzeichnet sind, in der online-Fassung des Findbuchs nicht angezeigt werden. Wir empfehlen eine Nachfrage beim Staatsarchiv Leipzig.



Die bis 1996 im Bestand vorliegenden Rezensionen zu Werken aus dem B. G. Teubner Verlag unterliegen keiner Schutzfrist, da sie bereits veröffentlicht wurden.



Verweise auf korrespondierende Bestände


22199 B. G. Teubner Verlag, Stuttgart

21102 S. Hirzel Verlag, Leipzig

21091 Akademische Verlagsanstalt Geest & Portig KG, Leipzig

21083 F. A. Brockhaus, Leipzig

21765 Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig (I)

21766 Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig (II)

20998 Deutsche Buch-Export und -Import GmbH Leipzig

Katrin Heil



Juni 2014


[01] Schulze, Friedrich (Hrsg.), B. G. Teubner 1811 – 1911 Geschichte der Firma, Festschrift zum hundertjährigen Bestehen des Unternehmens, Leipzig 1911, S. 3.
[02] Ebenda, S. 15.
[03] Ebenda, S. 34.
[04] Krämer, Heinrich; Weiß, Jürgen, "Wissenschaft und geistige Bildung kräftig fördern", Leipzig 2011, S. 209.
[05] Ebenda, S. 55 f.
[06] Ebenda, S. 64.
[07] Schulze, Friedrich (Hrsg.), B. G. Teubner 1811 – 1911 Geschichte der Firma, Festschrift zum hundertjährigen Bestehen des Unternehmens, Leipzig 1911, S. 164 ff.
[08] Ebenda, S. 208 f.
[09] Ebenda, S. 209 ff.
[10] Krämer, Heinrich; Weiß, Jürgen, "Wissenschaft und geistige Bildung kräftig fördern", Leipzig 2011, S. 209.
[11] Ebenda, S. 220.
[12] Ebenda, S. 73.
[13] Ein ausführliches Begründungsschreiben Gieseckes und Heisigs an die Betriebsleitung ist abgedruckt in o. g. Werk, S. 189 ff.
[14] Krämer, Heinrich, In der sächsischen Kutsche, Leipzig 2012, S. 11.
[15] Ebenda, S. 12.
[16] Krämer, Heinrich, Die Altertumswissenschaft und der Verlag B. G. Teubner, Leipzig 2011, S. 17.
[17] Krämer, Heinrich; Weiß, Jürgen, "Wissenschaft und geistige Bildung kräftig fördern", Leipzig 2011, S. 57.
[18] Ebenda, S. 218.
[19] Es handelt sich dabei um ein umfassendes Lexikon der lateinischen Sprache von den Anfängen bis 600 n. Chr. Das Lexikon ist zum heutigen Zeitpunkt (2014) zu zwei Dritteln fertig gestellt (Verlag Walter de Gruyter).
[20] Ebenda, S. 221.
[21] Ebenda, S. 221.
[22] Ebenda, S. 221.
[23] Krämer, Heinrich; Weiß, Jürgen, "Wissenschaft und geistige Bildung kräftig fördern", Leipzig 2011, S. 74.
[24] Krämer, Heinrich, Die Altertumswissenschaft und der Verlag B. G. Teubner, Leipzig 2011, S. 59 f.
[25] Krämer, Heinrich; Weiß, Jürgen, "Wissenschaft und geistige Bildung kräftig fördern", Leipzig 2011, S. 82.
[26] Dienstregistratur des Staatsarchivs Leipzig, Bestandsakte 22198 B. G. Teubner Verlag, Leipzig, Bd. 1.
[27] Dienstregistratur des Staatsarchivs Leipzig, Bestandsakte 22198 B. G. Teubner Verlag, Leipzig, Bd. 2.
[28] Dienstregistratur des Staatsarchivs Leipzig, Bestandsakte 22198 B. G. Teubner Verlag, Leipzig, Bd. 2.
[29] Viele Verlage hatten und haben ein Publikationsarchiv, d. h. eine Sammlung von jeweils mind. einem Exemplar der bei dem Verlag erschienenen Publikationen. Inwieweit diese Publikationen (i. d. R. Bücher) zwingend zum Archivgut des Verlages gehören, ist strittig. Aus Sicht des StA-L kann dies der Fall sein, wenn das Publikationsarchiv Gebrauchsspuren im Sinne von Eintragungen, Einlagen oder Vermerken enthält, die Bücher also im Verlag genutzt wurden. Handelt es sich hingegen um ein Publikationsarchiv, in dem die Buchexemplare lediglich abgelegt wurden, hält das StA-L die Existenz von Archivexemplaren in der Deutschen Nationalbibliothek für ausreichend.
[30] Zur Vernichtung freigegeben wurden v. a. große Teile der Herstellungsunterlagen; lediglich eine exemplarische Auswahl wurde als archivwürdig bewertet und übernommen.
Festschrift zum 150jährigen Bestehen des Verlags und des Graphischen Betriebes B. G. Teubner, B. G. Teubner, Leipzig, 1961.- Links, Christoph: Das Schicksal der DDR-Verlage. Die Privatisierung und ihre Konsequenzen, Ch. Links Verlag, Berlin 2009, S. 302-305.
Geschäftsführung.- Betriebsorganisation.- Bibliotheca Teubneriana.- Persönliche und Familienangelegenheiten.- Firmengeschichte.- Finanzen und Vermögen.- Herstellung und Vertrieb.- Rechtsangelegenheiten.- Filiale Dresden.- Planung.
Benedictus Gotthilf Teubner (1784-1856) gründete am 21. Februar 1811 die Firma B. G. Teubner in Leipzig. Ihre Keimzelle war eine Druckerei, die Teubner von seinem Schwager Weinedel übernahm. Der Betrieb spezialisierte sich zunächst auf wissenschaftlichen, philologischen und mathematischen Satz und entwickelte sich zu einem graphischen Betrieb und Verlag mit Schwerpunkten auf griechischen und lateinischen Autoren sowie zunehmend der Mathematik und den Naturwissenschaften. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Teubner ein führender deutscher Schulbuchverlag. Im Dezember 1943 wurden der graphische Betrieb und das Verlagsgebäude bei einem Bombenangriff zerstört. Im Januar 1947 wurde der Verlag unter der Bezeichnung B. G. Teubner Verlagsgesellschaft als Kommanditgesellschaft neu gegründet. Er profilierte sich in den folgenden Jahrzehnten mit Werken der Altertumswissenschaften, Mathematik, Naturwissenschaften und Technik. Nach der Übersiedlung der Leipziger Verlagsführung nach Stuttgart 1952 und der Neugründung eines Stuttgarter Verlages B. G. Teubner trat die Deutsche Investitionsbank 1958 als Gesellschafterin ein, die Buchstaben BSB (Betrieb mit staatlicher Beteiligung) wurden vor den Firmennamen gesetzt. Im September 1990 trat die Treuhandanstalt, Sitz Leipzig, in die Kommanditgesellschaft ein. Im April 1991 erwarb die im Februar 1991 gegründete B. G. Teubner Verlagsgesellschaft mbH in Stuttgart den Leipziger Teubner-Verlag und verlegte ihren Sitz nach Leipzig. Zur weiteren Entwicklung siehe Bestand 22199.
  • 2014 | Findbuch / Datenbank
  • 2020-09-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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