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Beständeübersicht

Bestand

22278 Sammlung historische Adressbücher

Datierung1790 - 1978
Benutzung im Staatsarchiv Leipzig
Umfang (nur lfm)44,00
Zur Geschichte der Adressbücher und Adressbucharten

Die Adressbücher gehen zurück auf die sogenannten Adresskalender, die seit Ende des 17. Jahrhunderts in Frankreich und seit 1701 unter dem Titel "Das jetztlebende…." zuerst in Leipzig und dann in weiteren deutschen Städten erschienen. Als früheste deutsche Adresskalender sind für 1701 Leipzig, Halle, Jena und Breslau belegt, für 1702 Dresden und Freiberg, für 1703 Meißen und Erfurt, für 1704 Berlin, für 1705 Nürnberg und Königsberg, für 1712 Hamburg. [01] Diese Bücher sollten vor allem Fremden zur Orientierung in der Stadt dienen. Sie enthielten noch nicht alle Einwohner, sondern nur solche, die durch ein Amt, Stellung oder Beruf hervorgehoben waren, darüber hinaus Ämter, Behörden, öffentliche Einrichtungen usw. Erst später, für Leipzig seit 1853, sind in einem gesonderten Teil sämtliche Haushaltsvorstände der Stadt enthalten. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sich neben diesen Stadtadressbüchern weitere Adressbucharten, zum einen Reichs- und Landesadressbücher, zum anderen die Fachadressbücher. Beide Arten beinhalten keine Einwohnerverzeichnisse, sondern Wirtschaftsadressen. Reichs- und Landesadressbücher enthalten alle Zweige der Wirtschaft (Industrie, Handel, Gewerbe, freie Berufe) und öffentliche Einrichtungen für das gesamte Reich bzw. ein Land oder größere Wirtschaftsgebiete. Fachadressbücher enthalten nur bestimmte Wirtschaftszweige oder –gruppen, meistens auch auf das gesamte Reichsgebiet oder größere Territorien ausgedehnt. [02]

Bestandsgeschichte und –bearbeitung

Die Sammlung historische Adressbücher wurde in den 1970er Jahren durch die 1967 gegründete Zentralstelle für Genealogie in der DDR angekauft. 2011 wurde die Sammlung als archivischer Sammlungsbestand digital erfasst. 2012 erfolgte der Import der Daten in die archivische Erschließungssoftware AUGIAS, die redaktionelle Bearbeitung und Ausfertigung des Findbuches. Dabei wurde die Verzeichnung noch ergänzt durch die Verweisverzeichnung der Leipziger Adressbücher aus der Dienstbibliothek des Staatsarchivs.

Überlieferungsschwerpunkte

Die Sammlung umfasst über 1.000 Bände, davon ca. 750 Stadtadressbücher, 90 Fernsprechbücher und 150 Fachadressbücher. Einige Bücher stammen aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert (Potsdam, Berlin, Bremen), der zeitliche Schwerpunkt liegt auf der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Territorial gesehen enthält die Sammlung Adressbücher in den Grenzen des ehemaligen Deutschen Reiches mit Schwerpunkt Mitteldeutschland. [03]

Hinweise für die Benutzung

Für Leipzig ist eine vollständige Reihe der Adressbücher 1701-1949 aus der Dienstbibliothek des Staatsarchivs in verfilmter Form zu nutzen. Es handelt sich dabei um eine Verfilmung des Stadtarchivs Leipzig. Die Filmsignaturen sind als Bestellsignatur ausgewiesen.

In der Bibliothek (Datenbank OPAC) und im Bestand 22179 Genealogische Mappenstücke (Datenbank AUGIAS) befinden sich weitere Adressbücher. Bei Recherchen in diesen Datenbanken ist zu beachten, dass viele Adressbücher nicht "Adressbuch" heißen, sondern einen anderen Titel haben. Recherchen nach dem Ortsnamen sind möglich.

Dolores Herrmann

November 2012



[01] Siehe digitale Bibliothek der Universität Halle (www.digitale.bibliothek.uni-halle.de) für Jena, Erfurt, Königsberg, Meißen; siehe Bayrische Staatsbibliothek München (Digitalisat) für Breslau; siehe Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden für Freiberg, Nürnberg, Dresden; siehe www.books.google.com für Halle.
[02] Siehe Adressbuch der Deutschen Adressbücher, hg. von Egon Wagner, Berlin 1939, Sächsisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig, 22278 Sammlung historische Adressbücher, Nr. 2.
[03] Kluttig, Thekla, Von Aachen bis Insterburg. Historische Adressbücher in der Deutschen Zentralstelle für Genealogie, in: Computergenealogie, Heft 2/2012, S. 23.
Reichsadressbücher.- Adressbücher nach Orten A - Z.- Branchenbücher.- Fernsprechbücher.
Die Sammlung stammt aus der Bibliothek der 1967 gegründeten Deutschen Zentralstelle für Genealogie in der DDR, die in den 1970er Jahren Adressbücher antiquarisch aufkaufte. Sie umfasst territorial das Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches.
  • 2012 | Findbuch / Datenbank
  • 2020-09-16 | Diese Ausgabe über AWAX 2.0.1.1
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