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Beständeübersicht

Bestand

40163 Verein zur Errichtung von Bergmannswohnungen e.V, Zwickau

Datierung1919 - 1973
Benutzung im Bergarchiv Freiberg
Umfang (nur lfm)2,60
Vorwort
Vereinsgeschichte

Im Zuge der Anhebung der Kohlenförderung wurden 1920 verstärkt Maßnahmen zur Schaffung von Wohnraum für Bergleute durchgeführt. Bereits am 30. Dezember 1919 hatte der Reichskohlenverband beschlossen, auf den Kohlenpreis einen Zuschlag zu erheben, um die notwendigen Mittel für den geplanten Wohnungsbau zu erhalten. Am 21. Januar 1920 wurden dann durch das Reichsarbeitsministerium Bestimmungen über die Abführung der Kohlenpreiszuschläge für den Bergmannssiedlungsbau erlassen. Das Geld wurde syndikatsweise gesammelt und als sog. Bergmannssiedlungsvermögen, das sich zudem aus Reichsbeihilfen speiste, von speziell hierfür eingerichteten Treuhandstellen verwaltet. Für den sächsischen Steinkohlenbezirk übernahm diese Funktion der am 9. März 1920 gegründete Verein zur Errichtung von Bergmannswohnungen e.V. mit Sitz in Zwickau.
Mit dem Gesetz über Bergmannssiedlungen vom 10. März 1930 wurde der Verein der Aufsicht des Reiches unterstellt. Um die ursprüngliche Zweckbestimmung der Bergmannswohnungen wirksam zu sichern und insbesondere eigene Bauleistungen zu erbringen, kam es im gleichen Jahr zur Gründung der Zwickauer Bergmannswohnungsbau GmbH als Tochtergesellschaft des Vereins.
Mit dem 2. Gesetz über Bergmannssiedlungen vom 2. Mai 1934 ging das Bergmannssiedlungsvermögen in das Eigentum des Reiches über. Der Verein war fortan Treuhänder des Reiches, Mitglieder durften nur Beauftragte des Reiches sein.
1945 wurde der Verein im Rahmen des Vereinsverbotsgesetzes irrtümlicherweise enteignet und aufgelöst, die Tochtergesellschaft blieb weiterhin bestehen. Im Zuge der Überführung des Vermögens der Bergmannswohnsiedlungsgesellschaften in Volkseigentum wurde die Zwickauer Bergmannswohnungsbau GmbH mit Wirkung zum 1. Juni 1955 aufgelöst und das von ihr verwaltete unbewegliche Vermögen dem VEB Steinkohlenwerk August Bebel, Zwickau übergeben.


Bestandsgeschichte und -bearbeitung - Akten

Im Zeitraum 1999 bis 2002 wurden durch die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH, Bergwerk Zwickau (GVV) u.a. Unterlagen mit den Bestandsbezeichnungen Erzgebirgische Steinkohlen-Energiesellschaft mbH (EStEG) und VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz/Erzgebirge an das Bergarchiv abgegeben. Hierbei handelt es sich um einen Teil der Unterlagen des Technisch-Historischen Archivs der EStEG als Nachfolgebetrieb des VEB Steinkohlenkokereien August Bebel, deren Räumlichkeiten sich in der Äußeren Schneeberger Str. 100 in Zwickau befanden.
Zum 1. Januar 1995 wurde auf Entscheid der Treuhandanstalt Berlin neben dem Bereich Kokerei / Sanierung und dem Sozialarchiv auch das Technisch-Historische Archiv aus der EStEG ausgegliedert und - unter Beibehaltung o.g. Räumlichkeiten - in die GVV übertragen.
Das Technisch-Historische Archiv fungierte als Unternehmens- und Steinkohlenarchiv aller in der DDR tätigen Steinkohlenbergbauunternehmen, deren wirtschaftsleitender Organe sowie aller Rechtsvorgänger. Die bis in die 30er Jahre des 19. Jahrhunderts zurückreichende Überlieferung umfasst insbesondere Unterlagen der VVB Steinkohle, der Steinkohlenwerke des Zwickauer Reviers August Bebel, Martin Hoop und Karl Marx, des Steinkohlenwerkes Oelsnitz, des Steinkohlenwerkes Willi Agatz (Freital), des Steinkohlenwerkes Plötz (Sachsen-Anhalt) sowie der Steinkohlenunternehmen des 19. und 20. Jahrhunderts vornehmlich des Zwickauer und Lugau-Oelsnitzer Reviers.

Im Rahmen des Erschließungsprojektes für die Überlieferung der Steinkohlenunternehmen vornehmlich des Zwickauer Reviers wurden im Februar 2003 Unterlagen der Provenienz Verein zur Errichtung von Bergmannswohnungen e.V., Zwickau aus der Abgabegemeinschaft EStEG herausgelöst, der Bestand 40163-1 mit o.g. Bezeichnung gebildet und die Akten nach Bär'schem Prinzip in der Datenbank AUGIAS-Archiv verzeichnet. Inhaltlich wenig aussagekräftige Unterlagen sowie Doppelstücke mit folgenden Altsignaturen wurden kassiert: 2670, 2676, 2677 (alle Kt. 851) und 2679 (Kt. 1026). Der Umfang der Kassation belief sich auf ca. 0,08 lfm. Danach umfasste der Bestand 19 Verzeichnungseinheiten.
Im April 2003 wurden Unterlagen zum Bergmannswohnungsbau im Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier aus dem Bestand VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz/Erzgeb. herausgelöst und gleichfalls der Provenienz Verein zur Errichtung von Bergmannswohnungen e.V., Zwickau zugeschlagen. Die Verzeichnung der Akten erfolgte im Bestand 40163-1, für die aus den Akten entnommenen Risse wurde der Bestand 40163-2 gebildet. Im Zuge der Verzeichnung sind sowohl die Signaturen derjenigen Akten, aus welcher die Risse entnommen wurden, als auch deren Kartonnummer (alte Archivsignatur) aufgenommen worden. In die betreffenden Akten wurden Beiblätter eingelegt, die auf die aktuellen Bestellsignaturen der entnommenen Rissunterlagen verweisen.
In Folge der abschließenden Bestandsbereinigung der Abgabegemeinschaft EStEG im Juni 2003 kam es nochmals zur Herauslösung von Unterlagen der Provenienz Verein zur Errichtung von Bergmannswohnungen e.V., Zwickau. Diese Unterlagen wurden im Oktober 2003 im Rahmen eines Werkvertrages durch Frau Barbara Schumann in der AUGIAS-Datenbank, Bestand 40163-1 verzeichnet. Hierbei wurden Doppelstücke bzw. Akten ähnlichen Inhalts mit folgenden EStEG-Altsignaturen kassiert: Kt.-Nr. 1728, 1729 und 1731. Der Kassationsumfang belief sich ca. 0,25 lfm.
Der Bestand umfasst nun 2,5 lfm (71 Verzeichnungseinheiten) mit einer Laufzeit von 1919 bis 1973. Eine technische Bearbeitung der Unterlagen ist noch nicht erfolgt.

Die im Bestand befindlichen personenbezogenen Unterlagen unterliegen gemäß Sächsischem Archivgesetz einer besonderen Schutzwürdigkeit und sind daher für die Benutzung bis zum Ablauf der angegebenen Fristen gesperrt.


Korrespondierende Bestände

Für weitergehende Forschungen empfiehlt es sich, in folgende Bestände Einsicht zu nehmen:

40109-1 Gewerkschaft Deutschland, Oelsnitz/Erzgeb.
40110-1 Gewerkschaft Gottes Segen, Oelsnitz/Erzgeb.
40111-1 Gewerkschaft Morgenstern, Zwickau - Akten
40112 Sächsisches Steinkohlensyndikat mbH, Zwickau
40114-1 VEB Steinkohlenwerk und -kokereien August Bebel, Zwickau - Akten
40120-1 VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz/Erzgeb.
40163-2 Verein zur Errichtung von Bergmannswohnungen e.V., Zwickau - Risse
40190-1 Erzgebirgischer Steinkohlen-Aktienverein - Akten


Literaturhinweise

Eine wissenschaftliche Aufbereitung der Geschichte des Vereins zur Errichtung von Bergmannswohnungen e.V., Zwickau existiert nicht. Gleichwohl finden sich nützliche Informationen in folgenden Publikationen:
Waldemar May, Otto Stutzer, August Eckhard, 75 Jahre Gemeinschaftsarbeit der Sächsischen Steinkohlenwerke, Zwickau 1936
Der Steinkohlenbergbau im Zwickauer Revier, hrsg. vom Steinkohlenbergbauverein Zwickau, Zwickau 2000

Freiberg, 10.11.2003

M. Harring


Bestandsgeschichte und -bearbeitung - Risse

Im Zeitraum 1996 bis 2000 wurden durch die Gesellschaft zur Verwahrung und Verwertung von stillgelegten Bergwerksbetrieben mbH, Bergwerk Zwickau (GVV) Unterlagen mit der Bestandsbezeichnung VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz/Erzgebirge einschließlich der entsprechenden Ablieferungsverzeichnisse an das Bergarchiv abgegeben. Hierbei handelt es sich um einen Teil der Unterlagen des Technisch-Historischen Archivs der Erzgebirgischen Steinkohlen-Energiegesellschaft mbH (EStEG) als Nachfolgebetrieb des VEB Steinkohlenkokereien August Bebel, deren Räumlichkeiten sich in der Äußeren Schneeberger Str. 100 in Zwickau befanden.
Zum 1. Januar 1995 wurde auf Entscheid der Treuhandanstalt Berlin neben dem Bereich Kokerei / Sanierung und dem Sozialarchiv auch das Technisch-Historische Archiv aus der EStEG ausgegliedert und - unter Beibehaltung o.g. Räumlichkeiten - in die GVV übertragen.
Das Technisch-Historische Archiv fungierte als Unternehmens- und Steinkohlenarchiv aller in der ehemaligen DDR tätigen Steinkohlenbergbauunternehmen, deren wirtschaftsleitender Organe sowie aller Rechtsvorgänger. Die bis in die 30er Jahre des 19. Jahrhunderts zurückreichende Überlieferung umfasst insbesondere Unterlagen der VVB Steinkohle, der Steinkohlenwerke des Zwickauer Reviers August Bebel, Martin Hoop und Karl Marx, des Steinkohlenwerkes Oelsnitz, des Steinkohlenwerkes Willi Agatz (Freital), des Steinkohlenwerkes Plötz (Sachsen-Anhalt) sowie der Steinkohlenunternehmen des 19. und 20. Jahrhunderts vornehmlich des Zwickauer und Lugau-Oelsnitzer Reviers.
Im Rahmen des Erschließungsprojektes für die Überlieferung der Steinkohlenunternehmen vornehmlich des Zwickauer Reviers wurden im April 2003 Risse zum Bergmannswohnungsbau im Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenrevier aus dem Bestand VEB Steinkohlenwerk Oelsnitz/Erzgebirge herausgelöst und der Provenienz Verein zur Errichtung von Bergmannswohnungen e.V., Zwickau zugeschlagen. Es wurde ein entsprechender Bestand mit vorgenannter Bezeichnung sowie der Bestandssignatur 40163-2 gebildet und die Risse in der Datenbank AUGIAS-Archiv verzeichnet. Hierbei sind sowohl die Signaturen derjenigen Akten, aus welcher die Risse entnommen wurden, als auch deren Kartonnummer (Alte Archivsignatur) aufgenommen worden. In die genannten Akten wurden Beiblätter eingelegt, die auf die aktuellen Bestellsignaturen der entnommenen Rissunterlagen verweisen.
Doppelstücke und inhaltlich wenig aussagekräftige Unterlagen wurden kassiert. Der Gesamtumfang der Kassation beläuft sich auf ca. 40 Risse. Danach umfasst der Bestand 38 Verzeichnungseinheiten mit einer Laufzeit von 1919 bis 1935. Eine technische Bearbeitung ist noch nicht erfolgt.


Korrespondierende Bestände

Für weitergehende Forschungen empfiehlt es sich, in folgende Bestände Einsicht zu nehmen:

40111-1 Gewerkschaft Morgenstern, Zwickau - Akten
40112 Sächsisches Steinkohlensyndikat mbH, Zwickau
40114-1 VEB Steinkohlenwerk und -kokereien August Bebel, Zwickau - Akten
40163-1 Verein zur Errichtung von Bergmannswohnungen e.V., Zwickau - Akten
40190-1 Erzgebirgischer Steinkohlen-Aktienverein - Akten


Literaturhinweise

Eine wissenschaftliche Aufbereitung der Geschichte des Vereins zur Errichtung von Bergmannswohnungen e.V., Zwickau existiert nicht. Gleichwohl finden sich nützliche Informationen in folgenden Publikationen:
Waldemar May, Otto Stutzer, August Eckhard, 75 Jahre Gemeinschaftsarbeit der Sächsischen Steinkohlenwerke, Zwickau 1936
Der Steinkohlenbergbau im Zwickauer Revier, hrsg. vom Steinkohlenbergbauverein Zwickau, Zwickau 2000

Freiberg, 23.04.2003

M. Harring





Akten: Allgemeine Vereinsangelegenheiten.- Auflösung der Zwickauer Bergmannswohnungsbau GmbH.- Bau- und Wohnraumangelegenheiten zu Bergmannswohnungen in verschiedenen Gemeinden des Zwickauer und Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers.- Bilanzen.- Gleichschaltung gemeinnütziger Wohnungsunternehmen.- Grundbucheintragungen.- Jahres- und Rechnungsberichte.- Lohn- und Gehaltsabrechnungen.- Mieterbeschwerden.- Prüfungs- und Revisionsberichte.- Räumungsangelegenheiten.- Schriftverkehr mit Gemeinden, Behörden und Gesellschaften.- Sitzungsprotokolle und Rundschreiben.- Treuhandstelle für Bergmannssiedlungen im Sudetengau.- Verträge.
Risse: Bergmannssiedlungen und Wohnungsbau in verschiedenen Gemeinden des Lugau-Oelsnitzer Reviers.- Lage- und Übersichtspläne.
Im Zuge der Anhebung der Kohlenförderung wurden 1920 verstärkt Maßnahmen zur Schaffung von Wohnraum für Bergleute durchgeführt. Bereits Ende 1919 hatte der Reichskohlenverband beschlossen, auf den Kohlenpreis einen Zuschlag zu erheben, um die notwendigen Mittel für den geplanten Wohnungsbau zu erhalten. Im Januar 1920 wurden dann durch das Reichsarbeitsministerium Bestimmungen über die Abführung der Kohlenpreiszuschläge für den Bergmannssiedlungsbau erlassen. Das Geld wurde syndikatsweise gesammelt und als sog. Bergmannssiedlungsvermögen, das sich zudem aus Reichsbeihilfen speiste, von speziell hierfür eingerichteten Treuhandstellen verwaltet. Für den sächsischen Steinkohlenbezirk übernahm diese Funktion der am 9. März 1920 gegründete Verein zur Errichtung von Bergmannswohnungen e.V. mit Sitz in Zwickau.
1930 wurde der Verein der Aufsicht des Reiches unterstellt. Um die ursprüngliche Zweckbestimmung der Bergmannswohnungen wirksam zu sichern und insbesondere eigene Bauleistungen zu erbringen, kam es im gleichen Jahr zur Gründung der Zwickauer Bergmannswohnungsbau GmbH als Tochtergesellschaft des Vereins. 1934 ging das Bergmannssiedlungsvermögen in das Eigentum des Reiches über. Der Verein war fortan Treuhänder des Reiches, Mitglieder durften nur Beauftragte des Reiches sein.
1945 wurde der Verein im Rahmen des Vereinsverbotsgesetzes irrtümlicherweise enteignet und aufgelöst, die Tochtergesellschaft blieb weiterhin bestehen. Im Zuge der Überführung des Vermögens der Bergmannswohnsiedlungsgesellschaften in Volkseigentum wurde die Zwickauer Bergmannswohnungsbau GmbH mit Wirkung zum 1. Juni 1955 aufgelöst und das von ihr verwaltete unbewegliche Vermögen dem VEB Steinkohlenwerk August Bebel, Zwickau übergeben.
  • 2003 | Findbuch/Datenbank (Risse)
  • 2003 | Findbuch/Datenbank (Akten)
  • 2020-09-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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